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Lokalsport Herne ist zu stark für den BC
Sport Lokalsport Herne ist zu stark für den BC
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13:42 01.05.2018
Finja Schaake (rechts) wird von Hernes Isabelle Slim beim Wurf gestört. Mit dem BC unterlag die Nationalspielerin am Sonntag im Rückspiel um Bronze klar mit 60:78. Quelle: Heinrich Podobienski
Herne

Einen Vorwurf machte Patrick Unger seinem Team nicht: „Wir haben alles gegeben, was noch im Tank war.“ Es war nicht genug. „Herne war einfach besser und hat verdient die Bronzemedaille geholt“, bilanzierte der Trainer des BC Pharmaserv nach der 60:78-Niederlage am Sonntag im Rückspiel um Platz drei der Bundesliga. Im Hinspiel hatte Marburg am Freitag nach zwischenzeitlichem Elf-Punkte-Rückstand und einer späteren Acht-Zähler-Führung 77:77 unentschieden gespielt.

Beginn völlig verschlafen

Auch diesmal stellten die Blue Dolphins ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis, bekamen dafür „großen Respekt“ von Hernes Coach Marek Piotrowski gezollt: Nach völlig verschlafenem Beginn, einem 0:12-Rückstand nach drei und einer 6:24-Hypothek nach sechs Minuten fanden sie Zugriff aufs Spiel. Mit einem 24:11-Lauf kamen sie Mitte des zweiten Viertels auf 29:30 heran. Zur Halbzeitpause (38:46 aus Marburger Sicht) war noch nichts verloren.

„Wir haben alles gegeben, um uns heranzukämpfen“, sagte auch Diana Voynova. Die Bulgarin zeigte in ihrem letzten Spiel - sie beendet ihre Karriere - eine gute Leistung; trotz Kniebeschwerden stand sie 20 Minuten auf dem Feld, erzielte 14 Punkte und holte acht Rebounds. Dass ihr Team am Ende deutlich unterlag, konnte aber auch sie nicht verhindern. „Wir haben einige dumme Fehler gemacht. Am Ende hat die Energie einfach gefehlt.“

Nach dem Seitenwechsel trafen die Gastgeberinnen vor rund 400 Zuschauern wie schon zu Beginn der Partie gefühlt jeden Wurf, den von etwa 50 mitgereisten Fans unterstützten Marburgerinnen um die ebenfalls angeschlagenen Tonisha Baker und Katlyn Yohn glückte hingegen wenig. „Da kannst du dann auch wenig machen“, meinte Unger, dessen Team nicht mehr in der Lage war, die nötige Intensität aufs Parkett zu bringen.

Herne agiert konsequenter

Die Westfalinnen waren konsequenter im Abschluss, wirkten immer einen Tick schneller. Nach dem dritten Viertel lag Herne mit 67:48 vorn, zwischenzeitlich gar mit 75:48 (34.) - die Medaille war spätestens jetzt außer Reichweite. In der Schlussphase gestalteten die Dolphins, die in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 jeweils Bronze gewonnen hatten, das Ergebnis zumindest etwas weniger unfreundlich. Am Sieg der Gastgeberinnen gab es nichts mehr zu rütteln.

von Marcus Richter und Stefan Weisbrod