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Lokalsport Unentschieden im Hinspiel um Bronze
Sport Lokalsport Unentschieden im Hinspiel um Bronze
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13:38 28.04.2018
Alexandra Wilke (Mitte) wird von Hernes Jill Bettonvil (links) und Karin Kuijt bedrängt. Der BC spielte am Freitag 77:77. Quelle: Miriam Prüßner
Marburg

Gewinnen oder verlieren - diese beiden Möglichkeiten gibt es normalerweise im Basket­ball. Unentschieden kann es in der Bundesliga der Frauen nur in den Duellen um Platz drei geben, dann nämlich wird nach Hin- und Rückspiel zusammengezählt. Und nach dem Ergebnis vom Freitagabend in Marburg ist klar: Wer an diesem Sonntag (16.30 Uhr) in Herne gewinnt, beendet die Saison als Dritter.

Von einem „schönen Spiel für die Fans“ und „Werbung für den Basketball“ sprach Hernes Trainer Marek Piotrowski nach dem 77:77 im Hinspiel. Tatsächlich bekamen die 400 Zuschauer in der Georg-Gaßmann-Halle - darunter die U-16-Hessenmeistermannschaft des BC Marburg und das mittelhessische U-18-Bundesliga-Team, das zuletzt selbst Bronze beim Finalturnier der Deutschen Meisterschaft errungen hatte, sowie einige Footballer der Marburg Mercenaries - einiges geboten: zuerst vor allem von den Gästen, ab dem zweiten Viertel auch von den Blue Dolphins.

Erste Führung im dritten Viertel

Die liefen zunächst Rückständen hinterher (0:5/1. Minute, 8:17/7., 12:19 nach dem ersten Viertel) und fanden erst in den zweiten zehn Minuten zu ihrem Spiel. Sein Team habe die Anfangsphase verschlafen, meinte Marburgs Trainer Patrick Unger, „vielleicht war auch ­Nervosität dabei.“ Wenn, dann wurde diese nach und nach abgelegt. ­Finja Schaake brachte den BC auf 27:30 heran (17.), zur Halbzeitpause lag Herne aber wieder mit sieben Punkten vorn (33:40 aus Marburger Sicht).

Zu Beginn der zweiten ­Hälfte ging es hin und her, dann kamen die Gastgeberinnen Schritt für Schritt näher. Svenja Greunke traf per „Dreier“ zum 48:50 (26.), Stephanie Wagner ­sorgte von der Freiwurflinie für ein 54:52 - die erste Führung des BC (30.), zugleich der Stand vor den letzten zehn Spielminuten. Die begannen mit einem 6:0-Lauf: Diana Voynova, Alexandra Wilke und nochmals Voynova trafen, Marburg lag mit 60:52 (32.) und 63:54 (33.) vorn. „Wir haben Charakter gezeigt, haben alles reingeworfen und Vollgas gegeben“, sagte Unger. „Alle können stolz auf sich sein.“

Und doch reichte es nicht zum Sieg: „Am Ende haben wir uns aus dem Konzept bringen lassen, das war bitter. Es hat aber auch einfach die Kraft gefehlt“, meinte der BC-Trainer. Herne kam näher, traf einige „wilde Würfe“ aus der Distanz. Zehn Sekunden vor Schluss lagen die Westfalinnen gar wieder mit 77:75 vorn, Paige Bradley traf zum Ausgleich - und sorgte für positive Stimmung bei der anschließenden Verabschiedung einer Spielerin.

Voynova beendet ihre Karriere

Die Bulgarin Voynova verlässt den Verein nach zwei Spielzeiten und wird, wie BC-Vereinspräsident Oliver Pohland mitteilte, ihre Karriere beenden. Die Center-Spielerin ­bedankte sich beim ­gesamten Team und bei den Fans für eine „großartige Unterstützung. Ich habe das Gefühl, hier zu Hause zu sein.“ Dann machte die 30-Jährige übers Hallenmikrophon deutlich, wie sie als Basketballerin aufhören möchte: „Ich hoffe, wir holen am Sonntag die Bronzemedaille nach Marburg!“

von Stefan Weisbrod