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Lokalsport Extremschwimmerin Nathalie Pohl: „Es war einmalig“
Sport Lokalsport Extremschwimmerin Nathalie Pohl: „Es war einmalig“
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18:54 27.02.2018
An der australischen Westküste nahm die Marburger Extremschwimmerin Nathalie Pohl an einem der gefährlichsten Freiwasserschwimmen der Welt teil – und dies überaus erfolgreich. Quelle: Privatfoto
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Rottnest Island

Der Wettkampf gilt als eines der größten und gefährlichsten Freiwasserschwimmen der Welt. Auf der rund 20 Kilometer langen Strecke von Cottesloe Beach nach Rottnest Island erkämpfte sich die hessische Ausnahmeathletin in einer beeindruckenden Zeit von 5:13:59 Stunden als schnellste Europäerin einen Platz unter den Top 20 der Frauen.

Die 23-jährige Marburgerin war begeistert: „Es war ein großer Traum von mir, auch in Australien zu schwimmen. Diesmal waren die Bedingungen echt hart und durch die vielen Teilnehmer war es sehr schwer, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Es war einmalig und ich bin sehr glücklich, dass ich dabei sein konnte.“

Die Kulisse für ihr erstes Schwimmen in diesem Jahr war für Nathalie Pohl mehr als gigantisch. Einmal im Jahr wird die westaustralische Küste rund um die ehemalige Gefangeneninsel Rottnest Island im Pazifik zum Hotspot der Freiwasser­szene. Doch so schön die Küsten in Australien mit den ­weißen Sandstränden auch sind, so gefährlich geht es im Wasser zu.

Es gibt nicht nur giftige Quallen oder Seeschlangen, sondern auch Haie. Und genau dieser gefürchtete Alarm ließ nicht lange auf sich warten: In der Nähe von Streckenkilometer zwölf wurde plötzlich ein Hai gesichtet. Alle Athleten, die sich in einem Radius von einem Kilometer um das Tier befanden, mussten den Wettkampf abbrechen und wurden in Sicherheit gebracht. Pohl war zu diesem Zeitpunkt bereits erheblich weiter und erfuhr erst nach ihrem Schwimmen vom Hai-Alarm.

Dass dies nicht nur aus reiner Vorsicht geschah, zeigt ein Haiangriff Ende vergangener Woche auf eine Schwimmerin in Sydney, die schwerste Verletzungen davontrug. Selbst wenn man auf keines der tödlichen Tiere trifft ist die Chance hoch, von einer der gefährlichen Strömungen erfasst und weit aufs Meer hinausgetrieben zu werden.

„Genau das ist es, was ich am Freiwasser liebe. Die sich verändernden Umstände und die grandiose Natur, die man im Becken einfach nie hat“, erklärt die Sportlerin aus Marburg.

Mehr als 2 500 Teilnehmer sowie rund 1 000 Begleitboote und Kajaks begaben sich auf die anspruchsvolle Strecke um Rottnest Island. Der Legende nach entstand die Idee zu diesem Wettkampf durch die Flucht einiger Gefangener von der Insel über das Meer, die aufgrund der Wetterbedingungen nur wenige schafften. Das Meer und der Wellengang forderten alles von den Athleten ab. Genau solche Abenteuer liebt Nathalie Pohl, die erneut von Adam Walker gecoacht wurde.

Ihre Erfahrungen in den Weltmeeren wird die Ausnahmeathletin in diesem Jahr weiter ausbauen. Neben zahlreichen internationalen Schwimmen wie in New York steht für die Marburgerin im Spätsommer die vierte Etappe der „Ocean’s Seven“ an – der sieben weltweit bedeutendsten Distanzen im Freiwasser.

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