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Lokalsport Mit Thao Hoang in die neue Saison
Sport Lokalsport Mit Thao Hoang in die neue Saison
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11:03 19.02.2018
Geht auch in der Saison 2018 für die KTV Obere Lahn an die Ringe: Thao Hoang. Quelle: Michael Hoffsteter
Biedenkopf

Keine Überraschungen im Bundesliga-Kader der Kunstturnvereinigung aus Biedenkopf: Bis auf Fabian Hambüchen und Jasper Vennemann, die zum Abschluss der Saison 2017 ihre Abschiede aus dem aktiven Sport verkündeten, gehören alle Turner des vergangenen Jahres auch 2018 zur Riege. „Wir haben eine schlagkräftige Mannschaft zusammen“, sagt Albert Wiemers im Gespräch mit der Oberhessischen Presse. Glücklich ist der Teamchef, dass auch Thao Hoang weiterhin an die Geräte gehen wird. Hinter dem Verbleib des Berliners mit vietnamesischen Wurzeln stand lange ein Fragezeichen.

Hoang, im vergangenen Jahr zu den Wettkämpfen eingeflogen, hat sein Studium in den USA abgeschlossen und kehrt zurück nach Deutschland. Offen war seine berufliche Zukunft. Der 24-Jährige, so erklärt Wiemers, habe etwas gefunden, „das es ihm erlaubt, zumindest auf Bundesliga-Niveau weiter zu turnen“, ihm also Freiräume fürs Training lässt. Das freut den Coach, der in ihm einen „wichtigen Baustein des Teams“ sieht, aber auch die Anhänger der Titans: Der starke Mehrkämpfer, dessen Lieblingsgerät die Ringe sind, hat sich in seiner Premierensaison nicht nur durch überzeugende sportliche Leistungen viele Freunde gemacht. „Er ist ein positiver Typ, der super zu uns passt“, lobt ihn Wiemers und ist „nicht überrascht, dass die Fans ihn lieben“.

Fabian Hambüchen hilft nur noch von außen

Ringe-Spezialist Vennemann hat aus persönlichen Gründen aufgehört - der 36-Jährige wird Vater, zudem ist er beruflich stark eingespannt. Auch Hambüchen, der nach seinem Olympia-Triumph am Reck im Sommer 2016 in Rio de Janeiro bereits seine internationale Karriere beendet hatte, hat nun auch national einen Schlussstrich gezogen. Zumindest aber will der Wetzlarer, derzeit als Reporter für Eurosport bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Einsatz, so oft es geht bei Wettkämpfen der KTV dabei sein und das Team „so gut es mir möglich ist unterstützen“, wie er bereits im vergangenen Jahr gegenüber der OP betont hatte.

Hambüchen hatte in der ersten Hälfte der vergangenen Saison wegen seiner Schulterverletzung gefehlt, im zweiten Teil war der 30-Jährige dann am Boden, am Sprung und am Reck im Einsatz. Insbesondere an seinem Paradegerät, dem Reck, „kann ihn niemand ersetzen“, sagt Wiemers. Er ist überzeugt: „Mit den Übungen, die er vergangene Saison für uns gemacht hat, hätte er bei jedem internationalen Wettkampf um den Sieg geturnt.“ Umso wichtiger aus Wiemers‘ Sicht, dass die weiteren Leistungsträger der KTV treu bleiben.

Wettkämpfe

Bundesliga-Wettkampfplan 2018 der KTV Obere Lahn

3. März: bei der KTV Straubenhardt

10. März: gegen die TG Saar

31. März: beim MTV Stuttgart

7. April: beim TV Wetzgau

8. September: gegen den SC Cottbus

10. November: bei der Siegerländer KV

17. November: gegen das KTT Heilbronn

1. Dezember: Finale in Ludwigsburg

Routinier Andrey Likhovitskiy, „Kraftpaket“ Colin van Wicklen und der britische Youngster Joe Fraser hatten bereits frühzeitig für ein weiteres Jahr zugesagt. Fabian Lotz, Moritz Müller, Nick Klessing, Sebastian Quensell, Lasse Gauch, Jakob Paulicks und Karim Rida bleiben ebenso wie Hoang, der deutsche Top-Mehrkämpfer Lukas Dauser hatte nach seinem Wechsel vor einem Jahr von der KTV Straubenhardt nach Biedenkopf direkt für zwei Jahre unterschrieben.

Zugänge gibt es aktuell keine zu vermelden, voraussichtlich wird sich daran bis zum Saisonstart Anfang März auch nichts ändern. „Auf dem deutschen Markt ist derzeit kein Turner zu haben, der uns helfen würde“, erklärt Wiemers, „oder wir müssten viel Geld ausgeben, was wir aber nicht haben“. Auf der Ausländerposition - nur ein Nicht-Deutscher pro Gerät darf eingesetzt werden - stehen der international für Weißrussland aktive gebürtige Russe Likhovitskiy, van Wicklen aus den USA sowie Fraser zur Verfügung. „Da sind wir gut aufgestellt“, sagt Wiemers. Zugleich betont er: „Wenn wir jemanden dazu nehmen, dann muss es auch menschlich passen.“ Gerade der Zusammenhalt im Team ist eine große Stärke der „Titanen“.

Los geht’s beim Meister, dann kommt der Vize

Nach Bronze im Vorjahr will die KTV erneut das Ligafinale der besten vier Teams erreichen - auf ein genaueres Saisonziel möchte sich Wiemers nicht festlegen. „Wir haben die Favoriten direkt zu Saisonbeginn. Danach wissen wir, wo wir stehen“, sagt der 60-Jährige mit Blick auf den Auftakt am 3. März bei Titelverteidiger Straubenhardt, eine Woche später gastiert Vizemeister TG Saar in der Lahntalhalle. Der Teamchef hätte sich „diese Gegner zu einem späteren Zeitpunkt gewünscht“, auch weil Dauser (Kreuzband­riss mit Schaden am Außenmeniskus) und Klessing (Knochenabsplitterung am Sprunggelenk) nach ihren Verletzungen „noch nicht bei 100 Prozent“ sein werden. Immerhin: „Es sieht so aus, dass beide wieder eingreifen können.“

Fehlen wird bei den ersten Wettkämpfen hingegen Albert Wiemers‘ Sohn Felix, der sonst für die Taktik verantwortlich ist. Der 29-jährige Extremski-Profi ist im März noch auf der Freeride World Tour unterwegs.

von Stefan Weisbrod