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Mit dem Tokio-Schwung nach Cottbus

Kunstturn-Bundesliga Mit dem Tokio-Schwung nach Cottbus

Mit einem Sieg in Cottbus könnten die Kunstturner der KTV Obere Lahn am Samstag (16.30 Uhr) den Bundesliga-Klassenerhalt praktisch perfekt machen und gleichzeitig dieChance auf den Einzug ins Finale wahren.

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Gewohnt stark zeigte sich Fabian Hambüchen in Tokio an seinem Paradegerät, dem Reck. In Cottbus soll er die KTV Obere Lahn zum nächsten Bundesliga-Sieg führen. Foto: imago

Quelle: imago sportfotodienst

Biedenkopf. Die Voraussetzungen für einen Sieg in der Lausitz sind gut, denn das Team aus Biedenkopf kann in Bestbesetzung antreten. Auch Fabian Hambüchen, der beim klaren 47:18-Erfolg gegen die Siegerländer KV wegen seiner internationalen Verpflichtungen gefehlt hatte, wird wieder dabei sein. Der KTV-Star nimmt sicherlich den Schwung aus Tokio mit, wo er vor zwei Wochen den Weltcup-Gesamtsieg feierte. „Ich bin super glücklich. Es war ein geiler Mehrkampf, mein bester seit der WM in Antwerpen“, sagte Hambüchen. 90,231 Punkte holte der 26-Jährige - besser war nur Weltmeister und Olympiasieger Kohei Uchimura (92,898) bei seinem Heimspiel. Für Hambüchen reichte Platz zwei, um in der Gesamtwertung mit Daniel Purvis gleichzuziehen und sich mit dem Briten die Siegprämie von 45000 Franken zu teilen.

Nachdem Hambüchen noch eine Woche mit der asiatischen Konkurrenz geturnt hat, ist er nun wieder in Deutschland, um der KTV Obere Lahn zu helfen. „Er hat in Tokio einen Top-Wettkampf geturnt“, sagt KTV-Cheftrainer Albert Wiemers, der mit seinem Schützling telefoniert hatte. Für seine neue, schwierigere Bodenübung hatte Hambüchen in Japan 15,533 Punkte eingeheimst - bei seinen beiden Bundesliga-Wettkämpfen in dieser Saison hatte er die 15-Punkte-Marke nicht geknackt. Am Reck bekam Hambüchen für seine Darbietung (D-Note 7,1) 15,866 Punkte.

Mit diesen Werten sollten die Hinterländer in Cottbus klar im Vorteil sein - egal, in welcher Aufstellung die Gastgeber antreten werden. Denn bei der klaren Niederlage in Stuttgart war der solide, aber keinesfalls herausragende Ukrainer Oleksandr Suprun der einzige Ausländer in Reihen der Lausitzer. Der Grieche Eleftherios Kosmidis (Boden, Sprung) und der Ukrainer Vitalii Arseniev (Pferd) fehlten aufgrund der Vorbereitung auf die Europameisterschaft.

Auch die Krim-Krise hat Auswirkungen auf die Cottbuser Mannschaft. So wurde der ukrainische Trainer Roman Zozulja von der ukrainischen Armee eingezogen.

Derlei Probleme plagen die KTV Obere Lahn nicht. Im Gegenteil: „Wir werden vollzählig und in optimaler Besetzung antreten können“, sagt Albert Wiemers. Auch der Weißrusse Andrey Likhovitskiy und der Ukrainer Yevgen Yudenkov werden die Reise an die deutsch-polnische Grenze antreten. Felix Wiemers, gegen die Siegerländer am Sprung eingesetzt, gehört ebenfalls dem Aufgebot an.

Albert Wiemers nimmt die Favoritenrolle an: „Wir wollen versuchen, die theoretische Chance auf das Turnfinale zu wahren. Dafür ist es notwendig, gegen Cottbus zu gewinnen.“ Oberste Priorität ist es, keine Fehler zu machen. „So‘n Seitpferd ist manchmal bockig“, veranschaulicht der Trainer.

Genau beobachten wird Wiemers die Nachwuchsturner der Cottbuser. „Ich bin gespannt, wie die das an den einzelnen Geräten austüfteln werden“, sagt der Trainer. Marc Krause etwa, ein 20-jähriges Talent, war mit sieben Punkten in Stuttgart bester Cottbuser. „Er ist ein Nachwuchsmann, der viel Potenzial hat“, sagt Wiemers. „Er kann die Etablierten aber nicht an allen Geräten ersetzen.“

Kunstturn-Bundesliga: MTT Chemnitz/Halle - KTV Straubenhardt (Sa., 15 Uhr), Siegerländer KV - TV Wetzgau (Sa., 16 Uhr), SC Cottbus - KTV Obere Lahn (Sa., 16.30 Uhr), MTV Stuttgart - TG Saar (Sa., 17 Uhr).

von Holger Schmidt

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