Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Mengsberger nach spätem Doppelschlag obenauf

Fußball, Verbandsliga Nord Mengsberger nach spätem Doppelschlag obenauf

Zwei Treffer in der Nachspielzeit retten den Mengsbergern drei Punkte. Aufgrund ihrer Steigerung nach der Halbzeitpause nicht unverdient.

Voriger Artikel
Ein völlig verrücktes viertes Viertel
Nächster Artikel
Wir haben förmlich darum gebettelt

Alexander Wesner (Mitte) vom TSV Mengsberg gewinnt ein Kopfballduell gegen Vellmars Tor­schützen Lukas Illian.

Quelle: Andreas Schmidt

Mengsberg. Fünf Minuten Nachspielzeit hat Schiri Johannes Frohnapfel gerade anzeigt. Ecke von links für die Gastgeber. Gewusel und Gestochere im Torraum. Die Vellmarer Abwehr bekommt den Ball nicht weg. Der springt Dardan Rama vor die Füße. Und der hält drauf. Drin. 2:1. Die Erlösung für den TSV.

„Am Jubel hat man gesehen, wie sehr uns das Tor befreit hat. Vorher haben wir ja auch ein bisschen Glück gehabt“, sagte Alexander Wesner vom TSV.

In der 94. Minute verwertete Philipp Kloske noch einen Konter. Daniel Hainmüller hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt und Kloske mit einem herrlichen Trickpass bedient.

„Nach der zerfahrenen ersten Halbzeit haben wir mehr investiert und am Ende doch verdient gewonnen“, sagte Kloske.

Dieser Erfolg war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Zwar gehörte der Heimelf die erste Viertelstunde. Der Lohn: die Führung durch Kloske. Aus rund 25 Metern verwandelte er nach acht Minuten einen direkten Freistoß. Doch danach übernahmen die Gäste aus dem Kasseler Vorort immer mehr das Kommando. In Hälfte eins verzeichneten sie doppelt so viele Torschüsse wie Mengsberg. „Laufbereitschaft und Zweikampfstärke haben bei uns gefehlt. 50 Prozent reichen einfach nicht“, klagte TSV-Trainer Mario Selzer.

Vellmar stand hinten gut und machte die Räume eng. In der 43. Minute vergab Lukas Illian noch die bis dahin beste Gelegenheit der Partie. Sein Schuss zwang TSV-Keeper Tobias Girschikofsky zu einer spektakulären Flugeinlage. Nur eine Minute später war er aber machtlos. Nach einer Flanke von rechts durch Justin Schumann schob der zuvor noch glücklose Illian das Leder überlegt zum Ausgleich ins lange Eck.

In der Kabine mussten sich die Mengsberger dann einiges anhören: „Auch ohne das 1:1 hätte die Mannschaft ihren ‚Föhn‘ abbekommen“, sagte Selzer. „Die erste Halbzeit war eine richtige Katastrophe. Wir haben null Prozent von dem gemacht, was wir uns vorgenommen hatten.“

Der Coach hatte offenbar die richtigen Worte gefunden. Den Gastgebern war nach Wiederbeginn anzumerken, dass sie gewillt waren, sich jetzt richtig reinzuhängen.

Doch zunächst eine Schrecksekunde. Unmittelbar nach Wiederbeginn rannte Lukas Illian den TSV-Schlussmann über den Haufen. Dafür gab‘s vom guten Unparteiischen Gelb. Während der vierminütigen Behandlungspause lief sich Ersatzkeeper Lukas Fischer schon warm. Doch Girschikofsky konnte weitermachen.

Die 160 Zuschauer erlebten eine muntere zweite Halbzeit mit Torraumszenen im Fünf-Minuten-Takt - wenngleich auch meist nicht wirklich zwingend.

Die spielentscheidende Szene dann in der 84. Minute, darin war sich OSC-Trainer Rainer Rethemann mit seinem Gegenüber einig: Nachdem er nur vier Minuten zuvor bereits verwarnt worden war, stieg Vellmars Kapitän Serhat Bingül im Mittelkreis überhart gegen Mike Kleinmann ein. Die Folge: Gelb-Rot. In Überzahl drängte der TSV nun auf die Führung, musste mit dem Jubeln aber noch eine ganze Weile warten.

„Es tut mir richtig leid für die Mannschaft. Wir haben gut gekämpft, viel investiert und stehen wieder mit leeren Händen da“, sagte Vellmars Übungsleiter nach der vierten Niederlage in Folge. Sein Hauptproblem: „Uns fehlt definitiv ein richtiger Stürmer.“

Einen gelungenen Ausstand feierte Alexander Wesner. Der TSV-Verteidiger legt ein Auslandssemester in Australien ein: „So einen guten Abschluss habe ich mir gewünscht. Vielleicht nicht mit so viel Dramatik.“

Tore: 1:0 Philipp Kloske (8.), 1:1 Lukas Illian (45.), 2:1 Dardan Rama (90.+1), 3:1 Kloske (90.+4). TSV Mengsberg: Girschikofsky - Kleinmann, Rama, Dingel, Hainmüller, Wesner, Möller, Kloske, Reitz (77. Sanzone), Kleinmann (65. M.Fischer), Schmidt (65. Fydrych). OSCVellmarII: Geschwind - Schumann, Matzenmiller, Igel, Bingül, Schweitzer, Illian, Schnell, Mand, Wenzek (85. Leck), Hochheimer. Schiedsrichter: Johannes Frohnapfel (Neuhof). Zuschauer: 160. Gelbe Karten: Kleinmann, Fydrych / Illian, Bingül, Schnell. Gelb-Rot: Bingül (84. wdh. Foulspiel). Beste Spieler: Dardan, Wesner, Kloske / Illian, Schnell, Mand.

von Marcus Richter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?