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Jetzt hat‘s auch die Eintracht erwischt

Fußball-Hessenliga Jetzt hat‘s auch die Eintracht erwischt

Am siebten Spieltag kassierte Stadtallendorf die erste Saisonniederlage. Gegen den TSV Lehnerz verlor die Eintracht durch drei Tore nach der Pause verdient, aber etwas zu hoch mit 0:3.

Stadtallendorf. Im Herrenwaldstadion bricht soeben die 78. Minute an: „The German Nightmare“ (Der deutsche Albtraum), wie sich der Lehnerzer Neuzugang Christian Eckerlin beim Vollkontakt-Kampfsport Mixed Martial Arts (MMA) nennt, wird gerade auf dem Spielfeld behandelt; Eintracht-Coach Dragan Sicaja und sein Kapitän Kevin Vidakovics nutzen die Unterbrechung, um sich an der Seitenlinie kurz zu beraten.

Es folgt kein Griff in die Trickkiste, sondern das, was Sicaja schon in der Vergangenheit gern machte: Der groß gewachsene Vidakovics rückt von der Innenverteidigung ins Sturmzentrum, um fortan lange Bälle zu verwerten - vergebens. Auch Natnael Tega (82.) und Laurin Vogt (83.) können mit ihren Torschüssen aus guter Position den 0:2-Rückstand nicht mehr verkürzen - im Gegenteil: Aus kurzer Distanz macht Dominik Rummel den Sack für die Elf aus dem Fuldaer Stadtteil zu (84.).

„Wenn sich jeder an die eigene Nase fasst, sollten wir wissen, warum es nicht gereicht hat. Die Niederlage musste irgendwann passieren. Es ist aber wichtig, wie man verliert. Man kann kämpfend untergehen und muss sich dann nicht schämen. Aber heute habe ich das Gefühl: Wir sollten uns ein bisschen schämen“, zeigte sich Stadtallendorfs Oliver Richardt überaus enttäuscht - genau wie sein Mitspieler Kevin Schudy.

„Es ist schon schade. Das hatten wir uns anders vorgestellt“, gestand der Außenverteidiger, der kurzfristig für Kenan Atas (muskuläre Probleme) in die Startelf gerutscht war, angesichts des in Stadtallendorf parallel stattfindenden Heimat- und Soldatenfestes. „Gegen eine so abgeklärte Mannschaft muss man cleverer agieren“, wusste Sicaja, den insbesondere das 0:1 und 0:2 ärgerten. „Die ersten zwei Tore haben wir dem Gegner geschenkt. Da haben wir uns im Spiel gegen den Ball ganz schlecht verhalten“, monierte der Kroate.

Nach einer Flanke vom linken Flügel von Pierre Mistretta verwandelte Patrick Schaaf am langen Pfosten direkt (50.). „Der Ball kann nur auf den zweiten Pfosten kommen, doch wir lassen den Spieler allein, obwohl wir zu dritt sind“, ärgerte sich Sicaja, dessen Elf auch beim zweiten Gegentor unsortiert war: Diesmal flanke Schaaf von rechts - unbedrängt; Rummel stieg hoch und nickte das Leder ein - ebenfalls unbedrängt (71.). So klar wie das Endergebnis war der Spielverlauf allerdings nicht. In einem ausgeglichenen ersten Abschnitt, in dem beide Teams defensiv gut agierten und in dem Lehnerz zu Beginn und die Eintracht gegen Ende ein optisches Übergewicht hatte, verbuchten die Gastgeber ein Chancenplus. Doch während Vogt eine Hereingabe vor dem leeren Tor knapp verpasste (36.), traf Del-Angelo Williams das Leder nicht richtig (40.), und Vidakovics‘ Kopfball verfehlte sein Ziel (45.).

„Vor der Halbzeit hatten wir Riesenglück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. In der zweiten Halbzeit war es so, dass wenn man das Tor macht, es ein ganz anderes Spiel wird. Wir haben verdient gewonnen, aber es war glücklich, dass wir das 1:0 gemacht haben“, atmete der Lehnerzer Trainer Henry Lesser auf.

Durch die Auswechslung von Kevin Bartheld (Zerrung), für den der gelernte Innenverteidiger Ufuk Yildirim mit dem Wiederanpfiff kam und neben dem fleißigen Arifi als „Sechser“ sein Hessenliga-Debüt im Eintracht-Dress feierte, „hatten wir keine Ordnung mehr im Spiel“, befand Sicaja. Während bei Lehnerz der Ball gut lief, bot die Heimelf viel Stückwerk und spielte zu viele Fehlpässe.

Tore: 0:1 Patrick Schaaf (50.), 0:2, 0:3 Dominik Rummel (71., 84.). TSV Eintracht Stadtallendorf: Bachmeier - Schudy (55. Dinler), Vidakovics, Szymanski, Richardt - Arifi, Bartheld (46. Yildirim) - Döringer, Völk, Vogt - Williams (75. Tega). Lehnerz: Kaiser - Kress, Sonnenberger, Bartel - Schaaf, Scholz - Eckerlin (86. Breunung), Tusha (82. Sarvan), Mistretta (90. Say), Lesser - Rummel. Schiedsrichter: Martin Kliebe (Hessisch-Lichtenau). Gelbe Karten: Arifi, Williams, Vogt / Scholz. Zuschauer: 500. Beste Spieler: Schaaf, Rummel, Tusha / Arifi, Vidakovics.

von Marcello Di Cicco

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