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Schäfer ist Deutscher Meister auf dem Ergometer

Deutsche Meisterschaft in Essen Schäfer ist Deutscher Meister auf dem Ergometer

Beim Leistungstest der deutschen Ruder-Elite im Dezember hatte Lucas Schäfer gefehlt. Jetzt holte der Gisselberger bei der Ergometer-DM in Essen das Versäumte nach –
und gewann den Titel.

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Mit der Zeit von 6:06,4 Minuten setzte Lucas Schäfer bei den Deutschen Meisterschaften im Ergometer-Rudern eine erste Duftmarke für die Saison.

Quelle: Thorsten Richter

Essen. Die Olympischen Spiele in Tokio 2020 sind das Fernziel von Lucas Schäfer. Dann will er im leichten Doppelzweier dabei sein, möglichst um die Medaillen kämpfen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die erste – wenn auch ganz kleine – Etappe hat der 23-Jährige mit Bravour gemeistert. Bei der Deutschen Meisterschaft auf dem Ergometer gewann Schäfer den Titel. Und nicht nur das: Er setzte sich nicht etwa bei den Leichtgewichten bis 75 Kilogramm durch, sondern in der offenen Klasse. „Ich habe die ganze Wintersaison nicht aufs Gewicht geachtet“, räumt Schäfer ein und fügt schmunzelnd hinzu: „Was nicht bedeutet, dass ich nur Pizza und Eis gegessen habe.“

Doch trotz ausgewogener Ernährung: Schäfers Gewicht pendelt sich bei etwa 80 Kilogramm ein, wenn nicht gerade Wettkampfsaison ist. „Für den Leistungssport nehme ich ab.“ Für die Meisterschaft auf dem Ergometer allerdings „machte“ er kein Gewicht, wie die Ruderer sagen. „Auch weil mein Bootskollege Jason Osborne immer schwer gefahren ist“, führt Schäfer aus. Seine Leistung in Essen konnte sich sehen lassen. Nach 6:06,4 Minuten hatte der Ruderer vom Verein RuS Steinmühle die 2000 Meter absolviert – schneller als es der Mainzer Osborne je geschafft hat. Da es beim Rudern auch immer um Zeiten und Vergleiche geht, ist Schäfer zufrieden, wenngleich er die Goldmedaille relativiert: „Ich war der einzige Kaderathlet, der teilgenommen hat.“

Olympia-Ruderer zieht fürs Studium nach Gießen um

Ganz bewusst hatte sich Schäfer für die DM entschieden, eben weil er die sogenannte „Kaderüberprüfung“ Anfang Dezember in Dortmund aus gesundheitlichen Gründen verpasst hatte. „Ich wollte den Leistungstest nicht alleine machen.“ Deshalb habe er die öffentliche Bühne bei den Ergometer-Titelkämpfen gewählt.

Die Bestätigung, im Olympia-Kader (früher A-Kader) zu sein, hatte er schon vorher bekommen. Das sichert Schäfer 300 Euro monatlich über die Deutsche Sporthilfe. Eigentlich sollten es 600 Euro sein, doch um alle Kaderathleten mit dem vollen Satz zu unterstützen, fehle der Sporthilfe das Geld. Ein bisschen enttäuschend sei das schon, meint Schäfer. „Aber ich kann es nachvollziehen.“

Um sich verstärkt dem Studium widmen zu können, ist Lucas Schäfer von Frankfurt nach Gießen umgezogen. Dort studiert er Ökotrophologie (Ernährungswissenschaften). Nächste Woche sind Klausuren angesagt. „Ich hoffe, dass ich bis 2020 mit dem Bachelor fertig werde“, sagt der 23-Jährige, der Leistungssport und Studium besser in Einklang bringen möchte.

