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Motorrad-Trio braucht viel Ausdauer

Rennsport Motorrad-Trio braucht viel Ausdauer

Ein Trio aus Cölbe schickt sich an, die deutsche Motorradrennfahrer-Szene aufzumischen - zumindest aber, beim Langstrecken-Cup Spaß zu haben.

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Die Cölber (von links) Frank Drusel, Marco Klein und Timo Eidam wollen in ihrer ersten Langstreckensaison Erfahrungen sammeln und Spaß haben.Foto: Holger Schmidt

Cölbe. „Nicht nur Dabeisein ist alles“, sagt Frank Drusel, der erfahrenste Fahrer im Team FTM Racing. „Ein gewisser Ehrgeiz ist schon dabei - im Rahmen der Möglichkeiten.“ Inwiefern die Möglichkeiten bei der Rennserie ausreichen, um vorne mitzumischen, werden Drusel (48 Jahre), Timo Eidam (36) und Marco Klein (32) am 4. April erleben. Dann beginnt am Hockenheimring der Deutsche Langstrecken-Cup (DLC) mit dem ersten von insgesamt fünf Rennen. Sobald das erste Team 1000 Kilometer geschafft hat, wird abgewunken und die Platzierungen stehen fest. Knapp sieben Stunden wird es aber bis zur Entscheidung dauern.

Das Cölber Trio mischt auf ihren Suzukis in der Klasse bis 750 Kubikzentimeter mit. „Unser Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln und zu wissen, wo wir stehen“, sagt Frank Drusel, der wie Timo Eidam schon im Classik-Cup gefahren ist. Der DLC ist dagegen eine neue Erfahrung, für den Renn-Debütanten Marco Klein ohnehin. „Wir können als Team agieren und müssen nicht gegeneinander kämpfen“, erklärt der Dachdeckermeister, warum er sich mit seinen Freunden für diese Rennserie entschieden hat. „Wir wollen als Team auftreten und Professionalität an den Tag legen“, betont Tankstellenbesitzer Drusel. Beim DLC, ist er sich sicher, werde zwar ernsthaft, „aber nicht mit den Ellenbogen gefightet“.

Eine Strategie für Hockenheim hat sich FTM Racing auch schon ausgedacht: Alle 20 bis 30 Minuten soll gewechselt werden, Marco Klein ist für den Start vorgesehen. Da die etwa 70 Teams gleichzeitig nach dem Le-Mans-Prinzip starten, wird er sich sputen müssen. Denn der Startfahrer rennt von der Boxengasse los und schwingt sich auf das Zweirad, das von einem Teamkollegen festgehalten wird. Über die Startposition entscheidet darüber hinaus - wie bei Motorrad-Weltmeisterschaften auch - das Qualifying. Alle drei Fahrer haben 15 Minuten Zeit, die beste Runde des schnellsten Fahrers wird gewertet.

Auf die Idee, Rennen zu fahren, sind die Freunde gekommen, weil es ihnen auf der Straße zu gefährlich wurde. Was angesichts des Geschwindigkeitsrauschs bei Rennen zunächst merkwürdig klingt. Aber, erklärt Marco Klein: „Es gibt keine langsamen Fahrzeuge in Kurven, es gibt keinen Gegenverkehr, keine Bordsteine, keine Leitplanken.“ Auch der Feuerwehrbeamte Timo Eidam sieht darin einen Vorteil gegenüber dem Fahren im Straßenverkehr: „Man kann schnell und relativ sicher fahren. Auf der Rennstrecke kann man dem Motorrad freien Lauf lassen.“

Die Fahrten zu den Rennen sind für die drei Cölber gleichzeitig Familienausflüge. Zum Hockenheimring geht es - wie später nach Most (Tschechien), Assen (Niederlande), zum Lausitzring und nach Oschersleben - mit dem Wohnwagen. Gut 800 Euro wird das Trio als Startgebühr für das Auftaktrennen berappen müssen. Zu gewinnen gibt es eigentlich nichts. Außer Pokalen, die aber in der ersten Saison unerreichbar sein dürften. „Und Anerkennung“, wie Frank Drusel meint. Dafür spulen die Cölber 3000 bis 4000 Trainingskilometer im Jahr ab. Am 4. April wird es dann ernst. „Die Vorfreude ist groß“, sagt Frank Drusel.

von Holger Schmidt

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