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KTV Obere Lahn kämpft in Karlsruhe um Bronze

Turnen KTV Obere Lahn kämpft in Karlsruhe um Bronze

Im fünften Duell gegen den TV Wetzgau in drei Jahren gewinnt die KTV Obere Lahn erstmals – und steht damit im „kleinen“ Finale um Bronze.

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Schwäbisch Gmünd. Die Freude ist riesengroß: Nachdem Jakob Paulicks als letzter Turner des Abends seine Reckübung in den sicheren Stand bringt, liegen sich die Biedenkopfer Kunstturner jubelnd in den Armen. Denn am Ende dieses hochspannenden Wettkampfes steht fest, dass die Obere Lahn den Einzug in das „kleine“ Finale der Turnliga erreicht hat. „Das ist ein genialer Erfolg“, sagt Trainer Albert Wiemers.

Mit dem Reisebus sind Turner und Fans gemeinsam aus dem Hinterland nach Baden-Württemberg gefahren. Fast fünf Stunden dauerte die Reise.

Viermal hatte Obere Lahn in den vergangenen Jahren gegen Wetzgau verloren, zuletzt im Finale um die Deutsche Meisterschaft vor einem Jahr.

Fabian Hambüchen (KTV Obere Lahn) an den Ringen im letzten Wettkampf der Bundesliga-Runde gegen den Turnverein Wetzgau. Foto: Benedikt Bernshausen

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Die Gäste untermauern vom ersten Gerät an ihre Final-Ambition: Nach Jakob Paulicks Unentschieden am Boden gegen Dominik Pfeifer streicht Fabian Hambüchen drei Punkte gegen Helge Liebrich ein. Dann allerdings verstolpert Scott Morgan die letzte Bahn seiner Bodenübung, verliert drei Zähler an Nationalturner Andreas Toba. Schließlich sichert Waldemar Schiller den Geräteerfolg: Mit seiner besten Darbietung in dieser Saison (13,40 Punkte; Ausgang: 5,0) gewinnt er im Duell gegen Johannes App, der mehrfach patzt, vier Scorepunkte.
Am Pferd steigt Sebastian Quensell einmal ab. Doch Wetzgau verpasst die Gelegenheit, macht einen taktischen Fehler: Die Schwaben schicken den starken Rumänen Marius Berbecar in das Duell. Der streicht zwar vier Punkte gegen Obere Lahn ein. Dafür verliert im letzten Zweikampf Wetzgaus Schwächster fünf Punkte gegen Fabian Hambüchen, der gegen Berbecar nur ein Unentschieden erreicht hätte. Zusammen mit den vier Scorepunkten von Andrey Likhovitskiy gegen Helge Liebrich sind auch die zwei Punkte von Toba gegen Fabian Lotz bedeutungslos – 9:6, Gerätesieg für Obere Lahn. Mit einem deutlichen 7:2 an den Ringen bauen die Gäste den Vorsprung aus, führen zur Pause bereits mit zwölf Punkten.

Das Polster ist allerdings notwendig, sind doch Sprung und Barren die stärksten Geräte der Gastgeber. Und tatsächlich verliert das Trio Hambüchen, Schiller und Jasper Vennemann am Sprungtisch acht Zähler. Nur Morgan, dem der beste Sprung seiner Karriere (15,00 Punkte; Ausgang 5,6) gelingt, kann einen Dreier einsammeln.

Das Wetzgauer Publikum erlebt danach ein Turnliga-Novum: Alle vier Duelle am Barren enden unentschieden. Vor dem letzten Gerät führt Biedenkopf weiter mit sieben Punkten. Die starke erste Reckübung von Likhovitskiy soll Toba kontern; er verfehlt bei seinem zweiten Flugelement aber die Stange und fällt auf die Matte. Sekundenlang bleibt der Wetzgauer liegen, starrt mit versteinerter Miene an die Hallendecke – fünf Punkte für Likhovitskiy. Albert Wiemers hat noch Lotz, Hambüchen und Paulicks in der Hinterhand. Für Wetzgau endet der Finaltraum: „Ich bin traurig“, sagt Andreas Toba niedergeschlagen. Seine Mannschaft sei auf der vierten Position zu schwach gewesen. Als er unter dem Reck auf dem Boden gelegen habe, sei ihm bewusst gewesen, dass nichts mehr geht. „Ich war total fertig, das war ein anstrengender Tag.“

Am anderen Ende der Halle feiert die KTV das Erreichen des Finalkampfes um Platz drei. „Wir haben als Team gut geturnt, waren sehr fokussiert“, stellt Scott Morgan fest. Nur sein Fehltritt am Boden ärgert den Kanadier: „Ich habe mich gut gefühlt, wollte aber vielleicht einfach zu viel!“

Waldemar Schiller ist voll zufrieden, sein Sprung sei gut, seine Bodenübung „top“ gewesen. „Besser kann ich es nicht machen“, freut sich der Biedenkopfer. Auch Andrey Likhovitskiy fiebert dem kleinen Finale entgegen. Das Jahr war für den 28-Jährigen bisher schon ein wunderbares Turnjahr, mit tollen Erfolgen bei der Weltmeisterschaft. „Noch ist es aber nicht vorbei“, bemerkt er siegeswillig mit einem Augenzwinkern.

von Benedikt Bernshausen

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