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Lokalsport Eintracht trifft auf Tabellennachbar
Sport Lokalsport Eintracht trifft auf Tabellennachbar
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00:21 26.11.2018
Eine Szene aus dem Hinspiel: Stadtallendorfs Antonyos Celik (rechts) spielt den Ball an SC Hessen Dreieichs Kapitän Nico Opper vorbei.  Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

Abschalten war nach der 0:4-Pleite in Hoffenheim vor zwei Wochen für die Eintracht-Spieler angesagt. Vergangenes Wochenende gab Trainer Dragan Sicaja seinen Schützlingen frei und verzichtete auf ein Testspiel.

„Wir hatten zu viele angeschlagene Spieler“, begründet Sicaja, der in Kapitän Kevin Vidakovics, Alieu Sawaneh und Yannick Wolf nun wieder Spieler an Bord hat, die jüngst noch verletzungsbedingt ausfielen.

„Die Mannschaft wird gegen Dreieich ein anderes Gesicht bekommen“, lässt der Kroate durchblicken – und dies ist auch nötig, wollen die Herrenwälder vor der Winterpause ihre Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt noch verbessern.

„Dass wir ganz da unten stehen, ist sicher nicht nur Pech“, sagt Vidakovics, „allerdings wurden wir auch nicht gnadenlos abgeschossen“. Wie Sicaja blickt der genesene Spielführer „guter Dinge“ auf das Kellerduell.

Starke Bilanz gegen den Club

Zwar hat der amtierende Hessenmeister seit sechs Spielen in Folge zu Hause nicht mehr verloren und unter anderem Spitzenmannschaften wie Saarbrücken, Ulm und Homburg Punkte abgenommen, „aber in Dreieich haben wir bisher immer gut ausgesehen“, gibt Vidakovics zu bedenken.

Tatsächlich hat die Eintracht eine starke Bilanz gegen den Club um Ex-Profi Rudi Bommer vorzuweisen: In den bisherigen fünf Duellen gewann der TSV viermal (zweimal im Hahn-Air-Sportpark) und spielte einmal unentschieden.

„Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Dreieich“, sagt Sicaja. Seine Elf gewann zwar das Hinspiel mit 3:1, im Rückspiel dürfte das Gesicht des SC aber ein anderes sein: In Constant Djakpa (ehemals Eintracht Frankfurt), Kevin Pezzoni, Kai Hesse und Dominic Rau verpflichtete der Aufsteiger Ende August und Anfang September gestandene ehemalige Profis mit Bundes- und Zweitliga-Erfahrung.

„Von deren Niveau profitieren wiederum andere Spieler wie Ljubisa Gavric oder Toni Reljic immens, weil sie das Niveau noch mal anheben. Wir hatten auch Glück, dass sich die Neuen so gut bei uns integriert haben“, weiß SC-Coach Bommer um die Wichtigkeit seiner namhaften Zugänge – wenngleich zumindest Pezzoni weiter an Wadenproblemen laboriert und deshalb gegen den TSV auszufallen droht.

Auch Dreieich steht unter Druck

Bei der Eintracht fehlt der erkrankte Marcel Schott und weiterhin „Mo“ Arifi, der nach einer Syndesmoseband-Operation laut Sicaja „dieses Jahr nicht mehr“ spielen wird. Als „sehr schweres Spiel“, weil sich sein Team gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller oft schwertat, wertet Bommer das Aufeinandertreffen; als „sehr wichtig“ bezeichnet es Sicaja. „Dennoch ist alles möglich.

Dreieich steht auch unter Druck“, gibt der Stadtallendorfer Übungsleiter zu bedenken und hofft, dass seine Elf trotz der Konstellation befreit aufspielt.

Nicht mehr mit von der Partie ist Erdinc Solak. Die Eintracht hat den Vertrag mit ihrem Spielmacher kürzlich auf Wunsch des 28-Jährigen aufgelöst. Familiäre und berufliche Gründe waren ausschlaggebend (die OP berichtete).

„Ich hatte gemerkt, dass ihm der Spagat zwischen Familie, Beruf und Leistungssport schwerfällt, für beide Parteien war dies keine befriedigende Situation“, sagt Sicaja, der erinnert, dass Solak „viel beigetragen“ habe bei den jüngsten Erfolgen.

„Menschlich und sportlich tut sein Weggang sehr weh, denn er war einer der Eckpfeiler der Mannschaft“, sagt Vidakovics, der Solaks Entscheidung ebenso verstehen kann wie Sicaja und nun fordert: „Jetzt müssen alle anderen Spieler ein paar Prozent mehr geben.“

Das wünschen sich auch die TSV-Anhänger, die wieder einen Fanbus einsetzen. „St. Martin ist vorbei! Wir brauchen also keine Laterne mehr“, heißt es auf der Homepage des Vereins. Mit einem Sieg könnte die Stadtallendorfer Eintracht die Rote Laterne in der Regionalliga Südwest heute wieder abgeben.

von Marcello Di Cicco