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Nathalie Pohl schafft Dreiländerquerung in Rekordzeit

Extremschwimmen Nathalie Pohl schafft Dreiländerquerung in Rekordzeit

Gerade hat Nathalie Pohl die Straße von Gibraltar, die Meerenge zwischen Europa und Afrika, in Weltrekordzeit für Frauen durchquert, da ist schon die nächste Herausforderung bewältigt.

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Nathalie Pohl steigt nach der Bodenseequerung aus dem Wasser und freut sich über ihre tolle Zeit von neun Stunden und 19 Minuten.

Lindau. Am Samstag schwamm Nathalie Pohl die Bodensee-Dreiländerquerung ebenfalls in Rekordzeit von neun Stunden und 19 Minuten. „Der Bodensee und ich, das passt einfach. Es war ein grandioser Tag! Schon vor zwei Jahren hat mir das Wasser hier Glück gebracht, und ich bin sehr stolz, dass auch heute hier alles so gut geklappt hat“, sagte die Sportlerin.

Die 21-Jährige legte die rund 35 Kilometer lange Strecke von Lindau in Deutschland über Rorschach in der Schweiz bis hin ans österreichische Ufer bei Bregenz ohne Neoprenanzug zurück. Dabei gab es Schwankungen von über 10 Grad Wassertemperatur, die unter anderem dem eiskalten Rheinzufluss zu verdanken sind. Während auf dem Großteil der Strecke eine durchschnittliche Temperatur von 21 Grad erreicht wurden, fiel das Thermometer am Rheinzufluss auf unter 10 Grad.

Begleitet wurde sie auf der Strecke von zwei Booten, die ihr Team, zwei Observer der Bodenseequerung und den Proviant für diese lange Strecke an Bord hatten. Dabei zeigte Nathalie Pohl mit ihrer Leistung einmal mehr, dass Wasser ihr Element ist - vor allem auf langen Distanzen und in offenen Gewässern.

Bereits 2014 querte die Freiwasserschwimmerin den Bodensee in der Breite schneller als je ein Schwimmer vor ihr. Sie benötigte zwei Stunden und 50 Minuten für die etwa 12 Kilometer von Friedrichshafen nach Romanshorn.

Weiteres Ziel ist die Querung des Ärmelkanals

Oliver Halder, Veranstalter der Bodenseequerung, freut sich, dass Nathalie Pohl erneut zu dieser Aufgabe angetreten ist. „Wir freuen uns immer, wenn begeisterte Langstrecken- und Extremschwimmer hier am Bodensee eine Längs-, Breiten- oder Dreiländerquerung wagen. Wenn es dann noch erfolgreich in Rekordzeit der Fall ist, freuen wir uns umso mehr“, sagte Halder.

Die Dreiländerquerung des Bodensees stellt an die Schwimmer besondere Ansprüche. Zum einen führt sie direkt am Rheinzufluss vorbei, wo eine Menge Treibholz aus dem Gebirge in den See spülen kann. Zum anderen wird der „Flow“, wie Extremschwimmer zur Konzentrationsphase über die lange Distanz sagen, durch ein Zwischenziel, an dem man komplett aus dem Wasser muss, unterbrochen. Dabei muss man dann aus der horizontalen in die vertikale Position, was oftmals zu kurzen Problemen des Kreislaufs führt. Aber genau deshalb hat sich Nathalie Pohl diesen Sport ausgesucht. „Ich will an meine körperlichen Grenzen gehen“, so die 21-Jährige.

Für ihr weiteres großes Ziel, das Durchschwimmen des Ärmelkanals, war die Dreiländerquerung eine sehr gute Erfahrung, da diese von der Distanz her ähnlich ist. Bereits seit zwei Jahren bereitet sie sich durch zahlreiche Wettkämpfe wie dem „New World Harbour Race“ in Hong Kong oder dem „SwimRun“ in Köln auf diese großen Herausforderungen vor. Die Schwimmerin erklärt: „Nach meinen bisherigen Leistungen bin ich zuversichtlich, dass auch die Ärmelkanalquerung erfolgreich sein wird. Dennoch bin ich gespannt, denn das Meer hat seine ganz eigenen Gesetze.“

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