Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Ein Abgang als Meister – das wär‘s
Sport Lokalsport Ein Abgang als Meister – das wär‘s
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 03.12.2018
Hoch hinaus – wie in dieser Szene Lasse Gauch am Reck – will die KTV Obere Lahn am Samstag beim Finale um die ‚Deutsche Meisterschaft.  Quelle: Jens Schmidt

Wer hätte das gedacht! Für die „Titanen“ der KTV Obere Lahn geht es am Samstagabend ab 18 Uhr in der Ludwigsburger MHP-Arena um Gold. Das Team von Cheftrainer Albert Wiemers steht im großen Finale um die Deutsche Meisterschaft. Gegner ist kein Geringerer als Titelverteidiger KTV Straubenhardt.

Die Biedenkopfer Turner wurden bei den „Deutschen“ bereits zweimal Dritter und einmal Zweiter. „Vielleicht können wir das noch steigern“, sagt Albert Wiemers. Allerdings ist allein die Teilnahme am großen Finale für ihn bereits „der absolute Wahsinn“.

Fest steht, dass der Wettkampf am morgigen Samstag der letzte für ihn und sein Erstliga-Team sein wird. Der Rückzug aus der Bundesliga war bereits seit Längerem beschlossene Sache. Künftg wird der Fokus auf die zweite Mannschaft der KTV Obere Lahn ausgerichtet sein. Dieses Team besteht aus eigenen Talenten und hat sogar die Chance, aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga aufzusteigen.

Doch zunächst steht die „Erste“ im Blickpunkt. Sie fordert Straubenhardt heraus. Das Team aus dem Schwarzwald könnte seinen vierten deutschen Meistertitel in Folge holen – das hat zuvor noch kein anderer Verein geschafft. Für die KTV Obere Lahn indes wäre es der erste und auch der letzte.

Keine personellen Überraschungen

Das Duell in der MHP-Arena in Ludwigsburg scheint völlig offen – sagt zumindest Dirk Walterspacher, Sportlicher Leiter bein der KTV Straubenhardt, gegenüber der Pforzheimer Zeitung: „Die Chancen stehen 50:50.“ Er glaubt, dass seine Turner im Zweifelsfalle etwas schwierigere Übungen turnen können, die Obere Lahn dagegen sicherer.

Personell dürfte es keine Überraschungen geben, auch wenn einige Medien jüngst darüber spekuliert hatten, dass Fabian Hambüchen bei der KTV Obere Lahn doch noch mal für diesen einen Wettkampf aus dem Hut gezaubert werden könnte, obwohl er vor einiger Zeit seine Karriere offiziell beendet hatte.

„In der Tat hat die Mannschaft darüber nachgedacht“, sagt Wiemers. „Allerdings wäre dann einer unserer Turner, der sich die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft verdient hat, herausgefallen. Somit haben wir dies letztlich verworfen – und das ist auch sportlich gerecht“, ergänzt Wiemers. Nichtsdestotrotz wird Hambüchen die Mannschaft im Innenraum der MHP-Arena unterstützen, so wie er das die Bundesliga-Saison über auch gemacht hat.

Bei Straubenhardt fehlt in Andreas Bretschneider (Riss der Achillessehne) ein sicherer Punktesammler. Die Ausländerposition teilen sich der russische Mehrkämpfer David Belyavskiy und der armenische Ringespezialist Vahagn Davtyan. Daneben können die Schwarzwälder Marcel Nguyen, Ivan Rittschik, Nils Dunkel, Brian Gladow, Vinzenz Haug, Tobias Radoi, Daniel Wörz, Steve Woitalla und Ilie Popescu aufbieten.

Maximal zehn Turner dürfen pro Team an die sechs Geräte. Die KTV Obere Lahn wird in Andrey Lihovitskiy (Weißrussland) und Artur Davtyn (Armenien) zwei Ausländer einsetzen. Der Amerikaner Colin Wicklen kann aufgrund von Knieproblemen nicht an die Geräte gehen. Die besten Punktesammler in der Bundesliga-Saison aufseiten der KTV Obere Lahnn waren Fabian Lotz, Viet Thao Hoang und Lukas Dauser.

Am Reck auf einer Höhe

Albert Wiemers will keine Prognose bezüglich des Ergebnisses abgeben: „In der Tat dürfte es äußerst eng zugehen, möglicherweise gibt es ja auch Untschieden. Dann geht es in die Verlängerung.“ Am Boden wäre eigentlich die KTV Obere Lahn favorisiert gewesen, ist aber nun durch den Ausfall von Wicklen leicht geschwächt. Wer für Wicklen am Boden an den Start geht, ließ Wiemers noch offen.

Das Pauschenpferd „müssen wir gewinnen“, sagt Dirk Walterspacher – und zwar ohne Wenn und Aber. Wiemers entgegnet. „Wir wollen da auch gewinnen“.

An den Ringen dürfte sich der Ausfall von Straubenhardts Andreas Bretschneider bemerkbar machen. Dennoch sieht Wiemers hier Vorteile beim Gegner: „Mit dem armenischen Kraftpaket Vahagn Davtyan und Marcel Nguyen ist Straubenhardt dort sehr stark aufgstellt.“ Beim Sprung hat sicherlich Obere Lahn Vorteile: „Ich bin mal zurückhaltend optimistisch“, sagt Wiemers.

Der Barren ist zwar das Paradegerät von Marcel Nguyen. Jedoch ist sein deutscher Rivale Lukas Dauser von der KTV Obere Lahn inzwischen stärker einzuschätzen. Am Reck sind die Ausgangswerte beider Teams vergleichbar. Unter dem Strich „ist alles möglich“, sagt Albert Wiemers.

von Michael E. Schmidt