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Mercenaries kämpfen bei 20:49 tapfer

German Football League Mercenaries kämpfen bei 20:49 tapfer

Erst vor drei Wochen unterlagen die "Söldner" den Schwäbisch Hall Unicorns im Hinspiel 25:56. Am Sonntag zeigten die Marburger eine bessere Leistung, mussten sich jedoch erneut dem Meisterkandidaten beugen.

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Zeit zum Werfen hatte Marburgs Holt Claiborne (Mitte) nicht. Die Schwäbisch Hall Unicorns machten Jagd auf den Mercenaries-Quarterback und zwangen diesen zum Laufen.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Anzeigetafel wies die Schwäbisch Hall Unicorns als das überlegene und reifere Team aus. Im Gegensatz zu den „Söldnern“ sind die „Einhörner“ gespickt mit Nationalspielern. Ein Team, das für die Marburger nicht als Maßstab angelegt werden sollte. Gerade deshalb zeigte sich Head Coach Matthias Dalwig über die Leistung seiner Schützlinge erfreut. „Wir haben uns gewehrt, und es hat Spaß gemacht zuzusehen“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Er hatte Recht. Vor 850 Zuschauern im Georg-Gaßmann-Stadion boten die „Mercs“ dem Tabellenführer der GFL Süd in der Tat nach allen Kräften Paroli.

Die Partie begann überraschend und vielversprechend für die Hausherren. Die Offensive um Quarterback Holt Claiborne bewegte den Ball bei ihrem ersten Ballbesitz vorzüglich. Eine Kombination aus Läufen und Pässen über mittlere Distanz brachte die Mercenaries bis an die gegnerische Endzone. Den Ballbesitz veredelte der „Rasengeneral“ der „Söldner“ höchstpersönlich. Claiborne tankte sich aus kurzer Distanz mit einem beherzten und energischen Lauf in die Endzone durch. An ihm hingen drei Haller Defensivspieler - die überraschende 6:0-Führung für die Hausherren. Der fällige Extra-Punkt gelang den Hausherren nicht. Der Vorsprung währte jedoch nur kurz. Denn die Offensive der „Einhörner“ galoppierte ihrerseits übers Feld und erzielte keine zwei Minuten nach dem ersten Touchdown des Spiels die Führung. Diese sollten die Gäste nicht mehr hergeben.

Während das Hinspiel vor drei Wochen bereits beim Pausenstand von 7:35 für die Marburger verloren gewesen war, gestalteten die „Söldner“ die gestrige Partie offener. Marburgs Defensive stand meistens besser bei den Gegenspielern, als es noch bei der 25:56-Pleite der Fall gewesen war, und ließen so gut wie keinen tiefen Pass zu. Tiefer Pässe bedurfte es der Haller Offensive jedoch nicht, um den Ball zu bewegen. Zweimal hatte Schwäbisch Hall das Angriffsrecht, zweimal griff das präzise und daher berüchtigte Kurzpassspiel zwischen Quarterback Marco Ehrenfried und seinen laufstarken Wide Receivern. Die Gäste legten so den Grundstein für die 21:6-Halbzeitführung.

Halls hungrige Hunde

Die Marburger Defensive Backs, die ohne den verletzten Daniel Katusic und den gesperrten Damon Collins auskommen mussten, hatten über die gesamte Spielzeit alle Hände voll zu tun. Vor allem Cornerback Markus Boeck hatte einen schweren Stand. Ihm fiel die undankbare Aufgabe zu, Wide Receiver Aurieus Adegbesan zu decken. „Der Junge ist bestimmt drei Meter groß“, hatte Matthias Dalwig im Vorfeld gescherzt. Nicht ganz. „Nur“ 2,08 Meter. Zwei Touchdown-Pässe pflückte der Hüne am Sonntag aus der Luft.

Mitte des dritten Viertels fragte sich ein Zuschauer laut: „Kann Marburgs Quarterback auch werfen?“ Im ersten Augenblick eine rhetorische Frage. Im zweiten jedoch eine, auf die Quarterback Holt Claiborne auf dem Feld nur selten die richtige Antwort fand. Denn abgesehen vom ersten Ballbesitz, der die Marburger in Front gebracht hatte, ging bei den „Mercs“ durch die Luft fast nichts. Der Grund: Halls Verteidigung ließ die Hunde von der Leine. Als besonders hungrig erwies sich US-Import Devin Benton, der Holt Claiborne bei fast jedem Spielzug zusammen mit dem Rest des Defensiv-Rudels jagte. Dabei brachen die starken Haller Defensive Linemen besonders in der Mitte der Marburger Offensive Line durch. Die Guards der „Söldner“ bezahlten häufig Lehrgeld. So war Holt Claiborne bei fast jedem Spielzug gezwungen, mit dem Ball zu laufen. Zu eindimensional und nicht genug gegen die Haller Defensive. „Die Probleme in der Offensive Line sind kein Geheimnis. Aber Hall ist auch sehr stark“, erklärte Linebacker-Coach Cesare Vanucci.

Halls Offensive zog stoisch ihr Kurzpassspiel auf, das ab und an mit cleveren Läufen kombiniert wurde, und erarbeitete sich im dritten Viertel ein komfortables 35:6-Polster. Danach schnupperten mehrere Reservespieler beider Teams GFL-Luft, und beide erzielten je noch zwei Touchdowns zum Endstand.

von Benjamin Kaiser

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