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„Scheinbar mangelt es an Ausbildung“

Eröffnung Boxzentrum Marburg „Scheinbar mangelt es an Ausbildung“

Bei der Eröffnungsfeier des neuen Boxzentrums des 1. Boxclubs Marburg 1947 gab sich am Samstag auch Ex-Weltmeister Graciano „Rocky“ Rocchigiani die Ehre.

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Die Brüder Graciano (links) und Ralf Rocchigiani nehmen Peter Weller, den Vorsitzenden des 1. BC Marburg, in die Mitte.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Der Ex-Boxprofi ließ sich unzählige Male fotografieren, gab Autogramme und hatte auch seinen Bruder Ralf mitgebracht. Mit der OP sprach der 51-Jährige über seine beruflichen Unternehmungen und den deutschen Boxsport.

OP: Wie gefällt Ihnen das Boxzentrum?

Rocchigiani: Gut! Für ein Boxzentrum für Amateure ist das schon nicht schlecht. In Berlin gibt es so etwas nicht. Beispielsweise hat der Verein Hertha BSC Berlin eine Boxabteilung. Dessen Halle sieht nicht ansatzweise so gut aus wie diese hier. Aber mal ehrlich: Fürs Boxen braucht man auch keinen Luxus. Halle, Ring, Sandsäcke, Trainingsboden reichen völlig. Man darf die Boxer auch nicht zu sehr verwöhnen.

OP: Was macht „Rocky“ mit seiner Zeit, wenn er nicht gerade auf Einweihungsfeiern ist?

Rocchigiani (lacht): So oft mache ich so was ja nicht. Momentan trainiere ich mit meinem Bruder Ralf einige Boxer in einem Boxzentrum in Gelnhausen. Momentan sind wir auf der Suche nach Sponsoren und hoffen, dass wir in den nächsten zwei bis drei Monaten die ersten Profiverträge für unsere Jungs unter Dach und Fach bringen können.

OP: Wie würden Sie den momentanen Zustand des deutschen Jugend-Boxens beschreiben?

Rocchigiani: Da erlaube ich mir kein Urteil, weil ich zu den Amateurvereinen zu wenig Kontakt habe. Um den deutschen Boxsport generell ist es allerdings nicht gut bestellt. Der ist schon seit mehr als zehn Jahren am Boden und angezählt. Da muss man sich Gedanken machen, ob die Jugendarbeit funktioniert. Scheinbar mangelt es da an der Ausbildung.

OP: Heißt das, dass die Kämpfe heute schlecht waren?

Rocchigiani: Nein, ich war ehrlich gesagt beeindruckt. Alle, die ich heute gesehen habe, hatten eine gute Grundausbildung. Selbst die 10-jährigen Knirpse hatten für ihr Alter eine gute Beinarbeit und wussten, wie sie sich zu bewegen hatten. Hut ab!

von Benjamin Kaiser

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