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Lokalsport Eckelshausen steigt im vierten Anlauf auf
Sport Lokalsport Eckelshausen steigt im vierten Anlauf auf
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00:16 26.06.2018
Der SV Eckelshausen jubelt über den Aufstieg in die Kreisoberliga. Quelle: Melanie Weiershäuser
Eckelshausen

Als der SV Eckelshausen am drittletzten Spieltag mit einem 3:0-Sieg gegen Angelburg die Meisterschaft unter Dach und Fach brachte, da brauchte Harald Schiebel einen Moment, um den Erfolg zu realisieren. „Man fragt sich dann schon dreimal, ob es wirklich wahr ist“, erzählt der Sportliche Leiter, „aber natürlich war die Freude unermesslich groß“.

Für den SVE war es die vierte Saison nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga – und damit der vierte Anlauf, wieder den Sprung nach oben zu schaffen. Dieses Ziel hatte der Verein mehr oder weniger offensiv vor jeder Spielzeit kommuniziert. Doch in der Vergangenheit war Eckelshausen immer recht knapp gescheitert.

Die Mannschaft wurde Sechster, Dritter, im vergangenen Jahr sogar Zweiter. Erst in der Relegation gegen Beltershausen war Schluss. Jedes Mal fehlte ein Tick zum erhofften Aufstieg. In dieser Saison war das anders. „Zum ersten Mal hatte ich den Eindruck, dass wir eine richtige Mannschaft waren“, sagt Trainer Steffen Löffler. Und das mit einem Kader mit gerade einmal 13 Spielern für die erste Mannschaft.

Das Team spielte sich in einem 4-2-3-1-System ein, brillierte nicht nur wie gewohnt in der Offensive, sondern wurde endlich auch defensiv stabiler – ein Problem der vorherigen Spielzeiten. Löffler rotierte kaum, ließ gerade in der Rückrunde oftmals dieselbe Elf von Beginn an ran.

Schwierigkeiten hatte es eigentlich nur ganz zu Beginn der Saison gegeben. Eckelshausen holte lediglich zwei Siege aus den ersten vier Spielen – zu wenig für die Ansprüche des SVE.

„Das hatte sicherlich mit der kurzen Sommerpause zu tun, die wir durch die Aufstiegs-Relegation hatten“, erklärt Harald Schiebel, „da sind wir in ein Loch gefallen, das haben wir alle ein bisschen unterschätzt. Wir haben deshalb intern Tacheles geredet.“

Die Verletzung von 
„Rambo“ und die Folgen

Dazu kam dann noch die Partie Ende August gegen Breidenstein, die nach einer schweren Verletzung von Eckelshausens Ramazan Gülec abgebrochen wurde. Gülec brach sich das Schien- und Wadenbein. Danach kam es auf und neben dem Sportgelände noch zu größeren Auseinandersetzungen, was für einige Negativ-Schlagzeilen und eine Sportgerichtsverhandlung sorgte.

„Dieser Tag, vor allem die Verletzung von ‚Rambo‘, hat der Mannschaft noch einmal einen Schub gegeben. Das hat sie zusammengeschweißt“, sagt Trainer Steffen Löffler.

Zur Winterpause lag Eckels­hausen knapp hinter Tabellenführer Hartenrod, der eine extrem starke Hinserie gespielt hatte. Im Trainingslager in Bad Homburg schwor sich der SVE kurz vor Beginn der Restrunde auf die verbleibenden Spiele ein – mit Erfolg: Die Löffler-Schützlinge legten einen echten Durchmarsch hin, holten sich recht schnell Platz eins und verloren bis zum Saisonende kein einziges Spiel mehr.

„Für uns war es kein Unterschied, dass wir vom Gejagten zum Jäger geworden sind“, so der Trainer, „weil der Vorstand immer das Ziel ‚Aufstieg‘ formuliert hat, haben gegen uns alle Mannschaften 120 Prozent gegeben. Das waren wir gewohnt.“

Für Löffler ist die Meisterschaft ein perfekter Abschied. Er wird in der neuen Saison Trainer bei der SG Dautphetal. Nachfolger bei Eckelshausen wird Osman Özdemir, der vom VfL Biedenkopf kommt. Auch einige neue Spieler sind schon da – unter anderem Burak Aksoy, der vom FC Türk Gücü Breidenbach kommt und als Co-Trainer fungieren wird.

Schmerzhaft sind dagegen die Abgänge von Benjamin Bergen (Co-Trainer Silberg/Eisenhausen), Sascha Pulverich (Karriereende) und Ibo Yoldaser (Ziel unbekannt). Dennoch: „Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz“, sagt Harald Schiebel.

von Yanik Schick