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Nacitas Glanztaten allein reichen nicht

German Football League Nacitas Glanztaten allein reichen nicht

Beim Punktefestival gegen die favorisierten „Hurrikane“ lieferte die Marburger Offensive die bis dato beste Saisonleistung ab. Head Coach Matthias Dalwig blickt zuversichtlich in die Zukunft.

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Eine Szene aus dem Hinspiel gegen die Saarland Hurricanes: Marburgs Silas Nacita (Mitte) behauptet den Ball gegen die Angreifer.

Quelle: Michael Hoffsteter

Saarbrücken. Als absoluter Außenseiter reisten die „Mercs“ am Samstagmorgen zu den Saarland Hurricanes. Als gestärktes Team kehrten sie zurück: zumindest im Angriff. Was die Offensive um Silas Nacita - der eigentliche Running Back lief aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Stamm-Quarterback Holt Claiborne als „Rasengeneral“ auf - leistete, war erstklassig.

„Der Junge hat ein wahnsinnig gutes Spielverständnis. So eine Quarterback-Leistung kriegt kaum ein Running Back hin. Silas kann einfach alles“, lobte Dalwig. Nacita war an jedem einzelnen Touchdown beteiligt. Drei Rushing Touchdowns und ebenso viele Passing Touchdowns.

U19-Eigengewächs Dennis Siebert zeigte bärenstarke Leistung

Die Offensiv-Explosion war aber auch das Verdienst eines 19-jährigen Marburgers. Für gewöhnlich ist Dennis Siebert Quarterback der U-19-Mannschaft. Doch gestern lief das „Eigengewächs“ der Marburger als Wide Receiver auf und zahlte das Vertrauen von Head Coach Matthias Dalwig mit einer bärenstarken Leistung zurück. Sieben Pässe fing der Nachwuchsspieler. Einige davon waren von höchstem Schwierigkeitsgrad. „Das war artistisch wie im Zirkus“, kommentierte Dalwig freudig.

Doch Siebert war nicht der einzige Jungspieler, der einen vorzüglichen Tag erwischte. Left Tackle Moritz Schmidt, der erst vor einem Monat aus der U19 zum GFL-Team gestoßen war, spielte ebenfalls wie von Sinnen. „Als so junger Spieler gegen gestandene Spieler keinen einzigen Fehler zu machen, ist einfach unglaublich“, kam Dalwig aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Insgesamt zeigte sich die Marburger Offensive Line, diese Saison die Achillesferse im Passspiel der Mercenaries, gegenüber den vergangenen Spielen deutlich verbessert.

Saarland gelingt das Comeback

Aber auch Alexander Haupert, der Quarterback der Saarländer, machte ein vorzügliches Spiel und stellte die Marburger Defensive vor massive Probleme. Es war Football auf höchstem Niveau, den beide Offensiven boten. So ging es in Durchgang eins rauf und runter. Und es sah ganz danach aus, als würden sich die „Mercs“ auf der Siegerstraße einordnen.

Doch zwei Touchdowns der Hausherren in den letzten zwei Minuten von Halbzeit eins machten aus einer 28:14-Führung einen Gleichstand. „Klar war das ärgerlich, aber nicht enttäuschend. Wir alle haben gewusst, dass wir mitten im Spiel sind“, sagte Dalwig.

Doch in Durchgang zwei krönten die Hausherren ihre Aufholjagd, gingen in Front und setzten sich schließlich ab. Somit stand es nach dem dritten Viertel 49:35 für die Gastgeber. „Unsere Defensive hatte schlichtweg keine Antwort“, stellte Dalwig klar. Ein Grund dafür war, dass Jesse Hogan und Damon Collins, die beiden US-Imports in der Marburger Defensive, auch im Angriff eingesetzt wurden - eine körperlich sehr fordernde Aufgabe. Im Schlussviertel gelang beiden Teams noch jeweils ein Touchdown.

Dalwig: „Die Leistung stimmt mich zuversichtlich“

Welche Schlüsse zieht Dalwig nun aus dem Spiel? „Es hat gezeigt, dass wir in dieser Saison mit den meisten Teams mithalten können. Das war im vergangenen Jahr nicht der Fall“, sagt Dalwig und fügt hinzu: „Es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzusehen. Viele haben sich im Laufe der Spielzeit unheimlich verbessert. Die Leistung stimmt mich zuversichtlich für die kommenden Partien.“

Wie sich die Offensive im Nachholspiel gegen die Munich Cowboys an diesem Wochenende genau gestalten wird, weiß Dalwig noch nicht. Es hängt davon ab, ob Quarterback Holt Claiborne wieder auflaufen kann. Doch auch wenn er wieder spielt, ist Dalwig geneigt, ihn vorerst als Wide Receiver einzusetzen und Silas Nacita das Werfen zu überlassen. „Warum etwas ändern, was funktioniert hat?“, stellt Dalwig die rhetorische Frage.

von Benjamin Kaiser

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