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Saighani hat sportliche Liebe gefunden

Fußball Saighani hat sportliche Liebe gefunden

Der Marburger Masih Saighani hatte großenAnteil am Durchmarsch des TSV Steinbach von der Verbandsliga Mitte in die Hessenliga und nur ein Jahr später in die Regionalliga Südwest.

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Masih Saighani (links) lieferte sich zuletzt noch Duelle mit Stadtallendorf (hier Kenan Atas). Nach dem Aufstieg Steinbachs heißen die Gegner nun Kassel, Offenbach oder Mannheim.Foto: Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. 2008 spielte der rund 900 Einwohner zählende Dorfverein aus Haiger noch in der B-Liga. Ab der Saison 2015/16 startet der TSV Steinbach in der Regionalliga Südwest, der vierthöchsten Spielklasse. Es ist eine ähnliche Sensation wie der Bundesliga-Aufstieg des SV Darmstadt 98. Rund 150 Kilometer entfernt vom Böllenfalltor hat sich für einen ehemaligen Zweitligaspieler der „Lilien“ ein Traum erfüllt: für Peter „Cesto“ Cestonaro, Aufstiegs-Trainer des TSV.

Doch auch der Wahl-Marburger Masih Saighani hat sich diesen Wunsch erfüllt. In Steinbach hat der 28-Jährige (er kam in der Saison 2013/2014), der in der Jugend der SG Niederweimar seine Karriere startete und unter anderem für den VfB Marburg, die Sportfreunde Siegen, den Bonner SC und den SC Waldgirmes spielte, seine sportliche Liebe gefunden: „Es herrscht eine familiäre Atmosphäre.“

Über Indien und Nepal kam der in Kabul/Afghanistan geborene Saighani 1988 mit seiner Familie und seinen drei Brüdern Zabih, Nawid und Edris mit gefälschten Pässen nach Frankfurt, um dort Asyl zu beantragen. Seit zwei Jahren wohnt der ausgebildete Bürokaufmann mit Freundin Alexandra, einer Jura-Studentin, in Marburg. Beim TSV hat Saighani seinen Platz auf der „Sechs“. Als Antreiber, Abräumer und sogar als neunfacher Torschütze für den Club, der am 22. Juni mit der Vorbereitung beginnt und der in rund sieben Wochen als erster mittelhessischer Verein auch in der Regionalliga für Furore sorgen will. Einmal - in der Vorsaison gegen Viktoria Kelsterbach - stand er, der einst als Stürmer begann, sogar zwischen den Pfosten, als Stammkeeper Sebastian Vogl Rot gesehen hatte.

Der Aufsteiger marschierte in der Hinrunde der Saison 2014/15 souverän durch die Hessenliga, hatte bis zur Winterpause einen Vorsprung von 14 Punkten und geriet noch einmal ins Wanken nach nur zwei Zählern aus den ersten sechs Partien Anfang 2015. Am vorletzten Spieltag machten die Überflieger mit dem 3:0-Erfolg beim Absteiger 1. FC Schwalmstadt schließlich ihr Meisterstück. „Dass wir die gesamte Runde nicht so dominieren wie in der Hinrunde, musste allen klar sein. So eine kleine Schwächephase hat jeder Verein einmal“, sagt der 1,90 Meter große Modellathlet. Überaus positiv fällt für Masih Saighani, dessen Dreijahres-Vertrag beim TSV am 30. Juni 2016 endet, das Fazit aus: „Die Saison war erfolgreicher, als wir alle gedacht haben. Als Aufsteiger war unser erstes Ziel der Klassenerhalt. Doch es lief so gut und bekam dann ­eine Eigendynamik. Natürlich hatten wir auch ein Quäntchen Glück in einigen Spielen, die auf der Kippe standen, die wir aber knapp für uns entschieden haben. Hinzu kam die mannschaftliche Geschlossenheit und die individuelle Klasse eines jeden Spielers.“ Das Ziel für die kommende Saison ist klar. „Wir wollen so schnell wie möglich 40 Punkte sammeln, damit wir nicht in den Abstiegskampf geraten. Diese Liga ist ein ganz anderes Kaliber“, sagt der 28-Jährige.

„Wir verstehen uns gut. Er schenkt mir das Vertrauen, das ich brauche, um meine Leistung abzurufen“, lobt der Marburger seinen Trainer Peter Cesto­naro. „Masih ist ein Spieler mit herausragenden Fähigkeiten,“ gibt „Cesto“ das Lob an seinen Schützling, der längst das Image des „jungen Wilden“ abgelegt hat, zurück.

Klar ist auch, dass ohne das Geld, das Roland Kring als Mäzen in den vergangenen Jahren in seinen Heimatverein gesteckt hat, das „TSV-Märchen“ nicht möglich gewesen wäre. „Er ist immer nahe an der Mannschaft dran, ist bei fast jedem Training dabei und hat immer ein offenes Ohr für uns“, sagt Saighani über den Geschäftsführer eines Herstellers von industriellen Bremssystemen.

von Herbert Lenz

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