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Kapitän, Abwehrchef, Vorbild

Spieler der Woche Kapitän, Abwehrchef, Vorbild

Kevin Vidakovics von Eintracht Stadtallendorf ist der erste „Spieler der Woche“ in dieser 
Saison. Trotz starker Leistungen in der Vorsaison gelobt der 28-jährige Innenverteidiger des Regionalligisten besonders in einer Kategorie Besserung: seinen vielen Gelben Karten.

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Dass das Kopfballspiel zu seinen großen Stärken zählt, stellte Kevin Vidakovics (Zweiter von links) auch im vergangenen Auswärtsspiel gegen den FSV Frankfurt unter Beweis.

Quelle: Jan Huebner/Volz

Stadtallendorf. Die zweite Regionalliga-Saison der bisher ungeschlagenen Stadtallendorfer Eintracht ist zwar erst zwei Partien alt, doch Kevin Vidakovics weiß schon lange, was ihm und seinen Mitspielern diese Saison blüht: „Es wird auf jeden Fall schwieriger als vergangenes Jahr. Da haben uns besonders in der Hinrunde einige Gegner unterschätzt.“

Diesmal genießt der TSV nicht mehr den Luxus eines unbeschriebenen Blattes. Laut 
Vidakovics habe Trainer Dragan Sicaja dies seinen Schützlingen während der Vorbereitung „sehr deutlich“ gemacht. Dem 28-Jährigen, der aus Breidenbach stammt und seit Beginn dieses Jahrzehnts für die Eintracht spielt, kommt die Aufgabe zu, als verlängerter Arm seines Trainers zu agieren.

„Ich rede viel mit meinen Mitspielern. Manchmal kommen die jungen Spieler im Team zu mir und fragen mich um Rat. Dragan und ich kennen uns jetzt auch schon so lange, und es ist ein sehr ehrliches Verhältnis. Wir können über alles sprechen“, lobt Vidakovics. Auf dem Platz hält er die Abwehrkette zusammen. Das Zauberwort lautet: Kommunikation. Der groß gewachsene Innenverteidiger organisiert.

Manchmal plädiert der Kapitän für trainingsfrei

„Auf dem Platz bin ich schon recht laut, weil unser Fundament in dieser Liga die Defensive ist“, sagt er. Von hinten instruiert er seine Mitspieler, muntert auf und fordert ein. So auch beim redlich verdienten 0:0 gegen den ehemaligen Zweitligisten FSV Frankfurt am zweiten Spieltag, als Vidakovics einmal mehr durch seine Defensivleistung bestach.

Zu seinem verbalen Kerngeschäft gehört auch die Lobby-Arbeit. Die Mannschaft ist die Interessengruppe. In Aufstellungen mischt sich der 28-Jährige zwar nicht ein, aber ab und an plädiert er als Sprachrohr des Teams bei Sicaja für trainingsfrei. Viermal Training pro Woche kann an die Substanz gehen. Vor allem, wenn man wie Vidakovics von 7 bis 16 Uhr berufstätig ist und danach quasi auf direktem Weg zum Fußballplatz fährt.

„Ich komme um 22 Uhr nach Hause. Dann will ich eigentlich nur noch schlafen. Aber ich kann mich nicht beschweren“, sagt der Mannschaftskapitän, der als Vorbild vorausgehen will: „Wir haben beim TSV die großartige Möglichkeit, neben dem Beruf unser Hobby auszuleben.“ Zumal Vidakovics die Duelle mit namhaften Klubs genießt.

Vorige Saison zwei Gelbsperren abgesessen

Absolutes Highlight bisher sei das Auswärtsspiel bei den Kickers Offenbach in der Vorsaison gewesen. „Wir haben zwar knapp verloren. Aber vor 8.000 Zuschauern – allein 600 Fans von uns – zu spielen, ist großartig“, sagt er. Zu dumm wäre es daher, wenn er sich dieser Momente durch Selbstverschulden beraubt.

13 Gelbe Karten handelte er sich in der Spielzeit 2017/18 ein, musste demnach zwei Spiele aussetzen. „Da waren auch einige wegen Meckerns dabei. Manchmal bin ich doch ein wenig hitzig“, gesteht Vidakoivcs und gelobt Besserung. Diese Saison sollen es weniger Verwarnungen sein, denn das Team braucht ihn. „Als Verteidiger werde ich um eine Sperre wohl kaum herumkommen. Neun Gelbe Karten genehmige ich mir, 
mehr nicht“, sagt er und lacht.

Beim TSV Eintracht Stadtallendorf stand derweil am Mittwoch Aufräumen auf dem Programm. Am Dienstagabend war ein Unwetter über den Marburger Ostkreis gezogen ( die OP berichtete), das auch vor dem Herrenwaldstadion keinen Halt machte und für die Absage der Partie in der Südwest-Staffel gegen den SC Freiburg II sorgte ( Foto: Stefan Weisbrod, die OP berichtete).

Wie Stadtallendorfs 2. Vorsitzender Hermann Weitzel am Mittwoch auf OP-Nachfrage erklärte, hatte sich die Lage im Stadiongelände einen Tag nach den Wetterkapriolen schon wieder deutlich entspannt.

„Das Wasser auf dem Rasenplatz ist abgeflossen, auch die Aschebahnen sind wieder frei“, sagte Weitzel, der auch als Platzwart des Regionalligisten fungiert. Starkregen hatte am Dienstagabend dafür gesorgt, dass weite Teile des Stadiongeländes zentimeterhoch unter Wasser standen – von den Sportplätzen über den Stehplatzbereich bis hin zum Parkplatz.

Für die TSV-Verantwortlichen galt es am Mittwoch noch, einzelne Überbleibsel des Sturms wie heruntergefallenes Astwerk zu beseitigen. Beim oberen der zwei Kunstrasenplätze im Stadion 
stürzte ein Baum um. Einen Schaden verursachte er aber nicht.

von Benjamin Kaiser
 und Marcello Di Cicco

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