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Lokalsport Eintracht spielt beim großen Favoriten
Sport Lokalsport Eintracht spielt beim großen Favoriten
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00:18 03.09.2018
Wenn Antonyos Celik (links, hier 2015 gegen Hessen Kassels Tobias Becker) am Sonntag in Mannheim spielt, trägt er nicht mehr das Trikot des SV Waldhof, sondern das der Eintracht.  Quelle: Foto: imago
Stadtallendorf

Antonyos Celik erinnert sich gerne zurück. Ein Jahr lang, in der Saison 2015/2016, spielte der heute 24-Jährige beim SV Waldhof Mannheim. „Ich habe an diese Zeit nur positive Erinnerungen.

Die Fans, die Kulisse im Stadion – und selbstverständlich die Tatsache, dass wir damals Meister geworden sind“, erzählt der gebürtige Gießener im OP-Gespräch. Einzig die Tatsache, dass es damals nicht zum Aufstieg in die 3. Liga reichte, weil die „Buwe“ – nicht das einzige Mal – dann in den Aufstiegsspielen scheiterten, stimmt ihn etwas traurig.

Von der Eintracht zog es Celik 2014 zunächst zur SV Elversberg, von wo er kurz vor dem Ende der Transferperiode im August 2015 nach Mannheim wechselte. Kenan Kocak, derzeit Coach des Zweitligisten SV Sandhausen, trainierte damals den SV Waldhof und „wollte mich schon vorher holen“, 
erinnert sich Celik, der schließlich zu den Kurpfälzern wechselte.

Mit Zuversicht ins Carl-Benz-Stadion

„In diesem Verein bist du sehr professionell beraten, das ist eigentlich keine Regionalliga-Mannschaft“, sagt der Stadtallendorfer Offensivspieler über den ehemaligen Bundesligisten, bei dem er unter anderem mit Michael Fink und Hanno Balitsch zusammenspielte – und auch mit Keeper Markus Scholz und Stürmer Jannik Sommer, die heute noch für „den Waldhof“ spielen.

„Mit Jannik habe ich mich damals sehr gut verstanden. Gelegentlich haben wir noch Kontakt“, verrät Celik, der nur auf acht Liga-Einsätze für den SVW kam. Warum? „Im Winter hatte ich mich an der Achillessehne verletzt.“ Entsprechend schwer war es, danach wieder zu Einsätzen zu kommen – zumal der Erfolg stetiger Begleiter des Teams war. „Wer weiß, ob der Verein mit mir geplant hätte, wenn wir aufgestiegen wären“, sagt Celik, der sich schon vor jener Entscheidung zu einem Wechsel zum schwedischen Club 
 Syrianska FC entschlossen hatte, um menschlich und fußballerisch zu reifen.

Wenn Celik am Sonntag (14 Uhr) im Carl-Benz-Stadion aufläuft, geht es mit der zuletzt zweimal durch Niederlagen gebeutelten Eintracht gegen seinen Ex-Club. Die Vorfreude ist entsprechend groß: „Jeder, der Fußball liebt, freut sich auf solche Spiele. Man fühlt sich einfach sehr professionell“, sagt Celik, der erwartet, dass der SV Waldhof bis zum Ende „oben mitspielt“.

 „Ich würde dem Verein den Aufstieg gönnen.“

Auf einem guten Weg befindet sich der SVW bereits. 16 Tore in sechs Partien sprechen eine deutliche Sprache – und auch der 2:0-Erfolg zuletzt beim amtierenden Meister 1. FC Saarbrücken (der fünfte Sieg in Folge!) war eine klare Ansage der Mannen um Trainer Bernhard Trares. „Die spielen richtig guten Fußball, sind stark im Gegenpressing und immer aktiv. Das machen sie richtig gut, seit Trares dort ist“, lobt Stadtallendorfs Coach Dragan Sicaja den SVW, dem aufgrund der Ausschreitungen im Aufstiegsrückspiel zur 3. Liga gegen den KFC Uerdingen noch ein Punktabzug droht (die OP berichtete).

Während sich Mannheim unter der Woche mit einem 1:0-Sieg im badischen Pokal gegen den Verbandsligisten VfB Eppingen schwertat, lautet Sicajas Erkenntnis nach der Englischen Woche: „Nach vorne fehlen uns noch Durchsetzungsvermögen, Klarheit und Mut. Zudem produzieren wir zu leichte Ballverluste. Da müssen wir ansetzen.“

Ob die Eintracht vor dem Ende des Transferfensters am heutigen Freitag noch mal personell nachlegt, „ist nicht ausgeschlossen“, sagt Stadtallendorfs Sportlicher Leiter Fejz Hodaj. Aber: „Wir befinden uns hier nicht im Ballungszentrum und holen niemanden, damit wir einer mehr sind“, stellt Sicaja klar. „Wenn wir komplett sind, kriegen wir es hin. Wichtig ist zunächst, dass die Mannschaft funktioniert.“

Mannheimer spielen auf hohem Level

Verlassen haben die Herrenwälder die vor der Saison gekommenen, aber in der Regionalliga nie in den Kader gerückten Youngster Luca Hendrich (SV Bauerbach) und Mirco Geisler (Ziel unbekannt). Ebenso ist Valon Ademi (FC Ederbergland) gewechselt. Während in Felix Nolte noch ein Stürmer wegen einer Rot-Sperre gegen die „Buwe“ fehlt, sei Erdinc Solak nach seiner Hüftverletzung weiter auf einem „guten Weg“ (Sicaja).

„Wir haben gegen Mannheim nichts zu verlieren“, gibt Hodaj zu bedenken. „Wir fahren aber nicht dorthin, um Punkte abzugeben. Nach zwei Niederlagen wäre es gut, zu punkten“, weiß der Sportliche Leiter. Auch Celik erwartet eine schwere Aufgabe. „Es ist kein Glücksfall, wenn man es dreimal in die Aufstiegsspiele schafft. Die Mannheimer spielen auf einem hohen Level.“

Dass die Kurpfälzer favorisiert sind, sei klar, aber: „Gegen so eine Mannschaft kannst du nur gewinnen. Wir werden versuchen, alle Emotionen reinzuschmeißen. In der Liga ist jeder schlagbar, aber dafür müssen wir schon einen guten Tag erwischen“, weiß Antonyos Celik.

von Marcello Di Cicco