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„Mussten den Sack früher zumachen“

Fußball, Verbandsliga Mitte „Mussten den Sack früher zumachen“

Raus aus der Ergebniskrise, rein in die Erfolgsspur. Simon Reiprich und Felix Baum stoppen für die Hinterländer den freien Fall und stürzen den VfB Gießen noch tiefer in den Abstiegsschlamassel

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Artistische Lufteinlage: Breidenbachs Thomas Wellner (Mitte) klärt im eigenen Strafraum. Foto: Nick Fingerhut

Quelle: Nick Fingerhut / fin

Breidenbach. Der Bann ist gebrochen, und der Blick in die obere Tabellenregion ist für den FV Breidenbach wieder frei. 42 Tage nach dem letzten „Dreier“ (3:1-Sieg bei der SG Oberliederbach), 30 Tage nach dem letzten selbst erzielten Treffer (1:1 gegen den TSV Bicken durch Robin Bögel), nach drei Remis und der Niederlage in Wörsdorf hat sich der FV Breidenbach sieben Tage vor der Gastspielreise beim Liga-Krösus SC Waldgirmes rechtzeitig auf die Gewinnerstraße katapultiert. Erleichterung pur herrschte gestern im Gunterstal-Stadion nach dem 2:0-Sieg im Mittelhessen-Derby gegen den Abstiegskandidaten VfB Gießen.

In der ersten Halbzeit waren wir spielbestimmend, haben den Ball gut laufen lassen, waren aber nicht durchschlag­kräftig genug, um ein Tor zu erzielen. Beim 1:0 hatten wir etwas Glück. Aber ich denke, die Führung zu diesem Zeitpunkt war verdient. Danach haben wir etwas nachgelassen und mussten bis zur Nachspielzeit zittern. Den Sack mussten wir aber früher zumachen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir gewonnen haben. Ich hoffe, dass wir wieder in die Spur gekommen sind“, atmete FVB-Coach Frank Winkler nach den letzten mageren Wochen ohne einen „Dreier“ tief durch.

Mit dem ersten Warnschuss nach 75 Sekunden leitete FVB-Torjäger Felix Baum eine starke Anfangsphase der Haus­herren ein. Die Gastgeber kombinierten 20 Minuten lang gefällig, doch Baum scheiterte nicht zum ersten Mal am starken VfB-Keeper Fabrizio Bopp. Aber auch die finanziell und sportlich angeschlagenen Rothosen aus der Universitätsstadt, die wieder mit Nino Giuseppe Binz und Andrew Iyasere angetreten waren, suchten ihr Heil in der Offensive, so dass sich die gut 120 Fans trotz des nasskalten Novemberwetters an einem offenen Schlagabtausch erwärmen durften. In der 16. Minute segelte ein Freistoß von Janick Wagner, der viele Ballkontakte und gute Szenen hatte, an Freund und Feind vorbei. Dann, in der 29. Minute, prüfte Baum nach schöner Vorarbeit des stark verbesserten Robin Bögel erneut Bopp, der ins untere Eck abtauchte.

Ein Schussversuch von Philip Michel und ein Kopfball von Mannschaftskapitän Julian Kapitza verfehlten ebenso das Ziel. Danach plätscherte die Partie zwischen den beiden Traditionsmannschaften bis zur Pause dahin. Und nahm ab der 51. Minute dann wieder an Fahrt auf. Unter den Flutlichtmasten des Kunstrasenplatzes fasste sich in besagter Minute Simon Reiprich ein Herz, und sein noch leicht abgefälschter Rechtsschuss aus gut 24 Metern senkte sich hinter dem sich vergeblich streckenden Fabrizio Bopp ins Netz. Nach einer von unzähligen Wagner-Ecken köpfte Baum übers Tor. Die Gäste von der Lahn stemmten sich gegen die drohende 12. Saisonniederlage. Doch die FVB-Abwehr um die überragenden Max-Jakob Hinterlang, Julian Kapitza und Co. ließen hochkonzentriert nichts anbrennen.

Ein Seitfallrückzieher von Iyasere strich übers Tor des zuverlässigen Dominik Geiss. Zwei Minuten vor dem Ende „tanzte“ Felix Baum gleich drei Gegenspieler aus, fand aber erneut in Bopp seinen Meister. Doch in der Nachspielzeit hieß der große Gewinner diesmal Felix Baum, der per Kopf nach einem Wagner-Freistoß aus dem Halbfeld den Dreier per Kopf zum Schlusspunkt „vergoldete“; ein Erfolg, den zuvor Simon Reiprich mit einer vergebenen Großchance verpasst hatte.

Tore: 1:0 Simon Reiprich (51.), 2:0 Felix Baum (90.+1).

Breidenbach: Geiss - Wellner, Brandl, Hinterlang, Kapitza - Wagner, Simon Reiprich, Heinz, Michel - Bögel (90+2 Jan Reiprich), Baum.

Gießen: Bopp - Jang, Proske, Markus Dursun, Apostolou - Elen (86. Hesse), Silik (46. Jost), Eduarddo Dursun, Doerfler - Binz, Iyasere.

Schiedsrichter: Björn Sauer (Netphen).

Zuschauer: 120. Gelbe Karten: Simon Reiprich - Markus Dursun, Elen, Binz.

Beste Spieler: Kapitza, Hinterlang, Wagner, Simon Reiprich - Bopp, Markus Dursun, Apostolou, Silik.

von Herbert Lenz

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