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Schaakes Trickwurf entscheidet Krimi

Basketball-Bundesliga Schaakes Trickwurf entscheidet Krimi

Das Team des BC Pharmaserv Marburg hat sich im Tabellenkeller der Bundesliga ein bisschen Luft verschafft - dank Finja Schaake.

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Die Marburgerin Finja Schaake setzt sich gegen Anna-Lisa Rexroth durch.

Quelle: Melanie Schneider

Langen. „Ich weiß auch nicht, wie der reingegangen ist“, sagte die 22-Jährige. Kurz vor Schluss hatte sich die Flügelspielerin mit Ablauf der Wurfuhr unter dem Korb durchgesetzt. Mit einem unorthodoxen Rückwärtshakenwurf beförderte sie den Ball durch die Reuse. 2,5 Sekunden waren da noch zu spielen. Der letzte Verzweiflungswurf der Gastgeberinnen ging weit daneben.

Kollektives Durchatmen im Marburger Lager. Nach vier Bundesliga-Spielen ohne Erfolgserlebnis war Patrick Unger das Zustandekommen des Sieges völlig gleichgültig. „Egal wie. Gewonnen ist gewonnen“, freute er sich kopfschüttelnd und sichtlich geschafft. Vor allem das Offensivspiel bereitet dem Marburger Übungsleiter weiterhin Kopfzerbrechen.

„Wir lassen vorn viel zu viel liegen. Ich weiß auch nicht, woran das liegt.“ Ein Grund war sicher auch die starke und wechselnde Verteidigung der Baskets. Dennoch: Die Trefferquote direkt unter dem Korb war beim BC mit 19 Prozent mehr als dürftig. Trotzdem reichte das, um über fast die gesamte Spieldauer in Front zu liegen. Die gute Defensive war dafür entscheidend, gestattete den Gastgeberinnen kaum einen freien Wurf.

Pieczynski und Greunke bringen Baskets heran

Über 15:15 nach zehn und 26:21 nach 20 Minuten spielten sich die Marburgerinnen bis zur 23. Minute mühsam eine Acht-Punkte-Führung heraus. Unter dem eigenen Korb setzten sich vor allem Julia Köppl und Laura Masek gut in Szene, wie Unger befand. Sie mussten immer wieder von der Bank für Entlastung sorgen, weil Lisa Koop früh Foulprobleme hatte. Kurz nach Beginn des Schlussdurchgangs sah es beim 40:33 gut aus für die Gäste.

Dann legten die Südhessinnen acht Zähler in Serie hin und lagen plötzlich vorn. Besonders stark bei den Baskets: Francis Pieczynski und Svenja Greunke. Viereinhalb Minuten vor Ende musste Lisa Koop mit fünf Fouls vom Feld. 45:43 für die Baskets, bei 2:30 Minuten auf der Uhr gar 48:45. Birte Thimm besorgte den Anschluss, Tonisha Baker 27 Sekunden vor Schluss per Freiwurf den Ausgleich.

Nun hatten die Baskets Einwurf und alle Trümpfe in der Hand. Doch Marburgs Defense machte die Passwege zu. Die Einwerferin wurde das Spielgerät nicht rechtzeitig los. Pfiff. Ballbesitz BC. Das Pharmaserv-Team spielte die Zeit clever aus - und hatte beim finalen Wurf von Topscorerin Schaake auch das nötige Glück.

Wilson versenkt gleich ihren ersten Wurf

Entscheidend für den letzten Umschwung sah Unger an, „dass wir bis zum Ende als Team agiert haben“. Und: „Die Marburger Fans haben für eine fantastische Stimmung gesorgt.“ Rund 50 BC-Anhänger hatten ihre Mannschaft nach Langen begleitet. Neuverpflichtung Brittany Wilson kam bei ihrem Debüt für die Lahnstädterinnen nur auf fünfeinhalb Einsatzminuten.

Da sie erst seit wenigen Tagen in der Mannschaft ist, sei es ganz normal, dass es noch Abstimmungsprobleme gebe, sagte Unger. Aber sie sei ein belebendes Element und auch bereit, Verantwortung zu übernehmen. Das zeigte sie, als sie wenige Sekunden nach ihrer Einwechslung ihren ersten Wurf im BC-Dress eiskalt versenkte.

Dass man eine Aufbauspielerin und keine Centerin verpflichtet hat, sei die richtige Entscheidung. „Wir haben wieder gesehen, wie wichtig es für uns ist, wenn Tonisha Baker auf einem hohen Niveau verteidigt. Aber dafür braucht sie ihre Pausen“, sagte der BC-Coach. Diese könne man ihr nur mit dem derzeitigen Kader verschaffen.

von Marcus Richter

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