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Kleine Hüpfer statt große Sprünge

Squash-Bundesliga: Skwosch-Frösche Kleine Hüpfer statt große Sprünge

Die Zeiten der Topstars sind vorbei – zumindest vorerst. Die Skwosch-
Frösche Marburg wollen sich in der Hessenliga etablieren.

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Markus Mißbach (links) hat nach den Abgängen von Rudi Rohrmüller und Martin Svec sowie der Pause von Bernhard Redencz die Rolle des Frösche-Spitzenspielers inne.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Die Frösche befinden sich im tabellarischen Niemandsland der Hessenliga. Die Abstiegsränge – oder zumindest der Relegationsplatz – sind näher als die Aufstiegsränge. Und dennoch ist Roman Pahl zufrieden.

Der Vorsitzende, der selbst noch in der zweithöchsten Spielklasse aktiv ist, hat den Umbruch mitgestaltet und kann den Mitgliedern nun keinen Bundesliga-Glanz mehr bieten. Dafür ist der große Druck weg. „Wir sind entspannt in die Saison gegangen“, sagt Pahl. „Wir wollen gar nicht aufsteigen, das würde keinen Sinn machen.“

Denn: Die beiden Topspieler, der Deutsche Rudi Rohrmüller und der Tscheche Martin Svec, spielen inzwischen für Hamburg. „Wir haben sie ziehen lassen“, sagt Pahl. „Bei dem Angebot, das die beiden aus Hamburg hatten, konnten wir nicht mehr guten Gewissens mithalten.“

Pahl: „Wir wollten keine Legionäre“

Bernhard Redencz steht wegen einer Weltreise in dieser Saison nicht zur Verfügung. „Wir haben probiert, Ersatz zu finden“, sagt Pahl. „Wir wollten aber keine Legionäre, sondern entweder Nationalspieler wie Rudi Rohrmüller oder junge Talente. Vorher hatten wir die perfekte Mischung aus Spielern aus der Region und starken jungen Spielern, die attraktives Squash geboten haben.“

Der Versuch scheiterte. „Die Mannschaft wäre nicht stark genug gewesen“, sagt Roman Pahl. Die Konsequenz: Marburg verzichtet auf die Bundesliga. Nicht alle waren von der Idee eines freiwilligen Rückzugs begeistert. Doch der Vorsitzende fand die richtigen Argumente. Der restliche Kader um Markus Mißbach, Pahl und Felix Gareis blieb zusammen und wurde um den Kasseler Thorsten Dippel ergänzt. Die beste Bilanz weist Frank Paul mit 3:0 Siegen auf.

Für die Zukunft heißt das: Kleine Hüpfer statt große Sprünge. „Wir wollen selbst 
Jugendliche aufbauen und lieber langfristig Talente vielleicht sogar in die Bundesliga bringen, als die Bundesliga-Mannschaft künstlich am Leben zu erhalten“, sagt Pahl. Zumal Großsponsor DVAG ausgestiegen war, was die Finanzierung deutlich erschwert hätte.

Der neue Hauptwerbepartner „Schöner schlafen“ um Inhaber Jan Deucker trägt das Konzept voll mit. Urban Seifert, Betreiber der Move Sportwelt, stellt den Jugendlichen die Anlagen kostenlos für Training und Turniere zur Verfügung.

Fokus auf Nachwuchsförderung

„Ohne 
diese großzügige Unterstützung wäre unser Engagement im 
 Jugendbereich in dem bestehenden Maße nicht durchführbar“, sagt Roman Pahl. Und mit Hilfe von „Schöner schlafen“ soll das eigene Squash-Turnier ausgebaut werden und mittelfristig sogar mit internationalem Flair locken.

Die Voraussetzungen für erfolgreiche Nachwuchsförderung sind gut. Ein Dutzend fortgeschrittene Jugendliche trainieren bereits in Marburg, dazu kommen zehn Anfänger und zehn Spieler aus einer Schul-AG. Frösche-Mitglied Rainer Müller ist zudem Bundesjugendwart und ruft regelmäßig die Talente des Bundeskaders zu Lehrgängen in Marburg zusammen.

Die drei Frauenteams der Frösche spielen in der Hessenliga. Wobei dies die einzige Spielklasse im Squash und die Leistungsdichte nicht sehr groß ist. Hinter Yellow Dot Maintal und Monopol Frankfurt haben die Marburgerinnen nur geringe Chancen, sich für die bundesweite Endrunde zu qualifizieren. Dafür führen die Frösche in der dritten Mannschaft Talente wie U-15-Spielerin Lara Piechaczek heran, für die es sonst keine Möglichkeit gäbe, sich in einer Liga mit anderen zu messen.

von Holger Schmidt

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