Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Osman Özdemir: Duell in der Gruppenliga "wäre top"

Fußball: Türk-Gücü-Trainer im Interview Osman Özdemir: Duell in der Gruppenliga "wäre top"

Türk Gücü Breidenbach strebt der Fußball-Gruppenliga entgegen, hat aktuell alles selbst in der Hand. Für Spielertrainer Osman Özdemir könnte es aber auch nach einem Aufstieg in der Kreisoberliga weitergehen.

Voriger Artikel
Hessenliga-Topteams wollen in die Regionalliga
Nächster Artikel
Verband kippt Urteil des Sportgerichts

Osman Özdemir wird im Hinspiel von Gladenbachs Özcan Öcalan (rechts) bedrängt. Der Spielertrainer will mit Türk Gücü Breidenbach Meister der Kreisoberliga werden – und auf dem Weg dahin am Sonntag in Gladenbach punkten.

Quelle: Michael Hoffsteter

Wolzhausen. Die Breidenbacher scheinen aktuell auf dem Weg in Richtung Gruppenliga zu sein. Der Kreisoberliga-Zweite hat gegenüber Spitzenreiter TSV Röddenau bei einem Punkt Rückstand noch zwei Partien mehr zu absolvieren. Eine Klasse höher verbesserte der VfL Biedenkopf zuletzt seine Aussichten durch einen 2:1-Sieg bei Schlusslicht TSV Kirchhain, belegt aktuell aber Abstiegsplatz 13. Für Osman Özdemir steht derzeit das Abschneiden der Breidenbacher im Vordergrund, dort hat der zur laufenden Saison aus Buchenau gekommene Spielertrainer die Verantwortung. Im Interview mit OP-Redakteur Stefan Weisbrod macht der Familienvater dreier Kinder, der in Wolfgruben lebt und als Logistiker bei Siemens arbeitet, aber keinen Hehl daraus, die Entwicklung des VfL aufmerksam zu verfolgen und die Daumen zu drücken. Logisch, wird er doch ab Sommer in Biedenkopf aktiv sein.

OP: Osman Özdemir, vor Saisonbeginn haben Sie einen Platz unter den Top Fünf als Ziel ausgegeben. Dabei hatte die Mannschaft zuvor nur knapp den Klassenerhalt geschafft. Woher kam Ihr Optimismus?

Osman Özdemir: Ich wusste, dass die Mannschaft viel Potenzial hat. Es gab einige Verletzte, auch ansonsten war nicht alles rund gelaufen. Dieses Jahr haben wir etwas mehr Glück, die Jungs hängen sich aber auch voll rein. Dass es so gut laufen würde, hatte ich aber auch nicht erwartet. Im Moment läuft‘s.

OP: In der vorherigen Saison gehörte Türk Gücü zu den offensivschwächsten Mannschaften, liegt jetzt mit schon 60 Toren an der Spitze. Liegt das an Ihnen?

Özdemir: Es ist schwer zu sagen, wie es ohne mich wäre. Aber ich habe schon versucht, in die Offensive Impulse zu bringen, auch einige Tore vorbereitet und ein paar selbst gemacht. Die Mannschaft hat mich gut angenommen als Führungsperson, das funktioniert. Aber defensiv müssen wir wieder konzentrierter arbeiten. Wir haben beim 2:5 gegen Beltershausen fünf Gegentore gekriegt, in den Spielen danach zwar gewonnen, aber nicht zu null gespielt (4:2 bei Silberg/Eisenhausen und 4:1 gegen Buchenau; Anmerkung der Redaktion). Das hat mir nicht gefallen. Ich bin Fan davon, sicher zu stehen.

OP: Neun Spiele hat Ihre Mannschaft noch auszutragen. Das erste davon am Sonntag in Gladenbach.

Özdemir: Ja, und das wird ein ganz schweres. Die Gladenbacher wollen noch mal oben rankommen, dafür müssen sie gewinnen. Das wollen wir nicht zulassen. Aber auch die Spiele danach werden nicht leicht, auch wenn die Gegner nicht oben mitspielen. Wir müssen immer 100 Prozent bringen.

OP: Am letzten Spieltag kommt es in Röddenau zum direkten Duell mit dem möglicherweise härtesten Konkurrenten.

Özdemir: Das kann sein, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Wir müssen abwarten, wie sich alles entwickelt.

OP: Aber Hand aufs Herz: Wer nach drei Viertel der Saison so dasteht, der will doch auch aufsteigen.

Özdemir: Ja, natürlich. Jetzt stehen wir oben und haben alles selbst in der Hand. Jetzt wollen wir Meister werden. Wenn das nicht klappt, wollen wir mindestens auf Platz zwei landen. Jetzt können wir nicht mehr sagen, wir wollen Vierter oder Fünfter werden.

OP: Sie gehen im Sommer nach Biedenkopf, aber der VfL könnte in der neuen Saison eine Klasse unter ihrem bisherigen Team spielen. Was hat den Ausschlag für den Wechsel gegeben?

Özdemir: Ich will nicht mehr als erster Trainer arbeiten, das haben ich dem Vorstand schon im Dezember mitgeteilt. Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben. Die Anfrage aus Biedenkopf hat deshalb gepasst. Dort kann ich spielen und bin Co-Trainer, muss nicht zwingend immer da sein. Das passt einfach besser. Aber es war auf keinen Fall eine Entscheidung gegen Türk Gücü. Es macht viel Spaß mit der Mannschaft, ich komme mit den Verantwortlichen super zurecht und wünsche dem Verein auch für die Zukunft alles Gute. In dieser Saison werde ich alles geben, um unser Ziel zu erreichen.

OP: Sie werden im Juni 36 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch auf dem Platz stehen?

Özdemir: Ich habe viel Spaß am Fußball. Und so lange das so ist und der Körper mitmacht, will ich spielen. Sehr gern noch einmal in der Gruppenliga.

OP: Dafür müssten die Biedenkopfer den Klassenerhalt schaffen.

Özdemir: Ja, das wird nicht leicht, es wird wohl eine enge Sache. Aber ich hoffe, dass es klappt.

OP: Sie haben sich sicherlich bereits mit Ihrer neuen Mannschaft beschäftigt.

Özdemir: Das ist ein junges Team. Ein, zwei Spieler werden wohl gehen, die meisten bleiben. Aber es werden auch neue Spieler kommen. Ich werde mit Abstand der Älteste in der Mannschaft sein.

OP: Ist es denkbar, dass Ihnen der ein oder andere Türk-Gücü-Spieler nach Biedenkopf folgt?

Özdemir: Ich sage keinem Spieler, komm mit mir. Das habe ich bei meinen vorherigen Vereinen auch nie so gemacht. Das könnte die Mannschaft schwächen, das will ich nicht.

OP: Miroslav Emejdi wird Cheftrainer beim VfL. Kennen Sie ihn?

Özdemir: Wir haben vor einigen Jahren zusammen beim FV Breidenbach gespielt. Wir müssen mal gucken, wie die Zusammenarbeit klappt. Die Rollen sind klar verteilt: Er ist der Hauptverantwortliche und ich werde ihn unterstützen, so gut ich es kann.

OP: Gut möglich, dass Sie in der nächsten Saison gegen Ihre aktuelle Mannschaft spielen.

Özdemir: Das stimmt. Am liebsten in der Gruppenliga. Das wäre top.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
De Höhner in der Stadthalle

Kultband „Höhner“ machte Marburg vor 470 begeisterten Fans im Erwin-Piscator-Haus zum Kölner Stadtteil