Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Marie ist der große Wurf gelungen

Judo Marie ist der große Wurf gelungen

Marie Dinkel hat in diesem Jahr zwei wichtige selbst gesetzte Ziele erreicht: Sie startete erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft, und die 19-jährige Judokämpferin schaffte den Sprung in die Bundesliga.

Voriger Artikel
Trio fehlt Eintracht im ersten Heimspiel
Nächster Artikel
Erst die Erfahrung – dann die Medaille

Seit fast 14 Jahren betreibt Marie Dinkel Judosport. Vor anderthalb Jahren wechselte die Diedenshäuserin zu Blau-Gelb Marburg. Auf unserem Bild kämpft sie mit Maike Elsaßer.

Quelle: Hartmut Berge

Diedenshausen. Marie Dinkel betreibt Kampfsport mit Leidenschaft. Seit dem sechsten Lebensjahr hat sie sich dem Judo verschrieben. Bis vor anderthalb Jahren war sie beim TV Gladenbach aktiv. Auf Wettkämpfen sammelte sie jede Menge Titel, war Hessenmeisterin in ihrer Gewichtsklasse und auch bei den Südwestdeutschen Meisterschaften erfolgreich. In der Judoabteilung des Turnvereins betreute und trainierte sie den Nachwuchs.

Weil sie zuletzt in Gladenbach kaum mehr gleichaltrige Trainingspartnerinnen hatte, entschloss sich die Diedenhäuserin zum Wechsel in die Judoabteilung von Sportfreunde Blau-Gelb Marburg.
Dort gebe es im Training zahlreiche Partnerinnen. „Einige sind mega gut. Drei kämpfen in der Nationalmannschaft der Sehgeschädigten“, berichtet die 19-Jährige.

Ihr Trainer Markus Zaumbrecher ist auch Hessischer Landestrainer für Sehbehinderte und Blinde. Unter ihm qualifizierte sich Marie Dinkel in diesem Jahr bis zu den Südwestdeutschen Einzelmeisterschaften. Mit dem errungenen dritten Platz war sie für die Deutschen Meisterschaften in Frankfurt/Oder qualifiziert. Sie ging aber leer aus.

Insgesamt waren dort vier Marburger Judoka in der Alterskategorie bis 21 Jahren für die Judo-Abteilung Blau-Gelb Marburg in Kooperation mit dem Landesleistungsstützpunkt Blista/Hessischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband und der Sehgeschädigten Sportgemeinschaft (SSG) am Start. Bereits bei den Südwestdeutschen Meisterschaften wurden Verantwortliche von Kim-Chi Wiesbaden auf sie aufmerksam.

Trainer Zaumbrecher überzeugte die 19-Jährige

Der Club gehört der 2. Bundesliga Frauen Süd an. Sie suchten für die Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm noch eine Kämpferin und fragten nach, ob Marie Dinkel Interesse hätte.
„Ich war mir anfangs gar nicht sicher, ob ich der Sache gewachsen bin. Schließlich hatte ich bis dahin nie in einer Liga gekämpft“, sagt Marie Dinkel. Aber es sei ja ihr selbst gesetztes Ziel gewesen, einmal in der Bundesliga zu kämpfen.

Letztlich habe Markus Zaumbrecher sie motiviert und davon überzeugt, den Schritt zu tun, berichtete die Diedenshäuserin. Ihr Marburger Trainer habe sie auch bestens auf die Wettkämpfe vorbereitet. Einmal im Monat fährt sie zum Kadertraining nach Wiesbaden. Als Fremdstarterin stand sie für den Zweitligisten bereits zweimal auf der Matte.

Den ersten Kampf gewann sie vorzeitig. Der zweite ging verloren. „Da war ich nicht gut vorbereitet, musste für mein Zwischenexamen lernen und konnte vier Wochen lang keinen Sport treiben“, erklärt sie. Marie Dinkel macht eine Ausbildung als Physiotherapeutin.

Nun ist sie froh, das Angebot aus Wiesbaden angenommen zu haben. „Wir verstehen uns untereinander prima, der Zusammenhalt ist sehr gut“, betont die Judokämpferin. Betreut wird die Frauen-Bundesligamannschaft von Kim-Chi Wiesbaden von einem Trainer und einer Trainerin sowie einem Physiotherapeuten.

Unverminderter Einsatz in der Jugendarbeit

Zurzeit ist Sommerpause. Am 24. September tritt Kim-Chi Wiesbaden zu Hause gegen JT Rheinland an. Obwohl Marie Dinkel für den Wiesbadener Club kämpft, kann sie weiterhin für Blau-Gelb bei Einzelmeisterschaften an den Start gehen.

In Marburg trainiert die Diedenshäuserin zweimal in der Woche. Darüber hinaus engagiert sie sich – wie schon beim TV Gladenbach – in der Jugendarbeit, dienstags und donnerstags trainiert sie Kinder- und Jugendgruppen. Und mittwochs arbeitet sie bei einem Flüchtlingsprojekt mit. „Wir bringen Jugendlichen, die ohne Eltern hierher gekommen sind, Judo bei“, erklärt sie.

Marie Dinkel macht sich nicht nur auf der Matte und in der Halle fit für ihre Wettkämpfe. So oft wie möglich geht sie mit ihrem Freund ins Fitness-Studio. Sie hat einen Trainingsplan, nach dem sie – speziell fürs Judo – 
Muskeln aufbaut. Weitere Trainingseinheiten in der Halle dienen dazu, Schnelligkeit, Koordination und Kondition zu verbessern.

„In meiner Gewichtsklasse wird sehr viel mit Beintechniken gekämpft, eine Gewichtsklasse drüber mehr mit Kraft“, berichtet die 19-Jährige.
Man mag es kaum glauben: Marie Dinkel hat neben dem Judo Zeit für ein weiteres Hobby: Sie reitet gerne.

von Hartmut Berge

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?