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Physis der Blue Dolphins gibt Ausschlag

Frauenbasketball, Bundesliga Physis der Blue Dolphins gibt Ausschlag

Endlich der erste Heimsieg für die Blue Dolphins, die vor allem im zweiten Viertel der Partie gegen die Angels aus Donau-Ries die Grundlage für ihren verdienten Erfolg legte.

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Marburgs Finja Schaake (rechts) behauptete den Ball gegen Melissa Jeltema von den Angels aus
Donau-Ries.Foto: Melanie Schneider

Quelle: Melanie Schneider

Marburg. Mit einer allerdings nur phasenweise überzeugenden Leistung holten sich die Marburgerinnen den ersten Sieg vor heimischem Publikum, das seine Lieblinge in der Schlussminute mit Ovationen feierte.

BC-Coach Patrick Unger hatte unter der Woche den Trainingsschwerpunkt vor allem auf die Defense gelegt, in der er noch einige Defizite ausgemacht hatte. Und das Ergebnis konnte sich am Samstagabend unterm Strich sehen lassen. Wenn sich die Gäste auch im ersten Viertel besonders im Kampf Eins-gegen-Eins unterm Korb der Gastgeberinnen ein ums andere Mal durchsetzen konnten, gelang es ihnen jedoch nicht, sich ein möglicherweise vorentscheidendes Polster zu verschaffen.

Vor allem die schnelle und trickreiche Sidney Parsons sowie Melissa Jeltema und Nayo Raincock-Ekumwe erwiesen sich als Unruheherde, die von Marburg nur schwer zu bändigen waren. Die Blue Dolphins wirkten in Angriff und Abwehr unsortiert. Gleichwohl gab der 18:22-Rückstand zum Viertel-ende noch keinen Anlass für schlimmste Befürchtungen.

„Wir wollen durch aggressive Abwehrarbeit den Gegner zu Fehlern zwingen“, hatte Centerspielerin Lisa Koop noch vor der Partie gesagt. Und dieses Vorhaben ging im zweiten Abschnitt auf. Donau-Ries legte in der Anfangsphase zwar noch einmal auf 26:21 vor. Doch dann folgte ein Marburger Lauf mit 18:0 Punkten. Die Marburgerinnen zeigten, welches Potenzial in ihnen steckt. Ihre Defense funktionierte nun, wie es von Unger gefordert war, schränkte mit aggressivem und offensivem Spiel den Wirkungskreis der Hauptakteure der Angels ein, zwang sie zu unüberlegten Würfen und traf auf der Gegenseite fast nach Belieben. Bestnoten verdienten sich in dieser Phase die vorbildlich rackernde Kapitänin Birte Thimm und Julia Köppl, die ihr Revier mit allem, was sie hatte, erfolgreich verteidigte. Und vorne traf Finja Schaake fast nach Belieben. Der Lohn: eine 39:26-Führung zur Halbzeit.

Doch Donau-Ries gab sich längst nicht geschlagen. Plötzlich war das Team von Trainer Patrick Bär wieder auf sieben Punkte heran, und Unger rief seine Schützlinge nach dreieinhalb Minuten zur Auszeit, in der er offenbar die richtigen Worte gefunden haben musste. Denn die Blue Dolphins fanden nun wieder zu ihrem Spiel und gingen mit einer 57:39-Führung in das letzte Viertel, in dem sie zunächst eine erneute Schwächephase zu überstehen hatten. Die Angels verkürzten bis zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene auf 57:63. In dieser Phase war es Alissa Pierce, die mit fünf Punkten den Vorsprung auf 70:57 vergrößerte, während den Gästen in den Schlusssekunden nur noch eine Resultatsverbesserung gelang.

„Wir haben eigentlich gut mitgehalten. Aber im zweiten Viertel ist die Partie physisch geworden“, sagte Gästetrainer Bär, „Marburg hat dies clever gemacht und das Spiel gekippt.“ Ein Sonderlob hatte er für Julia Köppl: „Sie hat mit hoher Präsenz und einem unglaublichen Willen verteidigt. Und wir hatten keine Antwort darauf.“

„Wenn man gewinnt, ist es schwer, unzufrieden zu sein“, sagte Patrick Unger. Immerhin sei es gelungen, gegen das „offensive Powerhouse“ Donau-Ries nur 61 Punkte zuzulassen. Im zweiten Viertel habe sein Team „das umgesetzt, was wir wollten“. Überdies habe Birte Thimm als „defensiver Anker“ eine überragende Partie in der Abwehr geboten. „Es macht Freude, ihr zuzusehen.“ Aber auch Julia Köppl habe sich die Bestnote verdient, ebenso wie Topscorerin Finja Schaake. „Sie spielt bisher eine unglaubliche Saison.“

„Ich fühle mich gut in diesem Team“, sagte Schaake, „unser Spiel ist noch von einigen Tiefen gekennzeichnet. Wenn wir allerdings so auftreten wie im zweiten Viertel, dann kann uns niemand stoppen.“

„Wir brauchen immer noch eine gewisse Zeit, um ins Spiel zu kommen“, resümierte Birte Thimm, „aber dann funktionieren wir um so besser als Team.“

„Wir sind topvorbereitet in die Partie gegangen“, lobt Julia Köppl die Arbeit des Trainerteams, „der erste Heimsieg ist da, und ich bin zufrieden - auch mit meiner Leistung. Allerdings brauchen wir mehr Konstanz in unserem Spiel.“

von Bodo Ganswindt

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