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Mehr als nur ein Basketballturnier

Basketball am Philippinum Mehr als nur ein Basketballturnier

Seit einem halben Jahrhundert treffen sich in Marburg ehemalige Schüler in der Zeit zwischen den Jahren, um miteinander Basketball zu spielen und sich über alte Zeiten auszutauschen.

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Großes Interesse fand erneut das „Strippel-Turnier“ im Philippinum mit Organisator Hans Brauer (vorne, 3. von links).

Quelle: Yanik Schick

Marburg. Am Philippinum bedeutet Basketball mehr als eine Sportart. Es ist eine Leidenschaft, die hunderte Schüler über Generationen hinweg verbindet - und immer wieder zusammenführt. Seit 50 Jahren, am Tag nach Weihnachten, kommen die Ehemaligen in der schuleigenen Sporthalle zusammen, treten gegeneinander an. Ganz egal, wie alt oder wie jung.

„Es ist ein sportliches Wiedersehen. Diejenigen, die sich von der Schulzeit her kennen, bilden meistens ein Team“, erklärte Hans Brauer, der den Turnierablauf koordinierte. Am Samstag fanden sich rund 100 ehemalige Philippinum-Schüler zum Mitspielen ein. Im Laufe des Tages gesellten sich weitere 100 dazu. Sei es, um alte Freunde zu treffen oder sich das Turnier anzuschauen.

Benannt ist das übrigens nach Wilhelm Strippel, einem früheren Griechisch-Lehrer an der Schule. Er war vor 50 Jahren Schriftführer der Ehemaligen-Vereinigung und organisierte den Humanistenball - jedes Jahr aufs Neue am 28. Dezember.

Zeitgleich traf sich eine Gruppe von Basketballern. „Sie haben sich den Schlüssel vom Hausmeister ausgeliehen und etwas gespielt. Und die beiden Veranstaltungen haben sich sozusagen angelagert“, erinnerte sich Konrad Ohlwein, ein Mitbegründer des „Strippel-Turniers“. So sei man auf diesen Titel gekommen, obwohl der Namensgeber eigentlich nichts mit dem Sport an sich zu tun hatte.

Der Basketball selbst kam relativ früh nach Marburg. Schon in den 1950er-Jahren, als es in Deutschland noch ein ungewohntes Bild war, Bälle in Körbe zu werfen, praktizierte man am Philippinum eben jene Sportart. Die Schüler hatten das ihrem damaligen Sportlehrer Dr. Fritz Tent zu verdanken.

Turnier ist kontinuierlich gewachsen

„Er hat die Sportart als Student in Amerika kennengelernt und in der Folge Basketballkörbe in der Turnhalle angebracht“, so Ohlwein. Den Schülern schien es offensichtlich zu gefallen. „Es hat schnell gezündet. Die Begeisterung war groß für dieses raffinierte, technisch schöne Spiel.“

Mit dem Enthusiasmus der aktiven Schüler wuchs im Laufe der Jahre also auch das Strippel-Turnier. Erst recht, als in Hans Brauer ein Virtuose des Basketballs ans Philippinum kam, der selbst eine professionelle Karriere hinlegte und unter anderem zum Co-Trainer der Frauen-Nationalmannschaft wurde.

„Er hat den Basketball an der Schule noch einmal auf eine vollkommen neue Stufe gehoben“, meinte Konrad Ohlwein. 1989 zum Beispiel machte Brauer eine Schülermannschaft zum Deutschen Meister. In dieser Generation wuchs auch Henning Harnisch heran, einer der größten deutschen Basketballspieler überhaupt und heutiger Vizepräsident von Alba Berlin.

Auch er war am Samstag in der Sporthalle des Philippinums mit dabei, um das Turnier mit seiner Mannschaft zu gewinnen und alte Schulkameraden zu treffen. Am Nachmittag präsentierten die Organisatoren zudem eine Fotoausstellung, in der 60 Jahre Basketball an der Schule noch einmal veranschaulicht wurden.

von Yanik Schick

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