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Lokalsport Feistle und Co. heben ab in Richtung WM
Sport Lokalsport Feistle und Co. heben ab in Richtung WM
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13:01 26.05.2018
Michael Feistle bei der Vorbereitung eines Angriffs. Quelle: Privatfoto
Marburg

Wenn am kommenden Mittwoch der Flieger nach Kopenhagen abhebt wird auch der Nationalspieler Michael Feistle von der SSG Blista Marburg mit an Bord sein. Der 25-Jährige gehört zum sechsköpfigen Spielerkader, den die Marburger Trainer Johannes Günther und Stefan Weil mit zur WM nehmen. Als Video-Analyst wird mit Tobias Vestweber ein weiterer Marburger 
dabei sein.

Im April spielte das deutsche Team bereits bei einem Test-Event in den WM-Hallen. Vor Ort gilt es dann also, sich perfekt auf die sieben Spiele in der Vorrunde vorzubereiten. Dort muss das deutsche Team unter die ersten vier Teams in der Gruppe kommen, um das Viertelfinale zu erreichen.

Dabei warten keine leichten Aufgaben: Titelverteidiger Brasilien, die USA, Kanada, Iran, Japan, Tschechien und Ägypten werden dort die ersten Gegner sein. Doch ist das deutsche Team inzwischen zu einer ruhig aufspielenden Mannschaft gereift. Holte man bei der EM 2017 noch überraschend Silber, so bestätigte man in diesem Jahr bei allen Turnieren diese Leistung auf teilweise beeindruckende Art und 
Weise.

Viertelfinale ist vorrangiges Ziel

Vorrangiges Ziel der Mannschaft ist es, das Viertelfinale zu erreichen. Doch ist das große Ziel der Paralympics in Tokio 2020 nicht ohne eine Top-Platzierung möglich: Bei der WM qualifizieren sich die Medaillengewinner, dazu 2019 noch die jeweiligen Kontinentalmeister und zwei Teams aus einem Qualifikationsturnier.

„Natürlich wäre es schön, schon bei der WM die Qualifikation zu packen“, sagt Feistle: „Doch es ist einfach wahnsinnig schwer, sich einen Platz auf dem Podium zu erkämpfen, da es oftmals Kleinigkeiten sein können, die im Goalball über Sieg oder Niederlage 
entscheiden.“

Gerade auf Feistle, der sich neben dem beruflichen und sportlichen Werdegang seit über drei Jahren als erster Vorsitzender der SSG Blista engagiert, ruhen hohe Erwartungen. Vergangenes Jahr belegte er bei der EM den zweiten Rang der Topscorer, bei den Paralympics in Rio Rang fünf der gleichen Wertung.

„Für mich sind das vielleicht erst einmal schöne Zahlen, aber das kann man auch nur geschlossen als Team erreichen, da die Jungs mir manche Tore gut vorbereiten und wir inzwischen aus einer sehr ruhigen Abwehr heraus spielen, die es dann auch möglich macht, die Angriffe punktgenauer zu spielen. Und das ist eine Leistung des gesamten Teams“, sagt Feistle.

Marburger Eigengewächs ist Top-Spieler

Das Marburger Eigengewächs hat sich seit 2009, als er mit dem Goalball in Marburg unter den heutigen Bundestrainern im Verein begann, zu einem weltweiten Top-Spieler entwickelt.

Jedoch nimmt auch die Entwicklung der gesamten Mannschaft immer positivere Formen an: Oliver Hörauf, der neben Feistle in der Startformation des Nationalteams nicht mehr weg zu denken ist, hat gerade in den letzten Monaten einen großen Sprung gemacht.

Dazu werden noch Reno Tiede, Felix Rogge, Thomas Steiger und Stefan Hawranke im Kader für die WM stehen.
„Ich bin der, der versucht, das Spiel auf dem Feld zu lenken, immer zu wissen, was der Gegner als nächstes vor hat, der Feedback gibt und in der Zeit, wo der Trainer nichts sagen darf, versucht, die Marschrichtung vorzugeben.

Im Fußball wäre ich da wohl ein Spieler für die Position im zentralen Mittelfeld“, beschreibt Feistle seine Position auf dem Goalballfeld.

Johannes Günther hofft, dass alle Spieler gesund mit nach Kopenhagen reisen und sich keiner verletzt: „Manche Spieler könnten wir zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht eins zu eins ersetzen und das wäre schade für uns“, sagt der Trainer.
Den Auftakt macht das Deutsche Team am 3. Juni mit den Begegnungen gegen die USA und Kanada.