Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Marburgs Special Teams versagen

German Football League Marburgs Special Teams versagen

Nach gutem Beginn und einem Drei-Touchdown-Rückstand gegen die Saarland Hurricanes kämpften sich die "Mercs" zurück. Doch dann versagten die Special Teams auf ganzer Linie und die Mannschaft gab sich auf. Mit 21:42 unterlagen sie.

Voriger Artikel
Blau-Gelbe belohnen sich nicht
Nächster Artikel
Mit hüpfenden Bällen ins Guiness Buch

Genau wie Running Back Silas Nacita (am Ball) schlugen die Mercenaries bei der Heimniederlage gegen die Saarland Hurricanes auf dem Boden der Tatsachen auf.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Mit Halskrause um den Nacken und finsterer Miene steht Sam Weiss, Marburgs Defensive Coordinator, nach dem Spiel auf dem Rasen des Grog-Gaßmann-Stadions - von den übrigen „Söldnern“ umringt. Der US-Amerikaner, der vor rund einer Woche eine schwerwiegende Halswirbelverletzung erlitten hat, redet auf das Team ein: „Wir sind heute zusammengebrochen wie ein Haufen verdammter Versager. Das darf nicht passieren, weil wir keine Versager sind!“ Unterm Strich unterlagen die Mercenaries einem reiferen, phyisch stärkeren und vor allem in der Offensive variableren Football-Team aus dem Saarland.

Dabei ging das Spiel für die Hausherren gut los. Mit einem Ballbesitz, der rund ein halbes Dutzend Minuten von der Uhr nahm, arbeitete sich die Offensive um Quarterback Holt Claiborne und Running Back Silas Nacita. Letzterer schloss den ersten Ballbesitz der „Mercs“ mit einem kurzen Touchdown-Lauf ab. So gingen die Gastgeber mit 7:0 in Führung.

Doch danach brachte die Marburger Offensive kaum noch etwas zustande, Saarlands Offensive dafür umso mehr. Angeführt vom laufstarken Quarterback Alexander Haupert marschierten die Gäste in Halbzeit eins zeitweise nach Belieben übers Feld. Drei Touchdowns waren die Konsequenz - Halbzeitstand 20:7 für die Hurricanes. Mitte des dritten Vietels erhöhten die Gäste sogar auf 27:7.

Haupert nicht zu halten

Dabei war es fatal für die „Mercs“, dass sie zu selten und zu wenig Druck auf Haupert ausüben konnten. Wenn die Defensive Linemen oder Linebacker ihm nahe kamen, fand der quirlige „Rasengeneral“ der Gäste meistens eine Lücke in der Verteidigung, durch die er schlüpfen und große Brocken an Yards erlaufen konnte. „Es war, wie wir es erwartet haben. Haupert hat uns das Leben zu Fuß sehr schwer gemacht“, resümierte Head Coach Matthias Dalwig. Die Präzision von Hauperts Pässen war zwar durchwachsen, doch seine Wide Receiver ließen auch einige gute Zuspiele wieder fallen. Somit hätte seine Pass-Statistik um einiges besser sein können als sie letztlich war. Doch auch so präsentierte sich die Saarländer Offensive für die „Söldner“ am Sonntag als ein nicht zu bändigender und wütender Hurrikan.

Auf der anderen Seite war Marburgs Pass-Offensive ein leichtes Lüftchen. Für tiefe Pässe hatte Holt Claiborne aufgrund seiner schwachen Offensive Line kaum Zeit, aber auch kurze Pässe waren Mangelware, da die Pass-Verteidigung der Gäste gut eingestellt war und Marburgs Wide Receiver sich selten von ihren Bewachern lösen konnten.

Daher blieb Claiborne häufig nur der Lauf als Option. Das machte er wie im vergangenen Spiel gegen die Rhein-Neckar Bandits gut. Immer wieder verbuchte er mit seinen Beinen, Raumgewinn. Doch darauf stellten sich die Hurricanes mit laufender Spielzeit immer besser ein. So präsentierte sich die Mercenaries-Offensive zu eindimensional und somit zu berechenbar für die Gäste. Dennoch führte Claiborne seine Offensive am Ende des dritten Viertels übers Feld und besorgte das 14:27 höchstpersönlich. Sechs Minuten vor Abpfiff verkürzte Silas Nacita auf 21:27. Zumindest auf die Rushing Offense Marburgs war Verlass.

Hoffnung keimte auf, währte jedoch nicht lange. „Einige Jungs laufen manchmal völlig orientierungslos durch die Gegend.“, meinte Offensive Coordinator Ray Jauch. Bei keinem Spielzug wurde Jauchs Klage so offensichtlich wie beim Kickoff-Return für die Saarländer direkt nach Nacitas Touchdown. Ohne große Probleme erzielte Saarlands Dominique Jefferson einen 70-Yards-Touchdown-Return, bei dem sich Marburgs Special-Teams-Spieler als desolate Tackler präsentierten. Somit wurde die Hoffnung auf ein Comeback jäh zerschmettert. Neuer Spielstand war 14:35. Einige der 350 Zuschauer verließen das Stadion. Sie verpassten, wie die Gäste beim anschließenden Spielzug den letzten Nagel in den Mercenaries-Sarg schlugen.

Statt eines Kickoff-Returns der Marburger durfte die Saarlands Offensive wieder aufs Feld. Denn beim Kickoff-Return behinderten sich die Marburger Jonas Beckmann, der ersatzweise einspringen musste, und Damon Collins bei der Ballaufnahme gegenseitig. Nutznießer waren die Gäste, die den Ballbesitz eroberten und die vorzügliche Feldposition, 20 Yards vor Marburgs Endzone, zum 42:21 nutzten. „Nach den beiden Special-Teams-Fehler war die Messe gelesen“, sagte Dalwig.

von Benjamin Kaiser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?