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Lokalsport Mercenaries starten mit souveränem Sieg
Sport Lokalsport Mercenaries starten mit souveränem Sieg
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19:11 30.04.2018
Führte die Mercenaries in seinem ersten GFL-Spiel zum Sieg: Marburgs neuer Quarterback Alexander Thury. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Die „Söldner“ betätigten sich am Sonntag als Dompteure. In der Manege, dem Georg-Gaßmann-Stadion, zähmten sie die „Wildkatzen“ aus Kirchdorf. In ihrem zweiten Saisonspiel wurden dem Aufsteiger von den Marburgern die Grenzen aufgezeigt. Mit 33:7 gewannen die „Söldner“.

Allerdings machten sich die Hausherren das Leben selbst schwer. Sie handelten sich einen Haufen Strafen ein. Sogar noch mehr als die Gäste. Es regnete geradezu gelbe Flaggen, die die Referees bei jedem Regelverstoß durch die Luft warfen. Besonders in der Offensive leisteten sich die Gastgeber zu viele negative Yards. „Ich denke, dass natürlich da auch Nerven beim ersten Saisonauftakt eine Rolle gespielt haben. Und dann auch noch zu Hause“, meinte Offensive Coordinator Patrick Griesheimer.

Besonders bei Strafen wegen Fehlstarts tobte Head Coach Dale Heffron an der Seitenauslinie und schraubte die Dezibel in die Höhe. Doch der Ärger über die vielen Strafen vor Spielzugbeginn waren nichts im Vergleich zu dem Zorn, den Heffron wegen der Field-Goal- und Extrapunkt-Versuche entwickelte. Je einen dieser Versuche, getreten von Safety und Neuzugang Kristóf Szakács, blockten die Gäste ab. „Verdammt! Das war grauenhaft“, schrie Heffron und trat mit dem Fuß nach imaginären Gegenständen. „Unser Kicking Game hat mich heute angewidert“, stellte Heffron klar. Die Snaps, also die Ballübergabe zwischen Center und Quarterback, waren äußerst verbesserungswürdig. „Das Pass Blocking war in Hälfte eins sehr unterdurchschnittlich. Daran müssen wir arbeiten“, sagte Offensive Line Coach Tibor Gohmert.

Quarterback Thury mit gelungenen Aktionen

Alexander Thury, Marburgs neuer Quarterback, zeigte mehrere gute Aktionen. Häufig fackelte er nicht lange, wurde den Ball schnell los und zeigte dabei gute Präzision. Zwar warf er das Leder nach dem Kabinengang zwei Mal den Kirchdorfern in die Arme, doch das war wegen der bereits komfortablen Führung verkraftbar. „Ich bin zufrieden. Er sieht aus wie ein GFL-Quarterback“, sagte Heffron. Besonders zufrieden war er mit Thurys Fähigkeit, durch das Laufen den Spielzug zu verlängern und seinen Passfängern mehr Zeit zum Freilaufen zu verschaffen. Dies machten die Wide Receiver exzellent.

Silas Nacita, der in der vorvergangenen Saison bereits im Marburger Dress auflief und an die Lahn zurückgekehrt ist, läutete den Punktereigen ein. Sein sehenswerter Touchdown nach einem Punt Return untermauerten seine Extraklasse mit dem Ball unter dem Arm. Kurz darauf stellten die Hausherren auf 14:0: Nachdem Neuzugang und Linebacker Jack Rice einen haarsträubenden Pass von Wildcats-Quarterback Cameron Birse abgefangen und den Hausherren das Angriffsrecht verschafft hatte, war es Wide Receiver Hendrik Schwarz, der Thury dessen ersten GFL-Touchdown-Pass bescherte.

Zu ihren einzigen Punkten kamen die Gäste noch im ersten Viertel. Birse manövrierte die Offensive übers Feld, mit tatkräftiger Unterstützung von Strafen für Marburg, und brachte einen kurzen Pass in den Armen von Lukas Anzeneder unter. Mehr ließ die Marburger Defensive nicht zu.

 „Es war wichtig, dass wir keine langen Pässe zugelassen haben. Wir haben mit unserer Front einigen Druck auf den Quarterback ausgeübt, und unsere Deckung war auch sehr gut“, sagte Defensive Coordinator Sam Weiss. Neal Howey und Top-Linebacker Peter Jinkens stachen heraus.

Meistens gingen die Gäste mit vier Receivern zu Werke. Bei mehreren Spielzügen stand überhaupt kein Running Back auf dem Platz. Den brauchte das Team aus Bayern auch kaum, da es sich fast ausschließlich im Passspiel betätigte. Mit mäßigem Erfolg. Birse, der erst in dieser Woche in Kirchdorf angekommen war, ließ verständlicherweise viel an Präzision und Abstimmung zu wünschen übrig. Anders Thury bei der Abstimmung mit den Passfängern. Die halfen mit starken Einzelleistungen nach. So Phil Lanieri, der einen kurzen Pass in einen Touchdown über mehr als 70 Yards ummünzte. Ebenfalls im zweiten Viertel setzt Nacita seinen zweiten Streich zum 27:7-Halbzeitstand um.

In Hälfte zwei stotterten beide Offensiven. Nur noch einem gelangen Punkte: Running Back Andrecus Lindley. Nachdem er einen kraftvollen Lauf bis kurz vor die Kirchdorfer Endzone geschafft hatte, durfte er den Touchdown zum Endstand besorgen. Von der Ein-Yard-Linie tankte sich der physisch starke Läufer durch.

von Benjamin Kaiser