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Kästner bringt 235 Kilo nach oben

Kraftsport Kästner bringt 235 Kilo nach oben

„Press!“ Auf dieses Kommando, also der englischen Entsprechung von „drück!“, wartet jeder Bankdrücker sehnlich.

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Tobias Kästner nutzte das Heimspiel in der Halle des Gaßmann-Stadions und bewältigte die Tageshöchstlast von 235 kg.Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. Denn wer diese Disziplin des Kraftdreikampfes, zu dem noch Kniebeuge und Kreuzheben gehören, auf Wettkämpfen ausübt, der darf nicht wie im Fitnessstudio einfach die Hantel ab- und sofort wieder nach oben schnellen lassen. Für jeden einzelnen Schritt, vom Herausheben aus dem Ständer bis zum Ablegen, gibt es ein Kommando. Getreu dem Reglement muss der Athlet folglich in der unangenehmsten Position, in der die Stange auf der Brust liegt, etwa eine knappe Sekunde auf das befreiende „press!“ warten.

Rekorde durch die Hermanns

In der Halle des Georg-Gaßmann-Stadions galt es, den stärksten Bankdrücker Hessens zu finden. Ausgerichtet wurde der Wettkampf vom Kraftdreikampf-Verein Athletenclub Marburg 1888. Die Marburger durften zufrieden sein, das Familiengespann Josef und Rudi Hermann konnte jeweils einen hessischen Rekord erzielen, wobei Senior Josef 180 kg in der Altersklasse III (60 bis 70 Jahre) und Gewichtsklasse bis 120 kg erreichte und Junior Rudi 175 kg in der Altersklasse II (50 bis 60 Jahre) in der Gruppe bis 93 kg erzielte. Auch die Tageshöchstlast wurde durch Tobias Kästner von einem AC-1888-Mitglied aufgestellt, der bei den Aktiven (24 bis 39 Jahre) 235 kg in der „Königsklasse“ ohne Gewichtsbegrenzung bewegte.

Zusätzlich zu den einzelnen Medaillen gibt es im Bankdrücken auch noch Relativpokale, dabei werden Körpergewicht und Leistung anhand einer Tabelle bewertet. Hier konnte sich etwa Michael Meier vom AC Eulenkopf aus Gießen über den Juniorenpokal (19 bis 23 Jahre) freuen, er hatte mit nur 56 kg Körpergewicht 115 kg gestemmt. Da es sich bei der Veranstaltung um einen Wettkampf des Bundesverbands Deutscher Kraftdreikämpfer (BVDK) handelte, der wiederum Teil der International Powerlifting Federation (IPF) ist, waren sogenannte „Bankdrückshirts“ erlaubt, ein Oberkörperanzug aus festem Gewebe, welcher die Bewegung unterstützt. Diese Ausrüstung wurde allerdings nicht von allen Athleten verwendet. So bewegte Ernst Nasgowitz 75 Kilogramm „raw“ - also ohne Drückerhemd. Trotz seines stolzen Alters von 81 Jahren. Auch Simon Wiese erzielte seinen Sieg bei den Junioren in der Gewichtsklasse bis 93 kg Körpergewicht mit 152,5 kg auf diese althergebrachte Weise.

AC 1888 stellt 12 Teilnehmer

Bei den Frauen erzielten Ursula Häuser (AK II bis 84 kg, ohne Ausrüstung) vom FC Rhein-Main Rüsselsheim und Sarah Strippel (Aktive bis 72 kg) vom AC Eulenkopf mit jeweils 80 kg das höchste Ergebnis. Insgesamt nahmen 33 Männer und Frauen an der Veranstaltung teil, wovon 12 dem AC Marburg angehörten. „Leider ist es immer schwierig, genügend Teilnehmer zu finden. Wenn es so 50 sind, dann ist man schon froh“, meinte Theo Strippel, ehemaliger Paralympics-Teilnehmer und Vorsitzender des AC Eulenkopf. „Man muss dabei auch bedenken, dass in drei Wochen der Länderpokal ist, also bereiten sich einige auch gleich darauf vor“, ergänzte Josef Hermann.

Zudem gibt es in diesem Sport einen unerfreulichen Grund, der mitunter für geringere Teilnehmerzahlen sorgt. „Bei BVDK-Wettkämpfen dieser Größenordnung werden natürlich Dopingkontrollen durchgeführt, da kommen immer deutlich weniger als bei den ‚freien‘ Veranstaltungen,“ weiß Hermann.

von Marcus Hergenhan

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