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KTV Obere Lahn verliert - und gewinnt doch

Kunstturnen KTV Obere Lahn verliert - und gewinnt doch

Die Biedenkopfer Bundesliga-Riege hat bei der TG Saar die erwartete Niederlage kassiert, sich beim 31:39 aber teuer verkauft. Drei gewonnene Geräte sorgen für eine gute Ausgangsposition im Kampf um Tabellenplatz vier.

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Feierte sein Comeback und überzeugte mit einer guten Reckübung: Andrey Likhovitskiy.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Dillingen. Damit hatte selbst Albert Wiemers nicht gerechnet: „Das war ein Wettkampftag, den wir uns kaum besser vorstellen können“, sagte der Trainer nach dem Auftritt der Kunstturnvereinigung Obere Lahn im saarländischen Dillingen - trotz der Niederlage mit acht Scorepunkten Differenz. Drei Geräte gewannen die Gäste gegen den Titelanwärter.

Die sechs Gerätpunkte könnten am Ende Gold wert sein. Denn in den finalen Wettkampf gegen die Siegerländer KV (6:6 Siegpunkte) am kommenden­ Samstag (18 Uhr; Sporthalle der Lahntalschule) gehen die Biedenkopfer (4:8) zwar mit Rückstand. Beim Gerätverhältnis sind beide Mannschaften aber gleichauf (39:33), die KTV muss daher einen Sieg einfahren - muss also mindestens einen Scorepunkt mehr holen -, zugleich darf sie nicht mehr als sechs Gerätpunkte abgeben. Bei einem durchaus möglichen Gleichstand sowohl sei Sieg- wie auch bei Gerätpunkten ­läge die KTV vorn. „Dann wäre der direkte Vergleich ausschlaggebend“, erklärte Wiemers, der nun „guter Hoffnung“ ist, „dass wir den vierten Platz holen und unser Ziel erreichen“. Der Vierte turnt beim Ligafinale am 3. Dezember in Ludwigsburg gegen den drittplatzierten MTV Stuttgart um Bundesliga-Bronze. Da wollen die Hinterländer hin.

Siegen siegt, Cottbus ist raus

Die Chance auf einen achten Saisonwettkampf hat der KTV ausgerechnet der kommende­ Gegner erhalten; die Siegerländer setzten sich in eigener Halle mit 44:29 (und 8:4 Gerätpunkten) gegen den SC Cottbus durch. Hätten die Lausitzer (nun 4:8 Siegpunkte) in Siegen gewonnen, wäre ihnen Rang vier kaum mehr zu nehmen gewesen, treffen sie doch zum Abschluss als hoher Favorit auf den TSV Monheim. Der gewann zwar am Samstag mit 45:43 gegen den TV Wetzgau und dürfte sich damit den Klassenerhalt gesichert haben, unterlag ansonsten aber stets klar. Nun hat Cottbus mit aktuell 25:47 Gerätpunkten keine Chance mehr auf den vierten Platz.

Im Saarland handelten sich die KTV-Turner am Boden direkt einen 1:10-Rückstand ein, auch weil sie mit dem „Untergrund älteren Typs“ (Wiemers) weniger gut zurecht kamen. „Hinzu kamen ein paar Fehlerchen“, erkannte der Trainer. Am Pferd musste Fabian Lotz bei ­einem Querschwung auf einer Hand absteigen, verlor dadurch drei Scorepunkte gegen Tobias Matzke - mit 3:9 ging das zweite Gerät verloren. An den Ringen sorgten Artur Davtyan mit vier und der nach seinem Außenbandriss erstmals eingesetzte­ Jasper Vennemann mit zwei Scorepunkten für ein 6:5-Ergebnis. „Da haben wir hundertprozentig abgeliefert was möglich war“, beschrieb Wiemers. Zum fünften Mal im sechsten Wettkampf der Saison entschied die KTV das dritte Gerät für sich, einmal gab es ein Remis.

Hambüchen punktet am Reck

Am Sprung lief es für die Gäste weniger gut. Bei Fabian Hambüchen fehlte es gegen Felix ­Remuta an der Schwierigkeit, er gab drei Scorepunkte ab. „Fabian kann mehr, dafür muss er aber voll im Training stehen. Das ist für ihn derzeit nicht möglich“, erläuterte Wiemers. Ärgerlich war, dass Nick Klessing nach seinem Sprung aufgreifen musste, was den Regeln entsprechend als Sturz gewertet wurde. Mit 11:4 gewann die TG Saar dieses Gerät. Dass die KTV am Barren die Nase mit 6:4 vorn hatte, war „die große Überraschung des Abends“, meinte­ Wiemers. Olympiasieger Oleg Vernaiev sicherte sich gegen Klessing zwar vier Gerätpunkte. „Aber gefühlt war das ein Sieg für Nick“, sagte der Coach. Davtyan und Paulicks bekamen für „Übungen wie aus einem Guss“ Endwerte von 14,35 beziehungsweise 14,00 und holten je drei Punkte.

Am Reck kamen Lotz, Hambüchen, der nach seiner Handverletzung früher als erwartet zurückgekehrte Andrey Likhovitskiy und Paulicks zusammen auf 57,00 Turnpunkte - ein Ergebnis, das selbst Topteams selten erreichen. In Dillingen reichte es für elf Scorepunkte, sorgte für ein knapperes Gesamtresultat - vor allem aber für die Gerätpunkte Nummer fünf und sechs. „Jetzt schnaufen wir durch. Dann gehen wir mit breiter Brust in den Wettkampf gegen Siegen“, sagte Wiemers. „Und da holen wir uns den vierten Platz.“

von Stefan Weisbrod

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