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Mildere Strafen für SV Emsdorf

Verbandsgericht hebt Urteil auf Mildere Strafen für SV Emsdorf

Die Szenen nach dem Spiel in der Kreisliga A Marburg zwischen dem SV Emsdorf und dem FSV Sterzhausen waren erneut Thema in einer ­Berufungsverhandlung vor dem Verbandsgericht.

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Grünberg. Einiges Aufsehen erregten die Vorkommnisse am Ende der A-Liga-Partie SV Emsdorf – FSV Sterzhausen vom 11. August. Als der Schiedsrichter das Spiel abpfiff, nachdem ein Eckstoß in der Nachspielzeit im Aus gelandet war, kam es zu verbalen Attacken und angeblichen Handgreiflichkeiten gegen den Unparteiischen, der unter Schutz vom Platz geleitet werden musste (die OP berichtete). In dieser Szenerie spielte ein Emsdorfer Kicker die Hauptrolle. Der junge Mann beleidigte den Unparteiischen und soll ihn gar körperlich traktiert haben. Überdies spielte ein Mitglied des Vereins eine unrühmliche Rolle, weil es den Schiedsrichter mit Worten bedroht haben soll.

Die Angelegenheit ist vor dem Kreissportgericht, das unter dem Vorsitz von Rolf Usinger steht, verhandelt worden. Grundlage für die Erörterung waren die Schilderung des Schiedsrichters, die Einlassungen der Beteiligten und die Aussagen von Zeugen.

Verein machte von Berufungsmöglichkeit Gebrauch

Unterm Strich sah es das Sportgericht als erwiesen an, dass die Schilderungen des Schiedsrichters den Tatsachen entsprochen haben. Es verhängte mehrere Strafen und zwar gegen den Verein SV Emsdorf, einen seiner Spieler und einen Vereinsfunktionär.  Der SV Emsdorf erhielt einen Abzug von drei Punkten und eine Geldstrafe von insgesamt 250 Euro. Gegen den Spieler wurde eine Sperre für 30 Pflichtspiele festgelegt, und das Mitglied des SV erhielt ein einmonatiges Platzverbot, das inzwischen abgelaufen ist, und eine Geldstrafe von 100 Euro.

Der Verein machte von seiner Berufungsmöglichkeit Gebrauch, sodass sich das Verbandsgericht unter Vorsitz von Horst-Günther Konlé noch einmal des Sachverhaltes annahm, um ihn abschließend zu beurteilen. Das Gericht hob das Urteil aus erster Instanz auf und entschied wesentlich milder als das Kreissportgericht. Die Geldstrafe für den SV Emsdorf wurde auf insgesamt 175 Euro reduziert. Der Spieler muss nur noch eine Sperre von 14 Pflichtspielen „abbrummen“, und die Platzsperre für das Vereinsmitglied wird aufgehoben, seine Geldstrafe auf 50 Euro reduziert.

Das Gericht betonte unter anderem die folgenden Aspekte:

  • Das schuldhafte Verhalten von Spieler und Vereinsfunktionär ist unstrittig. Den Schilderungen des Schiedsrichters ist Glauben zu schenken, wenngleich der beschuldigte Spieler bestreitet, den Unparteiischen  am Arm gezogen zu haben.
  • Der Spieler hat mit seinem Verhalten den Tatbestand der Bedrohung  und Beleidigung erfüllt, was eine Einzelstrafe von einer Sperre für vier Pflichtspiele rechtfertigt. Die Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter wird gemäß Strafordnung mit zwölf Spielen Sperre geahndet. Die Gesamtstrafe wurde auf 14 Spiele zusammengefasst. Zugunsten des Beschuldigten wurde berücksichtigt, dass kein Folgeschaden eingetreten sei und er sich bislang noch nichts hat zuschulden kommen lassen.
  • Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Vereinsmitglied wegen unsportlichen Verhaltens zu bestrafen, eine Beteiligung an den unsportlichen Handlungen gegen den Schiedsrichter nach der Partie aber nicht nachzuweisen sei.
  • Schließlich ordnete das Verbandsgericht die Vorfälle nicht als Ausschreitungen ein, wie es das Kreissportgericht getan habe, sondern wies darauf hin, dass es zu keinen tätlichen Auseinandersetzungen gekommen sei. Der Verein SV Emsdorf wird  nach Paragraf 39a der Strafordnung nur mit einer Geldstrafe belegt. Von einem Abzug von drei Punkten ist keine Rede mehr.

von Bodo Ganswindt

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