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Lokalsport Nur eins ist sicher: Unger bleibt Trainer
Sport Lokalsport Nur eins ist sicher: Unger bleibt Trainer
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00:16 08.04.2013
Patrick Unger (links) wird auch in der kommenden Saison als Trainer mit den Spielerinnen des BC reden. Noch offen ist, mit welchen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Unterschrieben ist zwar noch nichts, doch sind sich beide Seiten - der Vorstand des BC auf der einen und Unger auf der anderen - einig. Dies bestätigten Björn Backes, Abteilungsleiter Bundesliga und Finanzen, und Patrick Unger gegenüber der OP. „Es müssen nur noch einige Details, besser gesagt ein paar Kleinigkeiten geklärt werden“, sagt Backes. Unger begründet seinen Entschluss, längerfristig mit dem BC weiterzuarbeiten, so: „Sicherlich war es eine schwere Saison für Marburg und auch für mich als neuer Trainer. Doch hat es zuletzt immer mehr Spaß gemacht, das hat man vor allem am letzten Spieltag gesehen. Jetzt gilt, ein tatkräftiges Team zusammenzustellen.“

Unger habe unter schwierigen Bedingungen wieder Schwung ins Team gebracht. Und die Chemie zwischen den Spielerinnen und ihm hat zuletzt einfach gestimmt. Es gab nicht die leiseste Kritik an seiner Arbeit. Deshalb freuen wir uns alle auf eine hoffentlich lange und erfolgreiche Zusammenarbeit“, ergänzt Backes.

Brauer legt Funktion als Berater ab

Hans Brauer, der Unger bei den „Blue Dolphins“ nach der Entlassung von Trainerin Aleksandra Kojic als Berater zur Seite stand, wird diese Funktion in der kommenden Saison nicht mehr übernehmen. Insofern ist die Stelle des Co-Trainers noch vakant. „Aber auch dort werden wir schnellstmöglich eine gute Lösung finden“, erklärt Backes. Hans Brauer wollte seine Funktion als Berater ohnehin nicht überbewertet wissen: „Ich habe Patrick in einer schwierigen Situation einfach nur den Rücken freigehalten, wollte ihn stärken, weil es für ihn damals Neuland war. Er war jedoch zu 95 Prozent für die sportlichen Belange allein zuständig. Jetzt drücke ich ihm die Daumen, dass er mit dem Team weiter vorankommt“, sagte Brauer. Das Team muss indes noch zusammengestellt werden. Keine leichte Aufgabe für den Vorstand und den Trainer - sowohl sportlich als auch finanziell.

Tina Menz und zwei Amerikanerinnen gehen

Fest steht, dass alle Verträge ausgelaufen sind. Fest steht auch, dass die beiden Amerikanerinnen Samantha Baranowski und Martha White nicht mehr für Marburg auflaufen werden. Vieles spricht dafür, dass sie in den USA bleiben. Und fest steht ein weiterer Abgang: Flügel- und Aufbauspielerin Tina Menz wird aus familiären Gründen zurück in ihre Heimatstadt Jena gehen.

Blieben nur noch acht Spielerinnen übrig: Maggie Skuballa, Natalie Gohrke, Finja Schaake, Amanda Davidson, Nicola Happel, Laura Masek, Kim Winterhoff und Aline Stiller. Wer von ihnen auch künftig das Trikot der „Blue Dolphins“ tragen wird, ist nach derzeitigem Stand noch völlig offen - aber: „Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren. Wir sind guter Dinge, dass das Gros bleibt, denn es gab bereits viele äußerst positive Gespräche“, sagen Backes und Unger übereinstimmend.

Suche nach Spielerinnen

Doch selbst wenn alle Spielerinnen in Marburg bleiben, reicht der Kader bei weitem nicht aus, um ein konkurrenzfähiges Team stellen zu können. Es müssen also weitere Spielerinnen verpflichtet werden - zumindest eine Centerin und eine Aufbauspielerin. Und da der BC Pharmaserv nicht zu den finanzstärksten Clubs der Liga gehört, dürfte es schwer werden, auf dem deutschen Markt fündig zu werden.Dies ist dem Vorstand des BC bewusst: „Klar würden wir gern deutsche Spielerinnen verpflichten. Doch für die Qualität, die wir wollen, müssen wir einiges bezahlen. Und dies dürfte kaum möglich sein. Deshalb spricht vieles dafür, dass wir zwei Amerikanerinnen holen werden. Wir sind bereits seit längerer Zeit dabei, den Markt dort zu sondieren“, sagt Backes.

Sondiert wird auch kräftig der Sponsoren-Markt. Sicher ist nach Aussage von Backes, dass zumindest die, die in der abgelaufenen Saison im BC-Boot saßen, auch in der kommenden dabei sein werden. Ob zu denselben Konditionen, werde noch verhandelt. Darüber hinaus führe der Verein noch diverse Gespräche mit potenziellen neuen Geldgebern.

Sollte sich das finanzielle Engagement der Sponsoren nicht drastisch erhöhen, wird der BC auch seine Ziele entsprechend formulieren. Laut Trainer Patrick Unger klingt das so: „Wir werden diesmal wohl tiefstapeln müssen. In erster Linie geht es für uns um den Klassenerhalt.“ Ganz im Gegensatz zu Vorgängerin Aleksandra Kojic, bei der das Minimalziel immer Playoffs lautete und auch immer erreicht wurde.

von Michael E. Schmidt