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Koop sorgt für die Initialzündung

Blue Dolphins Koop sorgt für die Initialzündung

Die Blue Dolphins sind wieder da! Und wie! Beim 79:72 (35:39)-Erfolg über den Bundesligazweiten Saarlouis Royals beeindruckte der BC Pharmaserv Marburg mit großem Kampfgeist.

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Lisa Koop (rechts) verteidigte stark gegen Kayla Tetschlag, in dieser Saison Topscorerin der Royals. Die Marburger Centerspielerin steuerte zudem 24 Punkte zum Sieg bei.

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. Nach der Schlusssirene strömten die BC-Basketballerinnen zusammen, hüpften im Kreis und schrien ihre Freude heraus. Die Erleichterung war groß nach dem hart erarbeiteten Sieg gegen den Favoriten. „Wir wussten, dass wir mehr Potenzial haben als bisher gezeigt“, sagte Lisa Koop. Die BC-Centerspielerin meinte damit ihr Team - aber auch sich selbst: „Ich bin selbst meine stärkste Kritikerin.“ Nach der Rückkehr in ihren Heimatverein habe sie „nicht so gespielt, wie ich es kann“.

Am Samstagabend war alles anders: Sah es in der ersten Hälfte noch nach einer erneut unglücklichen Vorstellung der 29-Jährigen aus, drehte Koop nach der Pause mächtig auf. Die Rebounds, die ihr zuvor noch vor der Nase weggeschnappt wurden, landeten nun in ihren Händen. Würfe, die zuvor am Ring gelandet waren, fielen nun durch die Reuse. Und auch von der Freiwurflinie wackelte die gebürtige Marburgerin nicht. „Lisa hat sehr gut und sehr motiviert gespielt“, lobte ihr Trainer Patrick Unger. Im Training zeige sie immer wieder, dass sie auch aus der Mitteldistanz eine sichere Schützin sei. Warum der Knoten nun endlich im Spiel platzte, vermochte Koop nach der Partie selbst gar nicht zu sagen. „Wenn‘s einmal läuft...“, zuckte sie nur mit den Schultern.

Auf dem Feld lief es so gut, dass Koop im Zusammenwirken mit Birte Thimm Saarlouis-Centerspielerin Kayla Tetschlag aus dem Spiel nahm und ihr nur 9 Punkte gestattete. Spätestens nach einem spektakulären Block Mitte des dritten Viertels hatte Koop der US-Amerikanerin, die zu den besten fünf Scorerinnen der Bundesliga gehört, den Zahn gezogen.

Marburgs Lisa Koop (rechts) gegen Saarlouis Kellindra Zackery. Foto: Miriam Prüßner

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Zackery macht 25 Punkte

Es war gleichzeitig die Initialzündung. Bis dahin waren die Marburgerinnen einem knappen Rückstand hinterhergelaufen. Auf mehr als sieben Punkte (35:42) ließen die Dolphins diesen zwar nie anwachsen. Aber erst nach Koops Block wurden die 600 Zuschauer in der Gaßmann-Halle richtig laut. Angetrieben von Wirbelwind Tonisha Baker (22 Punkte) und eben Koop (24 Punkte) legte der BC einen 11:0-Lauf zum 52:46 hin.

Nach einer Auszeit von Royals-Trainer René Spandauw ging Saarlouis auch dank zweier Dreier von Kimberly Pohlmann zwar wieder in Führung (55:52), aber Koop und Co. ließen nicht locker, kamen immer wieder zurück und übernahmen Initiative und Führung. Selbst die Foulbelastung - Koop, Thimm und Brittany Wilson mussten lange mit vier Fouls durchspielen - stoppte die Dolphins nicht.

„Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben“, sagte Kellindra Zackery, die früh in der Saison im Unfrieden aus Marburg geschieden und Samstag dann mit 25 Punkten die beste Werferin an ihrer alten Wirkungsstätte war. Für sie nur ein schwacher Trost, denn: „Wir wussten, dass sie vor diesem großartigen Heimpublikum aus der Kabine kommen und uns einen großen Kampf liefern würden. Wir haben es in der Zone aber nicht besonders gut gespielt.“

Ballverluste ärgern Spandauw

Saarlouis spielte den Marburgerinnen zudem mit vielen Ballverlusten, die zum Teil durch die gute Verteidigung der Dolphins provoziert, zum Teil aber auch selbst verschuldet waren, am Ende in die Karten. „In der Spielvorbereitung hatten wir Probleme und waren teilweise nur mit sieben Spielerinnen im Training“, sagte Coach Spandauw. „Wir hatten keine Sicherheit im Spiel. Der Grund für die Niederlage sind ganz klar unsere 23 Ballverluste. Wir haben unser eigenes Scouting gemacht und sogar 32 gezählt. Damit kannst du kein Spiel gewinnen.“ Schon zur Pause hatten die Royals nur deshalb nicht höher als mit 39:35 geführt, weil sie zwölfmal den Ball herschenkten, Marburg nur achtmal. Dafür führte Saarlouis mit 11:5 in der Statistik der Offensivrebounds. Patrick Ungers Lesart war deswegen so: „Wenn wir die Rebounds geholt hätten, hätten wir mit 20 Punkten führen können.“

Während die Blue Dolphins sich nach der Pause unter dem eigenen Korb steigerten, blieb die Fehlerquote bei Saarlouis hoch. Die Gäste hofften in den letzten zweieinhalb Minuten auf Marburger Nervenflattern, schickten die Dolphins deshalb oft an die Freiwurflinie, um den Rückstand von zwei, drei Punkten aufzuholen. Die Taktik ging nicht auf. Starke 23 von 27 Freiwürfen fanden ihr Ziel. Auf diese Weise bauten Koop und Baker den Vorsprung von 67:65 auf 72:67 auf. Die Hypothek war für Saarlouis zu groß. Nach der Schlusssirene begann die Marburger Siegesparty.

Allzu lange wollte sich Patrick Unger damit allerdings nicht aufhalten: „Schön, dass wir gewonnen haben. Wir müssen aber step by step denken.“ Der nächste Gegner Donau-Ries habe bislang nur das Heimspiel gegen Wasserburg verloren. Für René Spandauw wäre ein Auswärtssieg der Dolphins keine Überraschung. „Ich bin eher überrascht, dass sie so weit unten stehen. Sie verfügen über viel zu viel Qualität.“

von Holger Schmidt

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