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Nur 20 starke Minuten genügen nicht

BC Marburg Nur 20 starke Minuten genügen nicht

Nicht schlecht gespielt, und doch verloren. Gegen den SV Halle reichte es für den BC Marburg am Samstagabend nicht zum Sieg.

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Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Natürlich herrscht nach einer Niederlage zunächst die Enttäuschung“, räumte Marburgs Trainer Patrick Unger nach dem 61:65 gegen die Lions aus Halle ein. Seine Mannschaft habe unterm Strich einen guten Auftritt geboten. „Wir haben mit hoher Intensität verteidigt und nur 65 Punkte von Halle zugelassen.“ Dass die Blue Dolphins dennoch als Verlierer den Platz verließen, schreibt der Coach dem Umstand zu, dass seine Schützlinge im dritten Viertel nachgelassen haben, nicht energisch genug und mit Selbstvertrauen zum Korb des Gegners gegangen sind und Lücken nicht erkannt haben. „Uns fehlt momentan in den kritischen Situationen jemand, der mit Power reingeht. Aber dennoch: Ich sehe uns auf dem richtigen Weg und weiß, dass wir noch etwas erreichen werden – was auch immer das sein mag.“

Tatsächlich begegneten sich in der Georg-Gaßmann-Halle zwei Teams auf Augenhöhe. Die favorisierten Gäste – angetrieben von Jasmine Newsome und der Ex-Marburgerin Julia Gaudermann – hatten im ersten Viertel, wenn auch knapp, stets die Nase vorn. Doch vor allem die erneut stark aufspielende Finja Schaake hielt die Marburgerinnen im Rennen. Am Endes des ersten Viertels hatte Halle nur drei Punkte Vorsprung (16:9).

Im zweiten Abschnitt sahen die Zuschauer eine wesentlich konzentrierter agierende Marburger Mannschaft, die beim 24:23 erstmals an diesem Abend durch Schaake in Führung ging. Kurz zuvor hatte sich auf Seiten des SV Halle Newsome verletzt. Sie sollte nicht mehr eingewechselt werden können. Es folgte eine Phase, in der die Gastgeberinnen infolge von Hektik und Unkonzentriertheiten viele Möglichkeiten ausließen, ihren Vorsprung auszubauen. Halle legte nun wieder vor, führte mit 27:24, ehe sich die Blue Dolphins wieder berappelten und durch Julia Köppl, Schaake und Jennifer Crowder die Halbzeit-Führung von 31:27 markierten.

Michaela Abelova kommt erst spät – aber gewaltig

Im dritten Viertel dann zeigte Marburgs Alissa Pierce, wie wertvoll sie sein kann, sowohl als Spielmacherin wie auch als Scorerin. Beim Stand von 37:31 schien es, als könnte den Blue Dolphins endlich wieder ein Sieg gelingen. Doch just zu diesem Zeitpunkt brachte Halles Trainerin Jennifer Kerns erstmals die Slowakin Michaela Abelova aufs Feld, jene Ausnahmeathletin, die immer in der Lage ist, ein Spiel entscheidend zu beeinflussen. Kerns hatte bis dahin keine Notwendigkeit für ihren Einsatz gesehen, zumal Gaudermann auf deren Position bis dahin „auf einem extrem hohen Level“ gespielt habe. Und Abelova führte sich sogleich mit einem Korb ein. Doch Marburg hielt noch einmal durch Schaake, Tonisha Baker und Pierce dagegen (42:34), agierte dann allerdings im Angriff zu fahrlässig, während die Gäste auf der Gegenseite besser trafen und bis zum Ende des Viertels auf 43:45 verkürzten.

Im finalen Abschnitt bewies Halle seine Klasse. „Wir steigerten uns in der Defense, kamen zurück ins Spiel und machten die wichtigen Punkte“, sagte Head-Coach Kerns. Vor allem Abelova hatte Ruhe in das Spiel der Lions gebracht, nicht zuletzt dadurch, dass sie in den entscheidenden Situationen Verantwortung übernommen hatte und mit der glänzend disponierten Tiffany Porter-Talbert ihr Team mit wichtigen Punkten in Führung brachte. Ihr Dreier zum 63:55 für Halle etwa eineinhalb Minuten vor Schluss bedeutete die Vorentscheidung. Den Blue Dolphins gelang bis zur Schlusssirene – bis auf Ergebniskosmetik – keine passende Antwort mehr.

„Noch in der Halbzeitpause waren wir zuversichtlich, dass heute etwas gehen könne“, sagte Finja Schaake, „doch wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr viele Chancen bekommen. Wir müssen endlich mal wieder über die gesamten 40 Minuten gut spielen.“ Die personelle Fluktuation der vergangenen Tage habe doch für einige Unruhe gesorgt. Gleichwohl sei die Team-Chemie gut. „Dies müssen wir jetzt nur noch auf dem Spielfeld umsetzen.“

von Bodo Ganswindt

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