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Lokalsport Ristau verpasst Medaille knapp
Sport Lokalsport Ristau verpasst Medaille knapp
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16:26 11.03.2018
Noemi Ristau zeigte eine gute Vorstellung bei ihrer Paralympics-Premiere und wurde in der Abfahrt Vierte. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
Pyeongchang

Im Ziel fehlten Ristau und Gerkau 1,73 Sekunden zur Bronzemedaille. Nicht viel, sind die Abstände beim Para-Skifahren doch in der Regel größer. Dritte wurde die Belgierin Eleonor Sana, die das Weltcup-Finale im kanadischen Kimberley noch ausgelassen hatte. Von Enttäuschung über die verpasste Medaille aber keine Spur. "Wir sind total zufrieden", sagte Gerkau. "Im Training waren wir noch sechs Sekunden hinten dran. Wir haben uns richtig gesteigert."

Für Ristau war es überhaupt erst der dritte Abfahrtslauf ihrer Karriere. Außerdem hielt die Marburgerin fest: "Die anderen kannten die Strecke schon. Es war klar, dass sie Vorteile haben würden." Ristau und Gerkau hatten dagegen nur einen Trainingslauf und musste sich ansonsten auf Videoanalysen beschränken.

Duell zwischen Farkasova und Knight um Gold

Beim Weltcup in Kanada hatte Ristau mit Guide Lucien Gerkau ihre ersten beiden Abfahrtsläufe überhaupt bestritten. Ein vierter und ein dritter Rang waren im Februar herausgesprungen. Damals kämpften Henrieta Farkasova und Menna Fitzpatrick um den Sieg - einmal mit besserem Ausgang für die Slowakin, einmal setzte sich die Britin durch.

Fitzpatrick spielte diesmal bei der Medaillenvergabe keine Rolle - sie schied aus. Stattdessen übernahm ihre Landsfrau Millie Knight die Rolle der Herausforderin. Bei der letzten Zwischenzeit lag die junge Britin noch in Führung, am Ende gewann die erfahrene Slowakin ihre insgesamt sechste paralympische Goldmedaille. Farkasova benötigte 1:29,72 Minuten. Knight führte bei der letzten Zwischenzeit noch knapp, war im Ziel aber um 0,86 Sekunden geschlagen.

Um Platz drei lieferte sich Ristau, die für die SF BG Marburg und die SSG Blista startet, ein Duell mit Eleonor Sana. Zu Beginn des Rennens fuhr Ristau etwas zu verhalten. Bei der letzten Zwischenzeit hatte die 26-Jährige einen Rückstand von gut zwei Sekunden auf die Belgierin angesammelt. Zu viel für eine Medaille, auch wenn Ristau/Gerkau im unteren Streckenabschnitt noch einmal Gas gaben und Sana 0,3 Sekunden abnahmen.

Super-G in der Nacht zu Sonntag

Vier weitere Chancen auf eine Medaille bleiben Noemi Ristau, die nur noch über ein Restsehvermögen von etwa zwei Prozent verfügt. Bereits in der Nacht zu Sonntag (1.30 Uhr MEZ/ZDF und Eurosport) steht der Super-G an. In Kanada hatte sie in dieser Disziplin ihren ersten Weltcup-Sieg überhaupt geholt. Farkasova war allerdings ausgeschieden. Deshalb bleibt die 26-Jährige vorsichtig: "Ich rechne mir gar nicht so viel aus. Ich bin sehr gespannt und freue mich drauf. Ich werde alles geben." Gerkau sieht schon Medaillenchancen, weiß aber auch: "Mut, Verrücktheit und etwas Glück müssen zusammenkommen."

Am Dienstag (1.30 Uhr und 7 Uhr) geht es mit der Super-Kombination aus Super-G und Slalom weiter. In ihrer Paradedisziplin Slalom startet Ristau am Donnerstag (1.30 Uhr und 4.30 Uhr), bevor am Abschlusstag der Paralympics nächste Woche Sonntag (1.30 und 4.30 Uhr) der Riesenslalom auf dem Programm steht.

von Holger Schmidt