Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Rücktritt bei Blau-Gelb: Jauernick legt Traineramt nieder

Verbandsliga-Fußball Rücktritt bei Blau-Gelb: Jauernick legt Traineramt nieder

„Es müssen neue Reize gesetzt werden“, begründet „Momo“ Jauernick seinen Rücktritt als Coach der SF BG Marburg, die im letzten Spiel vor der Winterpause auf eine Interimslösung setzen.

Voriger Artikel
Lehnerz verklagt den Hessischen Fußball-Verband
Nächster Artikel
Dolphins mit Rückenwind nach Halle

SF BG Marburgs Coach Maurice Jauernick hat sein Amt niedergelegt.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Bereits am Sonntagabend nach der 1:3-Niederlage gegen die TSG Wörsdorf teilte der 35-Jährige Marburgs Sportlichem Leiter Jan-Peter Troeltsch seinen Entschluss mit, die Reißleine zu ziehen. „Ich sollte eine Nacht darüber schlafen. Für mich war das Thema am Sonntagabend aber schon durch“, sagt Jauernick, der bis Mitte der Woche bei einem Seminar in Dortmund weilte und sich deshalb erst gestern Abend von der Mannschaft verabschiedete.

„Diese Entscheidung ist sehr schade. Wir verabschieden einen untadeligen Sportsmann“, weiß Troeltsch, dass in Jauernick nicht irgendjemand geht: Seit knapp 30 Jahren gehört „Momo“ Jauernick den Blau-Gelben an, ging mit dem Verein durch dick und dünn. „Ich werde nun erst einmal keine Funktion mehr im Verein ausüben, will aber im Fußball aktiv bleiben. Ich fühle mich fit, noch zu spielen. Es hat schon die ganze Zeit im Fuß gejuckt“, gesteht Jauernick, der sich aber auch eine andere Trainertätigkeit vorstellen kann, zunächst aber Abstand brauche.

Kurzfristig traf Jauernick seine Entscheidung zumindest nicht, sie ist das Ergebnis einer sportlichen Talfahrt: Nur 7 von 30 möglichen Punkte holte der Aufsteiger in den vergangenen zehn Partien. Das Abrutschen in Nähe der Abstiegszone war die Folge.

Neue Reize und Impulse für die Mannschaft

„Es müssen neue Reize und Impulse gesetzt werden. Ich habe das Gefühl, dass ich der falsche Mann bin. Der Verein liegt mir zu sehr am Herzen, dass ich am Stuhl klebe. Außerdem hat die Mannschaft das Potenzial, die Klasse zu halten“, meint Jauernick, der auch gesteht: „Es ist sicher ein Problem, dass zu einigen Spielern die nötige Distanz fehlt, wenn man mit ihnen zusammengespielt hat. Das ist gerade in schwierigen Phasen ein Problem.“ Und Troeltsch räumt ein: „Es hat offensichtlich Gräben zwischen Mannschaftsteilen und Trainer gegeben, die ich so nicht erkannt hatte, weil ich längere Zeit wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht so nah am Geschehen war. Deshalb sind wir zu dem Schluss gekommen, dass seine Entscheidung richtig ist.“

SF BG Marburg suchen  nach einer externen Lösung

Gespräche mit potenziellen Nachfolgern wurden noch nicht geführt. Wie Troeltsch durchblicken ließ, soll der neue Übungsleiter aber „nicht aus dem inneren Umfeld“ kommen. „Zumindest haben wir den Vorteil, dass der neue Trainer Zeit hat, mit der Mannschaft zu üben. Ein Schwerpunkt muss da insbesondere auf der Defensivarbeit liegen. 51 Gegentore in 18 Spielen sind nicht hinnehmbar“, weiß der Sportliche Leiter, der die Mannschaft im letzten Spiel vor der Winterpause am morgigen Samstag in Kinzenbach zusammen mit Co-Trainer Christoph Weidenhausen betreuen wird.

Ob morgen überhaupt gespielt wird, ist aber mehr als fraglich. „Unser Rasenplatz ist in einem katastrophalen Zustand. Er gleicht eher einer Sumpflandschaft. Wenn man drüberläuft, tritt an den meisten Stellen Wasser aus dem Boden“, sagte SG-Coach André Weinecker am Mittwoch. Wie SG-Spielausschuss-Obmann Jürgen Lisowski auf OP-Anfrage mitteilte, wird aber frühestens heute über einen etwaigen Spielausfall entschieden. Fest steht: Er käme für Marburg nicht ungelegen.

von Marcello DiCicco

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?