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Lucas Schäfer fehlt die Fitness

Rudernationalmannschaft Lucas Schäfer fehlt die Fitness

Am Ende einer jeden Saison ruft der Deutsche Ruderverband (DRV) seine Elite in Dortmund zusammen. „Kaderüberprüfung“ wird der Test genannt.
 Lucas Schäfer wird dabei wohl fehlen.

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Lucas Schäfer, hier bei seinem Ergometer-Weltrekord im Forum des Landschulheims Steinmühle, wird bei der Kaderüberprüfung höchstwahrscheinlich nicht antreten können.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es ist ja nicht so, als würde sich Lucas Schäfer drücken wollen. Im Gegenteil: Wer den Ehrgeiz des Gisselbergers kennt, weiß, dass er sich selbst immer höchste Ziele setzt und Herausforderungen stellt. So hat sich der Olympia-Teilnehmer von Rio de Janeiro Anfang des Jahres an einem Weltrekord für Leichtgewichtsruderer versucht auf dem Ergometer – und ihn im Landschulheim Steinmühle über die 6000-Meter-Langstrecke auch aufgestellt.

Nun aber ist der 23-Jährige nicht fit. „So langsam bin ich dabei, mich zu fangen“, sagt Schäfer, der sich nach einem Virusinfekt „ein bisschen angegriffen“ fühlt. Darüber hinaus machen ihm Knieprobleme zu schaffen. Ausgerechnet vor der wichtigen Kaderüberprüfung an diesem Wochenende in Dortmund. Die entscheidet zwar nicht über das sportliche Wohl und Wehe der Athleten, erst recht nicht über die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Aber für die finanzielle Ausstattung der Ruderer ist die Veranstaltung mitentscheidend.

Hoffnungen ruhen auf
 Ergometer-DM in Essen

Anschließend soll sich für Schäfer entscheiden, ob er aufgrund seiner Leistungen in dieser Saison als A-Kader- oder B-Kader-Athlet eingestuft wird. Davon hängt wiederum die Höhe der Fördergelder ab. Von seiner Topleistung ist Lucas Schäfer aufgrund des gesundheitlichen Rückschlags allerdings entfernt. Deshalb wird er die Kaderüberprüfung – Samstag sind 2000 Meter auf dem Ergometer gefordert und Sonntag 6000 Meter auf dem Dortmund-Ems-Kanal – höchstwahrscheinlich auslassen.

„Ich bin im Zwiespalt, ob es Sinn macht“, sagt der Student der Ökotrophologie. „Wahrscheinlich nicht, der Trainingsrückstand ist zu groß.“ Der Verbandsarzt sei im Bilde, erklärt der Ruderer vom Verein RuS Steinmühle weiter, denn ohne einAttest müsse er starten. Stattdessen hofft er, den Ergometertest im Februar bei der Deutschen Meisterschaft in Essen-Kettwig nachzuholen. „Das Ziel ist, einen neuen Bestwert aufzustellen“, sagt der Gisselberger gewohnt selbstbewusst. Seine gewohnte Umgebung hat er auch wieder.

Auf die WM im leichten Doppelzweier hatte er sich mit seinem Partner Jason Osborne bei dessen Trainer Robert Sens in Mainz vorbereitet. Da hatte das Duo das A-Finale und damit das Minimalziel erreicht. „Außerhalb der Saison trainiert jeder an seinem Stützpunkt“, führt Lucas Schäfer aus. Für ihn heißt das: Frankfurt.

Schäfer hat „ein gutes Gefühl“

Ob das so bleiben kann, wird auch die Einschätzung des neuen leitenden Bundestrainers Ralf Holtmeyer zeigen. „Ich glaube, dass wir bei ihm auf offene Ohren treffen“, sagt Schäfer. Im Zuge der Leistungssportreform hatte es seitens des DRV Bestrebungen gegeben, die Ruderer stärker zu zentralisieren. Osborne und Schäfer hätten wie alle Leichtgewichtsruderer in Hamburg zusammengezogen werden sollen. Erst massiver Widerstand der Athleten führte zu einem Kompromiss.

„Ich habe die Hoffnung, dass Ralf Holtmeyer anerkennt, dass wir hier ein Ruderrevier haben, dass Leistungsentwicklungen zulässt“, sagt der Gisselberger. Das Thema Hamburg sei zwar nicht durch, aber er habe „ein gutes Gefühl“. Schließlich müsse es auch den Athleten gut gehen, man könne „nicht einfach umgepflanzt werden“. Seine Leistung wird er dafür bringen müssen – wenn nicht in Dortmund, dann spätestens in Essen.

von Holger Schmidt

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