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Jetzt ist das Kollektiv gefragt

Fußball, Verbandsliga Mitte Jetzt ist das Kollektiv gefragt

Wenn die SF BG Marburg gegen die SG Oberliederbach leer ausgehen, könnte der Traum vom Klassenerhalt schon am Sonntag beendet sein.

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SF BG Marburgs Stürmer Jonas Herberg (links) kommt gegen Schwanheims Keeper Pablo Alvarez einen Schritt zu spät.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Erschafft etwas, von dem ihr später noch euren Enkelkindern erzählen könnt.“ So oder ähnlich soll es Liverpools Trainer Jürgen Klopp vor einigen Wochen in der Halbzeitpause des Europa-League-Spiels gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund zu den Spielern gesagt haben.

Die „Reds“ drehten gegen den BVB bekanntermaßen die Partie im zweiten Durchgang und schafften etwas, was nur die wenigsten für möglich hielten und katapultierten sich in letzter Sekunde ins Halbfinale - ein Moment der Fußball-Historie, der jedem Hoffnung machen müsste, der glaubt, im Fußball ist nicht alles möglich.

Ein kleines Wunder benötigen auch die Sportfreunde, wollen sie in den letzten zwei Spielen noch den Kopf aus der Schlinge ziehen und den Abstieg vermeiden. „Das 1:6 war natürlich ein Schlag ins Gesicht“, ist die Pleite gegen den direkten Konkurrenten Schwanheim laut SF/BG-Coach Andreas Sinkel noch nicht verdaut am Zwetschenweg - wohl auch, weil die Ausgangssituation für die Sportfreunde alles andere als rosig ist.

Doch der Blick aufs Tableau und das Restprogramm der Abstiegskandidaten geben auch Grund zur Hoffnung: Nur ein Punkt trennen die Blau-Gelben von Wörsdorf, Kinzenbach und Schwanheim und damit vom rettenden Ufer; zwei Punkte von Breidenbach, das ebenfalls noch nicht gerettet ist. Da Schwanheim (gegen Kelsterbach) und Kinzenbach (gegen Ederbergland) am Wochenende auf die Meisterschaftsanwärter treffen, ist für Marburg, das nur gegen Kinzenbach den direkten Vergleich gewonnen hat, noch nicht alles verloren.

„Ich bin aber davon überzeugt, dass, wenn wir gegen Oberliederbach nicht punkten, abgestiegen sind“, sagt Marburgs Sportlicher Leiter Jan-Peter Troeltsch, für den sich nun die Charakterfrage stellt: „Man kann mit wehenden Fahnen untergehen - dies passiert bei uns aber zu oft. Ich erwarte nach dem letzten Spiel eine Trotz­reaktion, es muss gepunktet werden. Und das geht nur mit einer deutlichen Leistungssteigerung.“

Fraglich sind bei den Sportfreunden vor der Partie gegen den Tabellenneunten um den Ex-Schröcker Tim Schott noch zwei Personalien: Hinter Jan Eberling, der schon gegen Schwanheim krankheitsbedingt gespielt hat, und Kapitän Jean Michel Kleemann (Mittelohrentzündung), der unter der Woche nicht trainieren konnte, stehen noch Fragezeichen. Lucas Ortmüller ist im Urlaub.

„Gegen Schwanheim haben wir im Kollektiv versagt, allerdings ist noch nichts entschieden“, sagt Sinkel, der gesteht, dass sein Matchplan, Germania-Spielertrainer Baldo Di Gregorio in Manndeckung zu nehmen, nicht aufgegangen ist. „Jetzt ist wichtig, dass wir wieder Spaß am Fußballspielen entwickeln. Unsere letzten Gegner Oberliederbach und Biebrich haben keinen Druck mehr, wenngleich beide Mannschaften über Qualität verfügen. Wir sind jetzt als Kollektiv gefordert“, nimmt Sinkel seine Schützlinge in die Pflicht.

Wie auch immer die Partie ausgeht - fest steht: Die Blau-Gelben wären auch im Falle eines Sieges noch nicht gerettet, da sie dann bestenfalls zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hätten.

von Marcello Di Cicco

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