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Lokalsport Jan Eberling: „Es ist ein geiler Druck“
Sport Lokalsport Jan Eberling: „Es ist ein geiler Druck“
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18:11 09.02.2017
Daniel Hacker (rechts) versucht, vor Breidenbachs Dennis Brandl an den Ball zu kommen. Der Marburger fällt in der Restrunde mit einem Kreuzbandriss aus. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Hinrunde der laufenden Saison dürfte bei den SF BG Marburg einen besonderen Platz in der Vereinschronik finden: Eine Rekordserie von fünf Spielen ohne Gegentor, vier Spieltage auf Platz eins der Verbandsliga Mitte - und die Trennung von Trainer Andreas Sinkel, die angesichts dieses unerwarteten Erfolges wohl nicht nur für Außenstehende etwas seltsam anmutete.

„Das war aber der einzige Schatten. Mit dem sportlichen Verlauf sind wir sehr zufrieden“, resümiert Marburgs Sportlicher Leiter Jan-Peter Troeltsch. Nach den Interimslösungen Christoph Weidenhausen/Mirko Gut und Mirko Gut/Jan Eberling steht seit Januar fest: Eberling soll - zunächst bis zum Sommer - die Geschicke als Cheftrainer leiten. „Ich werde schauen, wie ich es weiter unter einen Hut bekomme“, sagt der 36-Jährige, der als Lehrer am Schwalmgymnasium Treysa arbeitet.

Sportfreunde wollen Tuchfühlung halten

Warum der gebürtige Battenberger, der auch als linker Außenverteidiger für die Blau-Gelben spielt, das Amt übernommen hat? „Weil es mir in der Übergangszeit viel Spaß gemacht hat. Die Jungs haben super mitgezogen, die Akzeptanz ist da“, meint der Coach, der in Anton Jencik (zuletzt SV Bauerbach) einen neuen Co-Trainer gefunden hat; Mirko Gut ist wieder Torwarttrainer.

Eberling kennt Jencik noch aus gemeinsamen Zeiten beim VfB Marburg und FC Ederbergland. „Wir waren immer in Kontakt, haben uns kürzlich bei den Hallenstadtmeisterschaften getroffen und einfach mal unterhalten. Ein paar Tage später saß ich mit Jan-Peter zusammen, das Thema Co-Trainer kam auf. Ich brachte seinen Namen ins Spiel und konnte Anton dafür begeistern. Es harmonisiert sehr gut mit ihm“, erzählt Eberling.

Troeltsch freut sich ebenso über das neue Gesicht: „Anton ist in die Nähe unseres Sportplatzes gezogen. Zuletzt hatte er mit einem Achillessehnenabriss zu kämpfen. Hintergedanke ist, dass er versucht fit zu werden und wir ihn dann auch als Innenverteidiger haben. Wie lange das dauert und ob er überhaupt wieder fit wird, ist zwar noch unklar. Wir machen aber keinen Fehler mit ihm.“

Hacker fällt mit Kreuzbandriss bis Saisonende aus

Dass Eberling und Co. am 25. Februar in Biebrich hochmotiviert in die Restrunde starten, dürfte außer Frage stehen. Nur sechs Punkte trennt die Elf vom Zwetschenweg von Platz zwei, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen in die Hessenliga berechtigt. „Es wäre fatal, jetzt zu sagen: ‚Wir wollen nur eine vernünftige Rückrunde spielen‘“, stellt Eberling klar, denn: „Wenn am Ende der Relegationsplatz rausspringt, dann nehmen wir das mit. Alles, was die Mannschaft sportlich schafft, schultern wir“, gibt Troeltsch unmissverständlich die Sicht des Vorstandes wieder.

Tuchfühlung zu Rang zwei zu halten, sei nun laut Eberling das klare Ziel: „Dafür gilt es, Konstanz über die Rückrunde zu halten. Klar ist das ein gewisser Druck, der jetzt auf uns lastet. Es ist aber ein geiler Druck“, sagt der Coach, der künftig ohne Lucas Ortmüller (SC Gladenbach) und Iori Shintani (zurück nach Japan) auskommen muss - und bis Saisonende auch auf Offensivkraft Daniel Hacker, der sich im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Flörsheim einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

„Lucas hatte bei uns wegen seines Verletzungspechs eine unglückliche Zeit. Dass Iori gegangen ist, haben beide Seiten bedauert. Letztlich stand seine berufliche Entwicklung aber im Vordergrund. Dafür wird Dusan Olujic bis zum Sommer bleiben“, sagt Troeltsch, der darüber hinaus durchblicken lässt: „Mit unseren U-19-Spielern werden zeitnah Gespräche stattfinden. Bei ihnen weiß man aber noch nicht genau, wer in Marburg bleibt und wer etwa aus beruflichen Gründen weggeht.“

Trainer appelliert an die Offenheit der Spieler

Am 23. Januar sind die SF BG in die Vorbereitung gestartet. Die Verbesserung des Aufbauspiels beziehungsweise des Bespielens tiefer stehender Gegner sei dort ein Schwerpunkt, verrät Eberling, für den im April der Eignungstest für den Erwerb der Trainerlizenz ansteht. Ein ähnliches Schicksal wie seine Vorgänger, die auch an Differenzen mit eigenen Spielern scheitern, hofft der 36-Jährige mit Kommunikation zu vermeiden.

„Die Situation ist vielleicht nicht ganz einfach, weil ich mit einigen Spielern ja auch gut befreundet bin“, weiß Eberling, „aber ich mache mir bei den Jungs keine Gedanken, dass sie nicht mitziehen. Sie wissen, dass ich für Gespräche offen bin, und sie wissen auch, dass ich an ihre Offenheit appelliere, wenn es mal Probleme geben sollte. Ich habe einige Erfahrungen gesammelt und hoffe, diese weitergeben zu können.“

  • Testspiele: 0:1 gegen Viktoria Nidda, beim FSV Schröck (Sa., 15 Uhr), bei TSG Wieseck (So., 16 Uhr), gegen FC Ederbergland (Do., 16. Februar, 19 Uhr).
  • Auftaktprogramm: FV Biebrich (A, Sa., 25. Februar), VfB Wetter (H, So., 5. März).

von Marcello Di Cicco