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"Kometen" überrennen Marburg

American Football "Kometen" überrennen Marburg

Bei der Auswärtsniederlage machten die Mercenaries gegen das Topteam keinen Stich. Vor allem die aufgrund mehrerer Verletzungen dezimierte Defensive wurde von Allgäuer "Kometen" regelrecht zerlegt.

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Silas Nacita von den Marburg Mercenaries läuft mit dem Ball und wird von Manuel Schimpfhauser von den Allgäu Comets angegriffen.

Quelle: Erwin Hafner

Kempten. Was Head Coach Matthias Dalwig im Vorfeld der Partie befürchtet hatte, bewahrheitete sich gestern für die Mercenaries auf unliebsame Weise. „Aufgrund von Verletzungen müssen wir unsere komplette Defensive Line umstellen, und mehrere Linebacker fallen aus. Das schwächt uns natürlich ziemlich“, hatte der Cheftrainer der Marburger gesagt. Er behielt recht. Marburgs dezimierte Laufverteidigung, die bisher eine gute Saison gespielt hatte, wurde nach allen Regeln der Football-Kunst überrannt.

Aufgrund der massiven Personalsorgen mussten einige Spieler auf ungewohnten Positionen spielen. Besonders die Abwesenheit der drei wichtigsten Defensive Linemen - Lennart Reich, Fabrice Bromberg und Niklas Schug - machte sich deutlich bemerkbar, und die Hausherren schlugen daraus gnadenlos Kapital.

Fünf der sieben Allgäuer Touchdowns wurden am Boden erzielt. Einer davon ging über 50 Yards, ein weiterer über 31 Yards. Dabei ging das Spiel für die Marburger gut los. Dem ersten Ballbesitz der Hausherren bereiteten die „Mercs“ kurz vor der eigenen Endzone ein jähes Ende, als Cornerback Daniel Katusic mit einer Interception glänzte und seiner bisher vorzüglichen Saison ein weiteres Highlight hinzufügte. Marburgs Offensive machte sich ans Werk.

Mit von der Partie war Silas Nacita. Im Lager der „Söldner“ hatte man unter der Woche um den Einsatz des Running Backs gebangt. Viel brachten die Mercenaries allerdings nicht zustande, die Allgäuer in der Folge jedoch umso mehr. Nach dem verkorksten ersten Angriff legte die Offensive der „Kometen“ einen Zahn zu und leitete das Spiel in die erwartete Flugbahn - ein Heimsieg. Das Team, das Dalwig vor der Saison als Favorit für Platz eins in der GFL Süd ausgemacht hatte, stellte seine Klasse unter Beweis und mit zwei Touchdowns im ersten und drei weiteren im zweiten Viertel den 35:0-Halbzeitstand her. Somit war die Messe bereits zum Halbzeitpfiff gelesen.

Mercenaries-Offensive spielt kaum Pässe

Die „Söldner“ kamen trotz des schier aussichtslosen Rückstands mit Elan aus der Kabine. Holt Claiborne sorgte höchstpersönlich für die ersten Punkte der Marburger. 21 Yards vor der gegnerischen Goal Line setzte er zum Spurt an und erzielte den Touchdown. Der Extrapunkt zählte - 7:35. Kurz darauf durfte die Offensive der Gäste wieder aufs Feld. Denn Safety Jesse Hogan verschaffte den Marburgern erneut das Angriffsrecht, als er einen Townsend-Pass abfing. Beim fälligen Ballbesitz bewegte die Offense der „Mercs“ den Ball gut und arbeitete sich tief in die Allgäuer Hälfte vor. Der Start für eine epische Aufholjagd oder nur ein kurzes Aufbäumen? Letzteres war der Fall. Es sprang lediglich ein Field Goal zum 10:35 heraus. Die Allgäuer antworteten postwendend mit dem 42:10.

Vor allem die Defensive der Comets ist mit bezahlten Importspielern gespickt. Sie machte Mercenaries-Quarterback Holt Claiborne das Leben schwer, da sie Marburgs Offensive Line gehörig unter Druck setzte. Aufgrund der Dominanz von Allgäus Defensivfront war die Zusammensetzung der Spielzüge der Marburger Offensive sehr einseitig. Sie spielte kaum Pässe. „Die waren schon verdammt stark. Wir hatten kaum Möglichkeiten, ein geordnetes Passspiel aufzuziehen“, erklärte Dalwig. So warf Claiborne im gesamten dritten Viertel den Ball kein einziges Mal. Ein Lichtblick für die „Söldner“ war der Touchdown zum zwischenzeitlichen 16:42 vom laut Dalwig „vielversprechenden“ Nachwuchs-Receiver Hendrik Schwarz.

von Benjamin Kaiser

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