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Marburg verpasst finalen Showdown

Blindensport: Tischball-Sportgruppe Marburg verpasst finalen Showdown

Zum ganz großen Coup hat es nicht gereicht für die Tischball-Sportgruppe Marburg. Der Fokus liegt nach dem dritten Platz bei der Hessischen Mannschaftsmeisterschaft schon auf den kommenden Aufgaben.

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Annika Hein verteidigt das Tor. Ihre Teamkollegen Christian Frenzel (Mitte) und Marc Schuster warten im Hintergrund auf ihren Einsatz.

Quelle: Michael Hoffsteter

Cappel. Laut ging es zu in den Räumlichkeiten der alten Kegelbahn und der angrenzenden Sporthalle in Cappel. Zwar mussten die Showdown-Spieler und das Publikum während der Ballwechsel mucksmäuschenstill sein.

Schließlich ist volle Konzentration gefragt, wenn sich die Spieler nur nach Gehör orientieren müssen. Aber der Ball, der mit kleinen Metallteilen gefüllt ist und aussieht wie ein kreisrundes Überraschungs
ei, macht einen ziemlichen Krach, wenn er mit den Schlägern über den Holztisch geschossen wird.

Die meisten Einschläge im gegnerischen Tor verzeichnete die BSG Kassel. Ungeschlagen holte sich die Mannschaft aus Nordhessen den Landesmeistertitel, der erstmals ausgespielt wurde. Für die TSG Marburg reichte es beim Heimspiel nur zum dritten Platz. „Ein bisschen enttäuscht ist man, wenn man im Halbfinale steht“, bilanzierte Marburgs Topspieler Christian Frenzel. „Das Finale wäre schön und durchaus drin gewesen.“

Doch in der Vorschlussrunde war der spätere Zweite Blau-Gelb Frankfurt einfach besser als die erste Marburger Mannschaft. „Die Frankfurter waren präziser im Angriffsspiel und haben sicherer die Tore gemacht“, sagte Frenzel, der einräumte: „Ich war am Anfang zu nervös. Die Gegner waren abgeklärter.“ Mit 31:21 ging das Halbfinale an Blau-Gelb Frankfurt, das sich im Endspiel nach guter Aufholjagd Kassel knapp mit 29:31 geschlagen geben musste. Im zweiten Halbfinale hatte Marburgs zweite Mannschaft beim 17:31 gegen den späteren Sieger keine Chance.

Showdown-Bundesliga
startet Ende April

„Wir wissen, wo wir stehen, und woran wir arbeiten müssen“, zog Marburgs Trainerin Birgit Vogt das Fazit eines aus ihrer Sicht schönen Turniers. Die Erfahrung habe den Ausschlag dafür gegeben, dass es nicht für ganz vorne gereicht hat. Vor zwei Jahren erst wurde die Tischball-Sportgruppe in Cappel aus der Taufe gehoben. „Kassel und Frankfurt spielen schon eine Ecke länger“, erklärt Vogt. In puncto Schnelligkeit und Zielgenauigkeit, aber auch Konzentration und Ausdauer seien diese Teams den Marburgern noch voraus.

Insgesamt geht es voran im Showdown, auch Tischball genannt. Einzelmeisterschaften gab es in dieser recht jungen Blindensportart bereits. Eine Hessische Mannschaftsmeisterschaft wurde nun erstmals ausgetragen. Und im April startet sogar eine Bundesliga mit sieben Mannschaften und drei Spieltagen. Auch die TSG Marburg ist vertreten.

Dann wird es wieder auf die Teamleistung ankommen, was für die Showdown-Spieler ungewohnt ist. „Normalerweise ist es ja eine Einzelsportart“, sagt Christian Frenzel, seines Zeichens Süddeutscher Meister. Die Hessische Mannschaftsmeisterschaft in Cappel war für die Marburger das erste Turnier dieser Art, wo die Spieler nach sechs Aufschlägen wechseln.

Alles besser als Achtelfinale wäre Bonus

„Wir haben es trainiert und verschiedene Taktiken ausprobiert“, sagt Teamkollegin Annika Hein. Und das dritte Mitglied der ersten Mannschaft, Marc Schuster, ergänzt: „Man muss sofort hundertprozentig da sein, wenn man eingewechselt wird. Es ist eine andere Art von Herausforderung, auf Knopfdruck da zu sein.“

Für Frenzel und Schuster steht Anfang April der nächste Höhepunkt an: die Deutschen Meisterschaften. „Ich würde mich freuen, ins Viertelfinale zu kommen“, sagt Frenzel, der im Vorjahr auf Rang 15 abschloss. Schuster, bei der letzten Auflage 18., möchte in die Runde der letzten 16 vordringen: „Alles, was darüber hinausgeht, ist Bonus.“ Annika Hein ist erste Nachrückerin. Sie hofft, dass ein qualifizierter Teilnehmer auf den Start verzichtet, damit sie bei der DM dabei sein kann.

Bis dahin wird in Cappel fleißig trainiert, immer montags und mittwochs. „Techniktraining, ähnlich wie beim Tischtennis“, erläutert Birgit Vogt. Die Trainerin hat für die Zielübungen eine Angel gebastelt mit einer Klingel daran. „Man muss einfallsreich sein“, sagt sie.

von Holger Schmidt

Vorrunde
Marburg I - Marburg IV 31:3
Marburg II - Marburg III 32:16
Kassel - Frankfurt 31:24
Marburg III - Marburg I 16:31
Frankfurt - Marburg IV 32:25
Kassel - Marburg II 31:9
Frankfurt - Marburg III 31:23
Marburg IV - Kassel 13:31
Marburg II - Marburg I17:31
Marburg III - Kassel 20:31
Marburg IV - Marburg II 12:31
Frankfurt - Marburg I 31:22
Marburg IV - Marburg III 31:33
Marburg II - Frankfurt 19:31
Marburg I - Kassel 30:32
   
Abschlusstabelle
1. BSG Kassel  5 Sp. / 156:96 / 5 Pkt.
2. BG Frankfurt  5 / 149:120 / 4
3. Marburg I  5 / 144:99 / 3
4. Marburg II  5 / 108:121 / 2
5. Marburg III  5 / 108:156 / 1
6. Marburg IV  5 / 84:158 / 0

Halbfinale
BSG Kassel - Marburg II 31:17
Blau-Gelb Frankfurt - Marburg I 31:21

Spiel um Platz drei
Marburg I - Marburg II 31:10

Finale
BSG Kassel - Blau-Gelb Frankfurt 31:29

   
   
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