Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Kicker aus Fernost trainieren in Hessen

Fußball Kicker aus Fernost trainieren in Hessen

Eine Woche lang gastierte die insgesamt 77-köpfige Fußballmannschaft einer japanischen Schule in Deutschland. Abschluss der Reise waren eine Stadtführung durch Marburg und ein besonderes Spiel.

Voriger Artikel
Volleys trotzen Meister einen Punkt ab
Nächster Artikel
Richtungweisendes Derby in Marburg

77 japanische Schüler gastierten auf ihrer Deutschlandreise auch in Marburg und trugen im Waldstadion des SV Bauerbach ein Freundschaftsspiel gegen den RSV Roßdorf aus. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Bauerbach. Hasumi Kasutaka schwenkt seine Videokamera einmal über die gesamte Sportanlage, während im Bauerbacher Waldstadion die Nationalhymne Japans ertönt. 77 Fußballspieler aus Fernost stehen weiter unten, Arm in Arm um den Mittelkreis herum, gemeinsam mit Kickern des RSV Roßdorf, gegen die sie in wenigen Minuten im Testspiel antreten werden. Kasutaka genießt die Atmosphäre unter dem Flutlicht. Man müsse Deutschland einfach mit eigenen Augen gesehen haben, sagt der ausgebildete Trainer.

Er selbst war schon einmal in Hessen, etwa ein Jahr ist es her (die OP berichtete). Damals bereitete Kasutaka jene einwöchige Reise vor, die nun nur noch ein Fußballspiel von ihrem Ende entfernt ist.

„Es war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt“, bilanziert Kasutaka im Gespräch mit der OP, während sich seine Schützlinge unten auf dem Kunstrasen aufwärmen. In diesem Satz schwingt auch ein wenig Erleichterung mit, denn Erfahrung hat der Fußballlehrer mit einem solchen Trip nicht. Es war das erste Mal, dass Schüler der Ryoyo High School in Kyoto eine Reise nach Deutschland machten - und dann auch noch mit einer Gruppengröße von fast 80 Fußballspielern, die meisten 16 oder 17 Jahre alt.

Zweifellos eine ziemliche Herausforderung. Die entscheidende Unterstützung kam von Gert Engels und Jörg Chylek. Engels, Ex-Profi von Borussia Mönchengladbach und langjähriger Trainer im japanischen Profifußball, betreibt inzwischen eine Fußballschule. Der Marburger Jörg Chylek betreut mit seiner japanischen Lebensgefährtin ehrenamtlich Spieler aus Fernost, die im deutschen Fußball Fuß fassen möchten. Über gemeinsame Kontakte kamen bereits vor zwei Jahren erste Gespräche mit Kasutaka zustande.

Von dort an plante der Trainer die Reise akribisch. Das merkt man spätestens, wenn Kasutaka vom Programm der nun zurückliegenden Woche erzählt. Direkt nach der Ankunft besichtigte der Tross zunächst die KZ-Gedenkstätte in Dachau und fuhr darauf zum Quartier in die Grünberger Sportschule. Tägliches Vormittagsprogramm: Fußballtraining.

Eintracht Frankfurts Sieg gegen Hannover verfolgt

Dem Besuch des Bundesligaspiels Frankfurt gegen Hannover folgte ein Turnier, bei dem die Japaner wieder die Schuhe schnüren durften. Mit drei eigenen Teams spielten sie in Eschenburg gegen die A-Jugend-Mannschaften des Gastgebers, des FC Niederau und des TuS Erndtebrück. „Dann sind wir nach Marburg gekommen“, berichtet Kasutaka.

Auf seine Schüler wartete am vorletzten Tag der Woche eine Stadtführung - insbesondere durch Oberstadt und Schloss - nun, am Abend, steht der große Abschluss der Reise an: ein Testspiel gegen den RSV Roßdorf, der eine gemischte Mannschaft aus B-Jugendlichen und Senioren zusammengestellt hat. Auch Ex-OB Egon Vaupel ist unter den Zuschauern. „Es war ein sehr schönes Erlebnis“, resümiert der japanische Trainer, „wir haben nicht nur Fußball, sondern auch das Land gesehen.“ Und das sei, gerade was die Mentalität angeht, anders als Japan. Auf die Frage, woran er das festmache, entgegnet Kasutaka: „Sonntags haben alle Geschäfte geschlossen, das kennen wir nicht.“

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
../dpa-ServiceLine-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-170707-99-155169_large_4_3.jpg
Fotostrecke: Wie werde ich Sounddesigner/in?