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Milano Michel: "Mein Vater ist mein größter Kritiker"

Spieler der Woche Milano Michel: "Mein Vater ist mein größter Kritiker"

Der 18-jährige Milano ­Michel setzte sich bei der Wahl deutlich gegen vier Mitbewerber durch. Seinen Erfolg verdankt er auch seinem Vater, der jedes seiner Spiele mit kritischem Blick verfolgt.

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Milano Michel (links, im Spiel gegen den VfB Marburg beim „Meier-III-Cup“) bereitete für Michelbach zwei Tore vor und traf einmal selbst.

Quelle: Thorsten Richter

Michelbach. Milano Michel hält drei Sekunden inne, blickt angestrengt in die Ferne und streicht sich kurz durch den Bart. Er denkt nach. Ob die Kritik seines Vaters ihn je gestört habe? „Nein, er will mir ja nur helfen“, sagt er schließlich.

Dass Nikla Michel stets zusieht, wenn das zweite von vier Kindern die Fußballschuhe schnürt, begrüßt Milano. „Mein Vater ist mein größter Kritiker. Dafür bin ich dankbar“, meint der 18-Jährige. Die Unterstützung und das Interesse begrüßt er. Peinlich, wie man es bei einem jungen Mann seines Alters vielleicht erwarten könnte, sei ihm das überhaupt nicht.

Der Aufstieg in die Gruppenliga ist das Ziel

Es ist keineswegs der Fall, dass Milano Michel erst nach dem Spiel von seinem Vater Kritik einstecken muss. Das kommt spätestens in der Halbzeitpause. „Er sagt mir dann ganz klar, was ich in der zweiten Hälfte besser machen muss und findet manchmal harte Worte“, erzählt Milano und fügt an: „Manchmal, wenn ich ganz schlecht spiele, schreit mein Papa auch während des Spiels, um mich aufzurütteln.“ Vaters Stimmegehe auch bei einer größeren Kulisse nicht unter. „Seinen Schrei würde ich auch aus 70000 Menschen heraushören“, lacht Milano.

An der Leistung seines Sohnes am vergangenen Spieltag hatte Nikla Michel aber wohl kaum etwas auszusetzen. Denn Milano, Stürmer und Neuzugang beim Kreisoberligisten TSV Michelbach, zeigte am Sonntag seine Qualitäten, als er beim 3:0 gegen die SF BG Marburg II einen Treffer erzielte und zwei Tore vorbereitete.

Was er in dieser Saison mit dem TSV Michelbach erreichen will, weiß er. „Wir wollen in die Gruppenliga aufsteigen“, sagt er. Die Koordinaten für den Kurs in die höhere Klasse scheinen zu stimmen. Nach drei Spieltagen steht Platz eins in der Kreisoberliga Nord zu Buche.

In Sachen Beruf ist der Kurs noch unklar. Milano besucht die Kaufmännischen Schulen Marburg. Momentan genieße er nur die Schulferien. Aber im Sommer 2017 wird es für ihn ernst. Dann muss er entscheiden, was er abseits des Fußballplatzes mit seinem Leben anfangen will. Ausbildung oder vielleicht sogar Studium? „Ich habe noch keine Ahnung“, gesteht er. Doch egal, wo ihn sein beruflicher Weg hinführt - für ihn ist klar: „Ich will irgendwann auf jeden Fall hochklassig spielen.“ Möglichst mit Michelbach, wo er sich sehr wohl fühle und herzlich aufgenommen worden sei.

von Benjamin Kaiser

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