Ende Februar geht es zum Trainingslager nach Portugal

Ab dem 26. Februar ist Schäfer erst einmal in wärmeren Gefilden. Bis zum 16. März ist er mit Osborne und dessen Trainer Robert Sens sowie den Kaderplatzanwärtern Moritz Moos (Mainz) und Jonathan Rommelmann (Krefeld) in Portugal (Lago Azul). Dort werden verschiedene Kombinationen für den leichten Doppelzweier ausprobiert. Auch eine interne Selektion werde es in nächster Zeit für die Saison geben. Wenn Sens und Co. abreisen, bleibt Schäfer in Portugal. Dann nämlich kommen seine früheren Trainingskollegen dort an und Schäfer hängt mit dem Frankfurter Trainer Ralf Hollmann noch zwei Wochen in Avis dran.

Schäfer will fit und in guter Form sein, denn es stehen ­eine Reihe von Ausscheidungen an in dieser Saison. Erst muss er sich bei der internen Ausscheidung durchsetzen. Dann tritt der Doppelzweier von Sens gegen ein Hamburger Boot an, das in der Besetzung Lars Wichert und Konstantin Steinhübel auch darum kämpft, in dieser Weltcup-Saison für den Deutschen Ruderverband (DRV) starten zu dürfen.

Mitte April stehen die Deutschen Kleinbootmeisterschaften an. Auch da wird es für Schäfer darum gehen, überhaupt in die Mannschaft zu kommen. Im Vorjahr wurde er Zweiter hinter Osborne, beide bildeten das deutsche WM-Boot. „Ich möchte gewinnen“, sagt Schäfer nun zur Kleinboot-Meisterschaft. In dem Fall dürfte der Gisselberger auf jeden Fall erste Wahl für die Weltcup-Saison im Doppelzweier sein, die ihren Höhepunkt im September mit der Weltmeisterschaft in Bulgarien findet.

von Holger Schmidt

Marburger Nachwuchs mit guten Ergebnissen

Essen. Der Titelgewinn von Lucas Schäfer ragte aus Sicht des Vereins Rudern und Sport (RuS) Steinmühle heraus. Aber auch der Marburger Nachwuchs war bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Ergometer in Essen-Kettwig erfolgreich.

Lasse Jacob erkämpfte sich mit viel Einsatz den siebten Platz der 15- und 16-jährigen Junior-B-Leichtgewichte und hat laut Trainer Martin Strohmenger noch Potenzial für mehr. Für die 1500 Meter benötigte er 5:07,0 Minuten, Sieger Luca Schneider (Koblenz) war nach 4:56,9 Minuten im Ziel. Auch Maxim Dyck fuhr als Siebter in der Klasse der 14-Jährigen ein ordentliches Rennen über 1000 Meter. Mit 3:34,6 Minuten lag er gut 24 Sekunden hinter Sieger Leo Böckmann aus Datteln. Für beide Marburger Nachwuchsruderer heißt es: Dran bleiben beim Training und weitere Erfahrung sammeln, dann kann die Erfolgsleiter laut Strohmenger weiter erklommen werden.

Auf der 1000-Meter-Distanz schlugen sich auch die jüngsten RuS-Ruderinnen Helena Stickel (11. Platz in 4:40,7 Minuten) und Leonie Müller (12. Platz in 4:54,0 Minuten) tapfer und erhielten einen Eindruck davon, wie es sich anfühlt, Teilnehmer im riesigen Starterfeld eines bedeutenden Wettbewerbs zu sein. Deutsche Meisterin wurde Lotte Martin vom gastgebenden Kettwiger Ruderverein in 3:56,1 Minuten.

Die Marburger Para-Ruderin Jessica Dietz, die bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr die Bronzemedaille gewonnen hatte, war als Zuschauerin mit in die Ruhrmetropole gereist und gehörte zu denjenigen, die den RuS-Nachwuchs tüchtig anfeuerten. „Gute Leistungen, gutes Team, gute Atmosphäre“ berichtete Trainer Martin Strohmenger zusammenfassend.

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