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Royals-Festung hält BC-Sturm stand

BC Pharmaserv Marburg Royals-Festung hält BC-Sturm stand

Nur drei Viertel lang hielten die Marburgerinnen in Saarlouis mit. Bereits in den ersten zehn Minuten hatte sich der Vizemeister jedoch schon abgesetzt.

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Kaum ein Durchkommen gegen die Saarlouiser Verteidigung: Marburgs Tonisha Baker beim  Versuch, zwei Punkte zu erzielen.

Quelle: Melanie Schneider

Saarlouis. Im Jahr 1680 ließ Frankreichs König Louis XIV. an der Saar eine Festung errichten. Und wie eine Festung wirkte der Bereich unter dem Korb der Gastgeberinnen in der Stadt, die den Namen des Sonnenkönigs trägt. An der Abwehr der Saarlouis Royals biss sich die Mannschaft des BC Pharmaserv Marburg 30 Minuten lang die Zähne aus.

„Saarlouis ist ein gutes Defensiv-Team. Das Team hat sehr gut verteidigt. Und wir müssen uns daran gewöhnen, dass man uns so verteidigt“, sagte Marburgs Übungsleiter Patrick Unger nach dem 53:68. „Ich bin vor allem enttäuscht, dass wir heute unser Potenzial nicht abgerufen haben.“

Dafür, dass seine Schützlinge nicht von Beginn an auf dem Feld präsent waren, hatte der 32-Jährige keine Erklärung. Er benannte nur die Symptome: „Am Anfang war unsere Verteidigung nicht gut.“ Und in der Offensive habe seine Mannschaft zu ängstlich begonnen. „Das wurde dann besser. Da haben wir gut gespielt und auch nicht mehr so dumme Würfe genommen.“

BC-Kind nach den ersten zehn Minuten in den Brunnen gefallen

Nach den ersten zehn Minuten war das BC-Kind allerdings schon in den Brunnen gefallen. Nach dem 6:0 bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung bis zur Viertelsirene auf 20:11 aus.

Im zweiten Durchgang kamen die Hessinnen besser in Tritt. Ein Ballgewinn mit erfolgreichem Abschluss durch Kim Winterhoff und ein Dreier durch Svenja Greunke zum 20:26 nach 16 Minuten zeigten, dass das Pharmaserv-Team nicht gewillt war, kampflos die Segel zu streichen.

Auch wenn die BC-Verteidigung nun besser stand, als zu Beginn: Das Abwehrbollwerk der royalen Garde war nur schwer zu knacken. Jede Wurfgelegenheit mussten sich die Gäste hart erarbeiten, um sich dann durch fehlende Konsequenz im Abschluss oft selbst um den Lohn zu bringen.

Nicht nur einmal rauften sich die rund 40 mitgereisten BC-Anhänger die Haare. Gerade einmal 28 Prozent der Marburger Feldwürfe flutschten durch die Reuse.

Unger: "So ein Spiel kannst du verlieren"

Jeweils elf Punkte in den ersten drei Durchgängen waren deutlich zu wenig, um dem Vizemeister an diesem Tag gefährlich zu werden. Der zog Mitte des dritten Viertels gar auf 43:26 davon. „So ein Spiel kannst du verlieren“, sagte Patrick Unger. „Mir war aber wichtig, dass wir noch einmal zurückgekommen sind.“

In der 35. Minute gar bis auf sieben Punkte – dachten die Marburger. Doch ein Korb von Tonisha Baker wurde nicht anerkannt. Warum, klärte der Zeitnehmer später auf OP-Nachfrage auf: Nach einem Marburger Treffer forderte Saarlouis eine Auszeit. Die Spieluhr wurde gestoppt und gehupt. Die Schiedsrichter ließen zunächst weiterspielen und pfiffen erst, nachdem Baker den Ball stibitzt und versenkt hatte. Dass die Punkte nicht zählten, war zwar regelkonform. Aber in der Situation unglücklich und für die Zuschauer undurchsichtig, da auch keine erklärende Durchsage erfolgte.

Die Auszeit kam zur rechten Zeit für die Gastgeberinnen. Die fingen sich wieder und brachten die Partie souverän nach Hause. Auch, weil die Bemühungen des BC, durch schnelle Abschlüsse das Blatt doch noch zu wenden, erfolglos blieben. „Wir dürfen jetzt enttäuscht sein“, sagte Unger. „Aber wir müssen auch schnell wieder nach vorne sehen, aus den Fehlern lernen und weiter jeden Tag hart arbeiten.“

Statistik

Saarlouis – Marburg 68:53 (20:11, 11:11, 14:11, 23:20)

Saarlouis: Adams 7 Punkte / 1 Dreier (3 Assists), Barnert 13/1 (4 Ass., 3 Steals), Brodersen, Costa 6, Dowe 5 (6 Rebounds), Niedola 9 (11 Reb., 3 Ass.), Pohlmann 12/2, Tisdale 16/2.

Marburg: Baker 11/1, Benet 5 (3 Ass.), Gaudermann 5, Greunke 9/1, Köppl, Lee 2, Schaake 6, Thimm 5 (6 Reb.), Winterhoff 2, Yohn 8/1.

Schiedsrichter: Alexander Freiwald, Christian Klaverveld.

Zuschauer: 510.

von Marcus Richter

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