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Lokalsport Marburger „Söldner“ müssen Beton anrühren
Sport Lokalsport Marburger „Söldner“ müssen Beton anrühren
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00:18 25.06.2018
Am Sonntag spielen die Marburg Mercenaries (in dieser Szene mit Silas Nacita) wieder vor heimischer Kulisse im Georg-Gaßmann-Stadion. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Die Ingolstadt Dukes schafften in der vergangenen Saison als Vierter der German Football Leauge (GFL) Gruppe Süd den Einzug in die Playoffs. Besonders vor dem Hintergrund, dass sie direkt nach dem Aufstieg in die erste Liga den Weg in die Postseason fanden.

Derzeit belegen die „Herzoge“ aus Bayern mit zwei Siegen, einem Remis und vier Niederlagen nur Rang sechs – eine kaum herzögliche Bilanz. Doch drei dieser Niederlagen kamen in den Partien gegen die Topteams der Gruppe Süd, Frankfurt Universe und Schwäbisch Hall Unicorns.

„Ingolstadts Statistiken sind verzerrt. Sie sind immer noch so gut wie im vergangenen Jahr“, hebt Head Coach Dale Heffron hervor. Gegen Frankfurts Top-Defensive bewerkstelligten die Ingolstädter einmal 14 und einmal 26 Punkte. Den Marburgern gelangen gegen die Universe nur sieben Zähler. Die Gäste sind also in der Lage, deutlich bessere Verteidigungen als die der „Mercs“ in Verlegenheit zu bringen.

Großes Lob 
für Joel Maddock

Zumal die Laufverteidigung der „Söldner“ derzeit alles andere als eine Mauer darstellt. Bisher fanden gegnerische Running Backs immer wieder Löcher. Das sieglose Tabellenschlusslicht Stuttgart Scorpions ergatterte am vergangenen Spieltag 120 Rushing Yards gegen Marburgs Defensivfront. Statistisch stellen die Marburger die drittschlechteste Laufverteidigung der GFL.

Eine Lösung für das Problem könnte Joel Maddock sein. Über den Australier im Dienst der Mercenaries spricht Defensive Coordinator (DC) Sam Weiss in höchsten Tönen: „Wir hatten gegen Stuttgart ein Problem, die Freiräume in der Defensivfront zu schließen. In der zweiten Halbzeit haben wir Joel ins Spiel genommen. Von da an lief es viel besser.“

Auch Heffron stellt Maddock Bestnoten in der Laufverteidigung aus. Der massige Defensivspieler deckt allein aufgrund seiner Statur viel Rasen ab. Der Haken an der Sache: Um den Australier ins Spiel zu nehmen, muss einer der beiden US-Amerikaner, Linebacker Peter Jinkens oder Defensive Back Neal Howey, vom Feld. Laut GFL-Ausländerregeleung dürfen nur zwei dieser drei gleichzeitig spielen.

Heffron ist auf Trickspielzüge gefasst

Zu allem Überfluss für die „Mercs“ ist Dukes-Quarterback Nelson Hughes ein Albtraum für die Planung für Defensive Coordinators. Ingolstadts Spielmacher ist mit seinem Arm nicht nur auf kurze und lange Distanz präzise, sondern verfügt laut Weiss über „blendende Geschwindigkeit“. „Wir müssen seine Laufwege auf jeden Fall eindämmen und ihn hinter der Line of Scrimmage halten“, fordert der DC.

Hughes sei der beste Quarterback, dem seine Verteidigung bis dato gegenüber stehen werde. Hinzu kommt, dass die Dukes gerne kreative Spielzüge in ihre Offensivbemühungen einbauen. Den tiefen Griff in die Trickspielzug-Kiste scheut Heffron zwar nicht, doch der Coach gibt Folgendes zu bedenken: „Bei den besten Offensivspielplänen, die ich in meiner Karriere ausgearbeitet habe, brauchten wir solche Spielzüge nicht. Könnte es sein, dass wir sie am Sonntag brauchen? Sicher!“ Trickspielzüge erachtet er als eine Art letztes Mittel, wenn die Standardwaffen versagen. Außerdem scheinen die „Mercs“ einen äußerst kompetenten Quarterback gefunden zu haben.

Coach schließt Einsatz von Nacita nicht aus

Die Fans der „Söldner“ werden am Sonntag Robert Webber, Marburgs neuen Spielmacher, zum ersten Mal live in Aktion sehen. Nachdem der Kalifornier seine GFL-Premiere am vergangenen Wochenende 30:27 gewann und dabei kurz vor Schluss sogar den entscheidenden Touchdown-Pass warf, soll sein Talent auch im Georg-Gaßmann-Stadion zur Geltung kommen. „Er hat großartige körperliche Fähigkeiten“, urteilt Heffron, der sich aber die Option von Silas Nacita als passender und läuferisch gefährlicher Quarterback auch nicht nehmen lassen will.

  • German Football League, Gr. Süd: Allgäu Comets - Munich Cowboys, Stuttgart - Schwäbisch Hall (beide So., 15 Uhr), Marburg Mercenaries - Ingolstadt Dukes (So., 16 Uhr).
  • Mit dem Gutschein aus der Printausgabe erhalten Sie zum Spiel ermäßigten Eintritt.

von Benjamin Kaiser