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KTV Obere Lahn steht vor (zu) hoher Hürde

Kunstturnen KTV Obere Lahn steht vor (zu) hoher Hürde

Die Biedenkopfer Riege will sich am Samstag in Dillingen möglichst teuer verkaufen und einige Gerätpunkte entführen. Weil mehr wahrscheinlich nicht drin ist, gehen die Blicke auch nach Siegen.

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Turnt in Dillingen für die KTV mit dem Selbstvertrauen des Hochschulmeisters am Seitpferd: Fabian Lotz.

Quelle: Michael Hoffsteter

Biedenkopf. Albert Wiemers stellt zwar klar: „Wir fahren nicht dahin und sagen, ‚wir haben schon verloren‘.“ Aber: Realistisch gesehen ist ein Sieg für die Kunstturnvereinigung Obere Lahn am Samstagabend (18 Uhr) bei der TG Saar wohl außer Reichweite. „Ich glaube, die TG ist so aufgestellt, dass sie gegen uns gewinnt“, sagt der KTV-Trainer mit Blick auf das Aufgebot der Saarländer, angeführt von Oleg Verniaiev. Bei den Olympischen Spielen in Rio gewann der Ukrainer nicht nur Gold am Barren, sondern auch Silber im Mehrkampf. „Er ist über alle Geräte betrachtet der beste Turner in der Bundesliga“, meint Wiemers. Die Statistik widerspricht ihm nicht: Mit bereits 108 Punkten ist der 23-Jährige Liga-Topscorer - vor KTV-Turner Artur Davtyan mit 54 Zählern.

Mit Eugen Spiridonov gehört der frühere „Mister Zuverlässig“ der deutschen Nationalmannschaft zum TG-Team. Der mittlerweile 34-Jährige turnt zwar keine Höchstschwierigkeiten mehr, aber immer noch sehr konstant. „Auch Waldemar Eichorn hat viel Erfahrung“, weiß Wiemers, „hinzu kommen einige junge Burschen, die an ihren Geräten gut punkten können“.

Zwei Hochschulmeister

Punkten können aber auch die Gäste. Mit zusätzlichem Selbstvertrauen dürften Fabian Lotz und Jakob Paulicks nach erfolgreichen Auftritten bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften antreten. Lotz sicherte sich in Chemnitz den Titel am Seitpferd, wurde außerdem Dritter am Reck und Zweiter im Mehrkampf. Paulicks ließ die Konkurrenz am Reck hinter sich. „Beide haben klasse Leistungen gezeigt. Wir hoffen, dass sie den Flow mitnehmen“, sagt Wiemers. Sprich: auch in Dillingen bei Saarbrücken überzeugen.

Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen könnte an seinem Paradegerät sowie am Sprung dazu beitragen, dass die Gäste zumindest manchen Gerätpunkt mitnehmen. Wiemers hofft, dass sich für den Superstar nicht kurzfristig noch andere Verpflichtungen ergeben, die ihn an einer Teilnahme hindern könnten. „Aktuell“, so der Trainer, „gehe ich davon aus, dass Fabian turnt.“ Sein Comeback könnte Jasper Vennemann feiern. Nach seinem Außenbandriss wäre der Routinier eine Option für die Ringe. Die Entscheidung über einen Start wird kurzfristig fallen. Für Andrey Likhovitskiy kommt der Wettkampf hingegen wohl zu früh. „Er ist noch nicht so weit“, erklärt der Coach. Der 30-Jährige hatte sich nach Olympia an der Hand operieren lassen. Wiemers: „Gerade am Barren und am Reck vermissen wir ihn sehr“ - an diesen Geräten ist Davtyan ein Stück schwächer als Likhovitskiy. Auch der Spanier Rubén López, zuletzt Mehrkampf-Zweiter beim Weltcup in Barcelona, steht erneut nicht zur Verfügung.

KTV hofft auf Siegener Sieg

Die Gastgeber könnten mit einem Sieg bereits den Einzug in den Wettkampf um den Titel, der beim Ligafinale am 3. Dezember in Ludwigsburg ausgeturnt wird, perfekt machen. Die KTV Obere Lahn wäre dann ebenfalls gern dabei - für sie würde es um Rang drei gehen. Der Dritt- und der Viertplatzierte qualifizieren sich für dieses „kleine Finale“.

In der Tabelle belegt Obere Lahn aktuell eben diesen vierten Rang, punktgleich (4:6) mit der Siegerländer KV und dem SC Cottbus. Kommt es in Dillingen zur erwarteten Niederlage, wäre das Biedenkopfer Team jedoch auf Schützenhilfe angewiesen. „Dann hoffen wir, dass es in Siegen ein für uns günstiges Ergebnis gibt“, sagt Wiemers. Seine Mannschaft unterlag am vorvergangenen Wochenende mit 24:39 in Cottbus, die Lausitzer haben sich dadurch eine gute Ausgangsposition verschafft. Gewinnen sie auch in Siegen, hätten sie zum Abschluss alles selbst in der Hand - und gegen Schlusslicht TSV Monheim eine lösbare Aufgabe. Die Siegerländer wiederum könnten mit einem Heimerfolg Rang vier erobern. Sie müssen aber zum Abschluss am nächsten Samstag, 19. November, in Biedenkopf ran.

„Wir hoffen natürlich, dass wir dann in eigener Halle unser Ziel selbst in der Hand haben“, sagt Wiemers. Gerade dafür sei es wichtig, in Dillingen zumindest den „ein oder anderen Gerätpunkt“ zu entführen. Derzeit liegt die KTV beim Gerätverhältnis (33:27) vor Siegen (31:29) und Cottbus (21:39).

von Stefan Weisbrod

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