Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Raffael Gordzieliks Wade macht Titelhoffnungen zunichte

Strongman Raffael Gordzieliks Wade macht Titelhoffnungen zunichte

Das Lkw-Ziehen kam zu früh. Raffael Gordzielik musste sich bei der Deutschen Meisterschaft im Strongman-Sport letztlich Andreas Altmann ausBayern geschlagen geben.

Voriger Artikel
Sportfreunde erarbeiten sich Punktgewinn
Nächster Artikel
Das Überraschungsteam heißt SSV Bottenhorn

Starke Oberarme: Raffael Gordzielik kann sich nach den Titelkämpfen in Ruhpolding nun zweitstärkster Mann Deutschlands nennen.

Quelle: Tobias Hirsch

Ruhpolding. Eine Woche vor den Titelkämpfen in der Biathlon-Arena von Ruhpolding hatte sich Gordzielik im Training beim Ziehen eines Traktors einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Eine Verletzung zur Unzeit. Dennoch war der Gießener Referendar, der in Marburg Jura studierte und früher bei den Marburg Mercenaries Football gespielt hatte, zuversichtlich, Meister werden zu können - sofern die Disziplin Lkw-Ziehen nicht zu früh im Wettbewerb an der Reihe wäre.

Der Wunsch des 30-Jährigen erfüllt sich nicht. Schon das zweite Kräftemessen war das Ziehen eines Lasters. „Das war der Knackpunkt“, sagt Raffael Gordzielik. Die Wade habe zwar - dick bandagiert - gehalten. „Aber ich habe immer etwas gespürt. Das ganze Gewicht reinzulegen, war unmöglich.“ Kopfsache. Und so konnte der 1,97-Meter-Hüne eben nicht seine ganzen 165 Kilogramm in die Waagschale werfen. Letztlich sprang für den Gießener nur der fünfte Platz im Lkw-Ziehen heraus.

Nach zwei Disziplinen in Führung

Dabei hatte der Wettbewerb in Ruhpolding äußerst vielversprechend für Gordzielik begonnen. Beim Viking Press stemmte er das Gewicht von 145 Kilogramm 18-mal nach oben - neuer Deutscher Rekord. „Ich hätte sogar noch mehr Wiederholungen machen können, aber das wäre unnötig gewesen“, sagt er. Zumal sich einer seiner ärgsten Widersacher, Daniel Wildt, beim Viking Press am Knie verletzte und den Wettkampf aufgeben musste. So führte Gordzielik nach zwei Disziplinen zwar immer noch knapp vor Altmann - der Vorsprung war aber nicht so groß, wie er ihn benötigt hätte. „Er hat einen perfekten Wettkampf gezeigt und vier von sechs Disziplinen gewonnen“, sagte Gordzielik anerkennend über seinen Rivalen.

Qualifikation für Champions-League

Reifenflippen und Koffertragen verliefen zwischen den Führenden einigermaßen ausgeglichen. Die Vorentscheidung fiel im Autokreuzheben. „Ich hatte mit mindestens 400 Kilogramm gerechnet, aber bei 380 war schon Schluss“, räumt Raffael Gordzielik ein. „Da bin ich hinter meinen Erwartungen geblieben.“ Altmann siegte in seiner Paradedisziplin, der Gießener wurde nur Fünfter. Da Altmann das anschließende Loading - das Beladen eines Lasters mit schweren Objekten - gewann, stand der neue Titelträger fest.

Ein kleiner Trost bleibt Gordzielik, der nach ausgeheilter Verletzung weitere Turniere und einige Showveranstaltungen im Rahmen von Volks-, Stadt- und Gemeindefesten bestreiten will: Der zweite Platz berechtigt ihn zum Start beim Champions-League-Wettbewerb im Rahmen der nächsten Fitness-Messe Fibo in Köln. Dort wird er sich - wie Meister Altmann aus Bayern und der Drittplatzierte Julian Groth aus Nordrhein-Westfalen - mit den internationalen Größen des Strongman-Sports messen können.

von Holger Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?