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Seite an Seite in die hessische Spitze

Zwillinge im Jugendfußball Seite an Seite in die hessische Spitze

Von Kindesbeinen an  gehen Sebastian und  Johannes Müller den sportlichen Weg zu zweit – auch zu den Sichtungslehrgängen für die  deutsche Nationalelf, an denen aber nur einer der Brüder teilnehmen durfte.

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Sebastian (links) und Johannes Müller haben das Ziel, Fußball-Profi zu werden, fest vor Augen. Foto: Marcello Di Cicco

Quelle: Marcello Di Cicco

Wiera. Sebastian Müller muss nicht lange überlegen bei der Frage, wer denn besser Fußball spielen kann: er oder sein Zwillingsbruder Johannes? „Wir sind gleich gut“, schießt es aus dem 14-Jährigen heraus.

Verwundern mag seine Aussage nicht, schließlich vergeht kaum ein Tag, an dem die Zwillinge aus dem von Neustadt etwa fünf Kilometer entfernten und etwa 700 Einwohner zählenden Dorf Wiera nicht gemeinsam ihrer Leidenschaft nacheifern: dem Fußballspiel.

Sieg beim Länderpokal Dreimal pro Woche Training beim Hessenligisten TSG Wieseck, einmal Training im DFB-Stützpunkt Marburg, einmal ein Spiel – hinzu kommen Einheiten mit der Regionalauswahl sowie Technik- und Schnelligkeitstraining in Treysa. Selbst so mancher ambitionierte Amateurfußballer dürfte vor diesem Pensum den Hut ziehen.

„Wir freuen uns aber immer aufs Training“, sagt Johannes, der als „Sechser“ oder Innenverteidiger spielt, während sein Bruder auf der rechten Außenbahn zu Hause ist. Der große Aufwand hat sich bislang allemal gelohnt. Sebastian durfte sich kürzlich sogar mit den besten Fußballern Deutschlands in seiner Altersklasse messen.

Einladung zu drei Sichtungslehrgängen für die Nationalmannschaft

Nach dem Sieg mit der Hessenauswahl beim Länderpokal in Bad Blankenburg erhielt er, der wie sein Bruder die neunte Klasse des Schwalmgymnasiums Treysa besucht, eine Einladung zu drei Sichtungslehrgängen für die Nationalmannschaft. 

„Sehr emotional“ habe er darauf reagiert, erzählt Sebastian. Vor allem von den großen deutschen Profiklubs kamen die 60 Kicker, die an den Sichtungen teilnahmen. „Das Niveau lag schon deutlich über dem in der Hessenliga“, erzählt Sebastian, für den nach der ersten Sichtungsrunde aber erst einmal Endstation war.

„Natürlich war ich sehr traurig, als ich diese Nachricht erhalten habe“, gesteht er. „Aber wenn man sich die Vereine mal anschaut, von denen die anderen Spieler kamen, war das Ganze schon ein großer Erfolg.“ Einer war selbstverständlich auch bei jenen Lehrgängen immer an Sebastians Seite: Johannes, der sich den Auftritt seines Bruders von der Seitenlinie aus anschaute.

Eine etwas ungewohnte Rolle, war doch der sportliche Weg der Brüder bisher ausnahmslos ein gemeinsamer. Der bereits verstorbene Trainer Volker Becker aus Wiera weckte vor gut zehn Jahren das Interesse der beiden am runden Leder. Von da an ging es rasant bergauf. 

Immer gemeinsam

Vom Heimatverein TSV Wiera ging es in der E-Jugend zum 1. FC Schwalmstadt und von dort zum JFV Alsfeld/Bechtelsberg (ab der D-Jugend), zudem wurden die Brüder in die Kreisauswahl Schwalm-Eder sowie in die Regional- und Hessenauswahl eingeladen – immer gemeinsam, versteht sich. 

Weil es mit dem Arbeitsweg des Vaters besser zu vereinbaren war, entschieden sich beide vor etwa vier Jahren, den DFB-Stützpunkt Marburg dem Stützpunkt Borken vorzuziehen. „Bei einem Turnier haben wir mal mit Alsfeld gegen Wieseck gespielt“, erinnern sich Johannes und Sebastian, wie 2013 der Wechsel zur mittelhessischen Talentschmiede zustande kam.

„Karl-Heinz Stete, der uns trainiert, hat uns zum Probetraining eingeladen. Wir sind dann mehrmals hingegangen und noch im Winter gewechselt.“  Das Spitzenspiel gegen den KSV Baunatal verlor die TSG kürzlich zwar mit 2:4. Das Ziel, „eine möglichst gute Saison zu spielen“, ist nach drei Auftaktsiegen aber dadurch nicht gefährdet.

Auf dem Weg zum Profi Dass es das große Ziel ist, irgendwann bei einem Spitzenverein zu spielen und den Sprung in den Profizirkus zu schaffen, daraus machen beide keinen Hehl. Eines ist ihnen jedoch „extrem wichtig“. „Wir verstehen uns sehr gut und wollen so lange wie möglich zusammenspielen.“ Übrigens nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch zu  Hause, wo sich die Brüder gelegentlich die Zeit beim Basketballspielen vertreiben, wenn sie mal nicht kicken. Und wer ist beim Basketball besser? „Ich“, sagt Johannes und lächelt.

 von Marcello Di Cicco

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